Planetare Grenzen ignoriert – Neun Existenz-Konditionen des Systems Erde

Berlin, 8. Juli 2018 (ADN). Es gibt absolute Grenzen, die zum Erhalt der Erde und der menschlichen Lebensgrundlagen einzuhalten sind. Ein internationales Forscherteam hat dazu in jahrelanger Arbeit ein Modell entwickelt. Es umfasst neun essentielle ökologische Dimensionen. Darauf verweist Corinna Vosse in einem Beitrag für die Juli-Ausgabe  dese Monatsmagazin „OXI – Wirtschaften anders denken“. Für jede Dimension würden globale Grenzwerte ausgewiesen. Schon wenn eine dieser Grenzen überschritten ist, bestehe die Gefahr weitreichender Systemveränderungen, die womöglich die Bewohnbarkeit der Erde für die Menschheit einschränkt. Das Modell mit seinen planetaren Schranken beschreibe damit einen Rahmen für menschliche Aktivität und insbesondere des Wirtschaftens, von dem die meisten Eingriffe ausgehen.

Dieses Modell liefert nach den Worten der Wissenschaftlerin und Leiterin der Akademie für Suffizienz eine gute Vorlage für die politische Programmatik.  Dennoch sei es in Fachkreisen wenig bekannt und werde in der Politik kaum als Entscheidungshilfe herangezogen. Warum eine solche Ignoranz vorherrscht, liegt nach Meinung von Vosse an der menschlichen Gewohnheit, Grenzen nicht zu akzeptieren. Das passe nicht zum Selbstverständnis heutiger Gesellschaften. Um diesen Mangel an Einsicht zu beheben, schlägt sie personengebundene Kohlendioxid-Kontingente als eine Art alternative Währung vor. Das sei vergleichbar mit den sogenannten „Carbon Rationing Action Groups“ (CRAG), die in einigen Gemeinden eingeführt worden sind. ++ (uw/mgn/08.07.18 – 170)

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Protestbereitschaft der Deutschen wächst

München, 11.April 2018(ADN). Protestdemonstationen und -bewegungen in Deutschland gegen Miss-Stände nehmen eher zu als ab. Das erklärte Priska Daphi vom Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ am Mittwoch. Die Anzahl der Menschen, die schon mal an Protesten teilgenommen haben, steige langfristig. Das gelte auch für die Bereitschaft, öffentlich gegen etwas zu protestieren, was man nicht einfach hinnehmen möchte. Verglichen mit den 68er Studentendemonstationen sei heute auch die Themenvielfalt wesentlich größer. So seien zu dem Kampf gegen Ausbeutung und für Demokratie beispielsweise der Einsatz gegen die Umweltzerstörung, den Klimawandel und die Diskriminierung dazu gekommen. ++ (ru/mgn/11.04.18 – 101)

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Konzertierte Aktion für Bienen – Jahreswert von Insekten 22 Milliarden Euro

Brüssel, 22.März 2018 (ADN). Der grüne EU-Abgeordnete Sven Giegold hat am Donnerstag mit einigen Verbündeten zu einer Unterschriftenaktion zugunsten der Bienen aufgerufen. Zum gleichen Zeitpunkt entscheidet die EU-Kommission über ein Verbot sogenannter Neonikotinoide, die eine enorme Bedrohung für die Landwirtschaft und die Umwelt darstellen. Gleiches gilt für nützliche Insekten wie 560 Wildbienenarten. Die EU-Kommission beziffert den volkswirtschaftlichen Wert von Insekten auf jährlich 22 Milliarden Euro.

Beispiele für die giftigen Massenwirkungen von Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid gibt es europa- und weltweit zur Genüge. So waren im Frühjahr 2008 in der Oberrheinebene rund 12.000 Bienenvölker zugrunde gegangen, nachdem sie mit Clothianidin in Kontakt gekommen sind. seit 2013 unterliegen die Substanzen aufgrund ihrer negativer Auswirkungen auf Bienen einem EU-Teilmoratorium. In Deutschland besteht seit 2015 ein Einfuhr- und Aussaatverbot von Getreidesaatgut, das mit  Neonikotinoiden behandelt worden ist. ++ (nh/mgn/22.03.18 -081)

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Weniger Fleischverbrauch senkt nur bedingt Treibhausgasemissionen

Leiden/Zürich, 20. Dezember 2017 (ADN). Weniger Fleisch zu essen, bedeutet nicht gleich Entlastung der Umwelt. Das ergibt sich aus einer Studie der Universität Leiden, die am Mittwoch in der „Neuen Zürcher Zeitung“ vorgestellt wird. Die Forscher haben für 37 Länder berechnet, was geschehen würde, wenn die Bevölkerung ihren gegenwärtigen Verbrauch ändert und bei gleichbleibender Kalorienzufuhr so essen würde, wie es die jeweiligen nationalen Ernährungsrichtlinien empfehlen.

Weltweit bringt eine Ernährungsumstellung in den betrachteten Ländern gemäß der Untersuchung positive Effekte für die Umwelt. Pro Jahr könnten bis zu 530 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquvalente sowie bis zu 2,8 Millionen Quadratkilometer Agrarland eingespart werden. Das sind acht Prozent der weltweit genutzten Landwirtschaftsfläche. Vor allem in Australien, Brasilien oder den USA würden die Treibhausgasemissionen durch weniger Fleischkonsum deutlich reduziert. Infolge geringeren Fleischverbrauchs würden weniger Rinder gehalten und die Methanemissionen der Tiere würden sinken. ++ (lw/mgn/20.12.17 – 365)

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Fehlende Transparenz bei Neueröffnung einer Kaligrube

Hildesheim, 30. Oktober 2017 (ADN). Den Fachleuten der Firma KUTEC aus Sondershausen wurden erst 14 Tage vor einem Veranstaltungstermin des Umweltausschusses des Landkreises Hildesheim die nötigen Unterlagen über eine geplante Neueröffnung eines Kali-Grubenbetriebes vom Kasseler Kalikonzern K + S zur Verfügung gestellt. Das  ist viel zu wenig Zeit, um eine realistische Beurteilung des Projektantrags abzugeben. Das kritisierte die dem Vorhaben sehr skeptisch gegenüber stehende Hildesheimer Bürgerinitiative (BI) „Giesen Schacht e.V.“ am Montag in einer Pressemitteilung. Es gebe kaum Transparenz bezüglich des Konzern-Vorhabens, einen in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stillgelegten Schacht in der Nähe von Hildesheim zu revitalisieren. Dennoch habe sich durch die Erläuterungen der Experten herausgestellt, dass der Kalikonzern bei weitem unter den Umweltanforderungen bleibt. Eine geplante Abraumhalde sei im modernen Bergbau gar nicht erforderlich. 

Weiterhin mangelt es an Öffentlichkeit hinsichtlich einer Einleitgenehmigung von Kalilauge in die Innerste, einem Nebelfluss der Leine in Niedersachsen. Dazu heißt es seitens der Bürgerinitiative: „Die zentrale Frage dabei ist, ob eine Verschlechterung der Gewässerqualität eintritt und ob das Verbesserungsgebot der Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt werden kann. Zu diesen Unterlagen erhält weder die Öffentlichkeit noch die BI als Träger öffentlicher Belange laut dem Umweltdezernenten Zugang. Wieso wird die BI dann persönlich zu der Sitzung engeladen ? Ohne die diskutierten Unterlagen einsehen zu können, aber mit eingeschränktem Rederecht.“  ++ (kl/mgn/30.10.17 – 303)

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Hoffnungsvolles Pilotprojekt zur Müllverwertung abgebrochen – Sachsen verweigerte geringe Subventionssumme

Leipzig, 27. Oktober 2017 (ADN). Ein Erfolg versprechendes Pilotprojekt zur vollständigen Wiederaufbereitung des „allerletzten Mülls“ – einschließlich des übelsten Sondermülls aus der Autoindustrie und der Bauwirtschaft – scheiterte in Schwarze Pumpe an der Nichtbewilligung weniger Millionen Euro aus den Kassen des sächsischen Wirtschaftsministeriums. Das sagte Prof. Bernd Meyer vom Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen der Technischen Universität (TU) Bergakademie Freiberg am Freitag auf einer Vortragsveranstaltung der Sächsischen Akademie der Wissenschaften in Leipzig. Das Geld sei benötigt worden, um die alle zwei Jahre zu absolvierende Revision der Behältertechnik der Chemieanlage bezahlen zu können. Da es nicht zur Verfügung gestellt wurde, durfte die Anlage nicht weiter betrieben werden und wurde demontiert. Im SVZ Schwarze Pumpe waren in den 15 Jahren von 1992 bis 2007 vier Millionen Tonnen Abfall rückstandsfrei verwertet worden. Es war eine komplette chemische Verwertungskette, in der Methanol und Strom erzeugt wurden. Zu den Ausgangsstoffen gehörten agglomerierter Kunststoffabfall und Schredderholz, sogar vom Zoll beschlagnahmte Zigaretten und ungültige DDR-Geldscheine landeten im Trichter der Anlage. Heute ist von der zukunftsträchtigen Anlage nichts mehr übrig, so Meyer. Damit wurde ein Projekt abrupt beendet, das einen realistischen Weg aufzeigte, eine geschlossene kohlendioxidfreie Kohlenstoffkreislaufwirtschaft in die Tat umzusetzen.

Die Freisetzung von Kohlenstoff ist bis heute eine der gravierendsten Belastungsfaktoren für Umwelt und Klima – lokal, regional und global. Die gegenwärtig allgemein praktizierte und dominierende Verbrennung von Müll und Abfall ist keine Lösung, sondern nur ein Provisorium, mit dem das generelle Problem verlagert wird. Beim Verbrennen von Müll gelangen erhebliche Mengen an Kohlendioxid in die Atmosphäre. Dieser sogenannten linearen Kohlenstoffwirtschaft haben sich die Betreiber von Müllverbrennungsanlagen verschrieben. Inzwischen sind deren Überkapazitäten derart angewachsen, dass sogar Müll im Ausland aufgekauft wird, um ihn in Deutschland zu verbrennen. Dieses klima- und umweltpolitische Paradoxon wird stillschweigend von Behörden und Politikern hingenommen.

Nunmehr wird jedoch ein neuer Versuch in Leuna unternommen, so Meyer. In vier Jahren dürfte ein auf ähnlichen Technologien fußendes Werk betriebsbereit sein. Es werde dabei auf jede staatliche deutsche Subvention und Einflussnahme verzichtet. Er setze ausschließlich auf privates Kapital, mit dem projektiert, gebaut und betrieben wird. Kapitalgeber aus dem Ausland seien am stärksten interessiert und stünden im Vordergrund. Das größte Engagement sei aus China zu erwarten. Dort ist der Leidensdruck auch besonders hoch. ++ (co/mgn/27.10.17 – 300)

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In Sachen VW-Dieselgate ist Empörung angebracht

Berlin, 16. Juni 2017 (ADN). VW diskriminiert seine deutschen Kunden in einer kaum noch zu überbietenden Weise gegenüber denen in den USA. Schon aus dieser Sicht ist die vielbeschworene westliche Wertegemeinschaft nicht einmal ein Torso, sondern am Ende. Die Zeitung „Der Tagesspiegel“ weist am Freitag darauf hin, dass der deutsche Autokonzern für seinen gigantischen Abgasbetrug in den USA inzwischen 22 Milliarden Euro berappt, währenddessen er seiner europäischen und deutschen Kund- und Anhängerschaft nicht mehr als „vertrauensbildende Maßnahmen“ zumutet. Die Zeitung schreibt dazu weiter: „Kulanz ist die denkbar billigste Lösung, sich aus der Affäre zu ziehen und einen der größten Skandale in der deutschen Unternehmensgeschichte auszusitzen.“ Empörung sei also angebracht. ++ (st/mgn/16.06.17 – 168)

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„Schnauze voll von allgegenwärtiger Plastikpest“ – Stündlich 675 Tonnen Plastmüll im Meer entsorgt

Berlin, 10. Juni 2017 (ADN). Der Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke klinkt sich am Sonnabend in eine Internet-Petition gegen die Plastikflut ein. Er hat die „Schnauze voll von der allgegenwärtigen Plastikpest.“ Wo man hinschaue, sei es sichtbar – in Plastik eingeschweißtes Biogemüse oder der ganze Plastikmüll im Meer, am Strand, am Straßenrand, am Flussufer. 

Zum Zeitpunkt der Jaenicke’schen Intervention waren bereits mehr als 68.000 Unterschriften eingesammelt. Die von Martin Plothe initiierte Bittschrift, die letztlich Bundeskanzlerin übergeben werden soll, verweist auf ungeheure Folgen des Plastik-Wahns. So braucht allein eine Plasteflasche 450 Jahre, bis sie vollständig abgebaut ist. Stündlich werden 675 Tonnen Plastikmüll in die Weltmeere gekippt. Sie stehen im Zentrum dieser globalen Umweltkrise, an der die Politik bisher schweigend vorbeigesehen hat. Erst gestern, viel zu spät, war die allererste UN-Ozean-Konferenz in New York mit wohlklingenden Erklärungen zuende gegangen. Doch es fehlt der nationale Willen. Die Bundesrepublik Deutschland, die sogar mit einem Vertragsverletzungsverfahren der EU hinsichtlich der Ausweisung von Meeresschutzgebieten konfrontiert ist, war sogar mit drei Ministerien – Umwelt, Landwirtschaft und Entwicklungshilfe – vertreten.

Völkerrechtlich ist eine gemeinsame Verwaltung der Meere schwierig, weil die Küsten unter der Hohheit der Nationalstaaten mit einem Abstand von 200 Seemeilen stehen. In diesen Zonen existieren exklusive Rechte zur Ausbeutung der Ressourcen seitens der jeweiligen Staaten. Jahrzehntelanger Kampf oder – besser formulert – Krampf sind abzusehen. Und das, obwohl es längst – seit 1982 – ein internationales Seerechtsübereinkommen (SRÜ) gibt, das den Schutz der Meere regelt. ++ (uw/mgn/10.06.17 – 162)

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Chinas Wirtschaft auf Pirsch nach Lateinamerika – 36 Vereinbarungen über 53 Milliarden Dollar nur mit Brasilien

Havanna/Peking, 24. Februar 2017 (ADN). Im Schatten des zunehmenden Zerwürfnisses zwischen EU-Europa und den USA befindet sich Chinas Wirtschaft klammheimlich und erfolgreich auf Pirsch nach Lateinamerika. So sind im vergangenen Jahr die chinesischen Direktinvestitionen auf dem Subkontinent um 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr  auf einen Gesamtbetrag von 29,8 Milliarden Dollar gestiegen. Darüber informiert das Nachrichtenportal amerika21.de am Freitag aus Havanna unter Berufung auf die kubanische Tageszeitung „Granma“ und auf einen Report aus dem chinesischen Handelsministerium. Zur Bilanz zählen Finanzierungen sowie Wissens- und Technologietransfers. Der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge haben sich die Investionen weiter aufgefächert und neben traditionellen Bereichen wie Energie, Bergbau und Infrastruktur auch Sektoren wie Landwirtschaft, verarbeitende Industrie, Informatik, Lufttransport, elektronischer Handel und Dienstleistungen erfasst und dynamisiert. Der Ministeriumsbericht hebt hervor, dass lateinamerikanische Besonderheiten berücksichtigt werden unter dem Motto „gegenseitiges Lernen und gemeinsame Entwicklung“. Es gebe eine „pragmatische Zusammenarbeit“ und wechselseitige Ergänzung beider Partner.

Nach einem vor einigen Tagen von RT Deutsch veröffentlichten Bericht aus Montevideo ist China in vielen Ländern Lateinamerikas inzwischen der größte Wirtschaftspartner. Allein mit Brasilien hat im Jahr 2015 der chinesische Premierminister 36 Vereinbarungen im Werte von 53 Milliarden Dollar unterzeichnet. Kritiker sähen jedoch Ungleichgewichte in den Tauschgeschäften. Lateinamerikas heimische Industrie werde durch Importe chinesischer Manufakturwaren benachteiligt. Zudem gebe es Land- und Umweltkonflikte. „Länder wie Mexiko, Kolumbien oder Peru haben weite Teile ihres Staatsgebietes mittels Bergbaukonzessionen unter kolonial anmutenden Bedingungen an Weltkonzerne verhökert. Mexiko hat privaten Unternehmen beispielsweise 30 Prozent seines Staatsgebiets zur Ausübung von Schürfrechten freigegeben“. In Peru seien es 25 Prozent, in Kolumbien gar die Hälfte des Landes. Auch chinesische Firmen seien wie andere ausländische Unternehmen in soziale Auseinandersetzungen gegen Umweltbestimmungen verwickelt. ++ (wi/mgn/24.02.17 – 052)

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Wissenschaftler fordern unabhängige Forschung zu Umwelthormonen und UNO-Kontrolle

Paris, 30. November 2016 (ADN). Die französische Tageszeitung „Le Monde“ hat am Mittwoch einen offenen Brief von 100 Wissenschaftlern veröffentlicht. Die Unterzeichner des Schreibens fordern, die Forschung zu Umwelthormonen unter UNO-Aufsicht zu stellen und damit deren Unabhängigkeit zu schützen. Der Hauptvorwurf der Wissenschaftler besteht darin, dass die Industrie versuche, strengere Richtlinien für Untersuchungen, Produktion und Einsatz dieser endokrinen Stoffe zu verhindern. Dazu kaufe sie wissenschaftliche Gutachten und Forscher, die vorliegende Analysergebnisse verdrehen. Die Industrie verzerre mit diesen Methoden die wissenschaftliche Debatte und erwecke den Eindruck, dass bestimmte Erkenntnisse nicht gesichert sind.

Im Juni dieses Jahres legte die EU-Kommission Kriterien vor, um sogenannte endokrine Desruptoren (EDC) in Pflanzenschutzmitteln und in Bioziden zu identifizieren. Daraufhin hatten einige deutsche Einrichtungen wie das Umweltinistitut München und Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN) mit einem Appell an die Bundeministerien für Umwelt und Landwirtschaft reagiert. Darin wird festgestellt, dass die neuen EDC-Kriterien auch keinen Schutz für Mensch und Umwelt bieten.  

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind bis zu 800 endokrine Stoffe bekannt bei denen eine endokrine Wirkung nachgewiesen oder vermutetet wird. Es handelt sich dabei um Chemikalien, die beispielsweise in Plastikflaschen, Kosmetika, Spielzeug und Kassenbons enthalten sein können. Zu den von ihnen ausgehenden langfristigen Gefährdungen gehören Unfruchtbarkeit und die Transformation des menschlichen Geschlechts. ++ (ch/mgn/30.11.16 – 327)

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