Banken beuten verwaiste Depots aus – Zwischen zwei und neun Milliarden Euro auf nachrichtenlosen Konten

Karlsruhe, 31. August 2017 (ADN). Als nachrichtenlos werden Konten bezeichnet, wenn über ein paar Jahre kein Kontakt zum Besitzer besteht und Post als unzustellbar wieder bei der Bank landet. Gegenwärtige Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland zwischen zwei und neun Milliarden Euro auf solchen Konten schlummern. Die Wahrheit dürfte irendwo dazwischen liegen, berichtet die jüngste Ausgabe der „WirtschaftsWoche“ weiter. „Weil immer mehr Menschen ihre Konten online führen und sie den Wohnort häufiger wechseln, dürften in den nächsten Jahren noch viel mehr Konten nachrichtenlos werden“, vermutet das wöchentlich erscheinende Wirtschaftsmagazin. Beispielhaft nennt es die Sparkasse Dortmund. Dort sei die Zahl der nachrichtenlosen Konten seit Anfang 2016  um 50.000 auf insgesamt 250.000 gewachsen. Exakte Zahlen für sämtliche Banken gebe es nicht. Das Geld werde dem Wirtschaftskreislauf unbemerkt entzogen. Es handele sich um Vermögen, über das viele Banken lieber nicht reden, weil sie daran verdienen.

Aufgrund von Informationen aus Insider-Kreisen werden weitere fragwürdige Umgangsweisen mit nachrichtenlosem Vermögen bekannt. So gibt es Depots, bei denen längst klar war, dass der Inhaber verstorben ist. Die Bank verdiente weiter durch Provisionen daran. Ein Insider lässt wissen: „Wenn wir noch Erträge brauchten, haben wir die eben umgeschichtet und noch ein paar Wertpapiere hin- und hergehandelt“.

Dem Bericht zufolge nutzen einige Banken das Geschäft mit den vergessenen Konten der Toten gleich doppelt. Einerseits könnten sie deren Spareinlagen in Form von Krediten weiterreichen. Zudem ließen einige Institute die Kontoführungsgebühren scheinbar endlos weiterlaufen. So kassiere die Ostsächsische Sparkasse Dresden Gebühren, solange das Konto existiert. Erst wenn es es ins Minus rutscht, wird es gekündigt. Der ehemalige Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen, Norbert Walter-Borjahns, beurteilt diese Vorgehensweisen klar: Banken bereichern sich mit Geld, das ihnen nicht zusteht. ++ (fi/mgn/31.08.17 – 244)

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Elektrifizierung auf Schwedisch – Energie für Garten-Maschinenpark aus der Steckdose

Stockholm/Berlin, 30. August 2017 (ADN). Schweden elektrifiziert den Gartenmaschinenpark auf leisen Sohlen. Ohne das Getöse, mit der in Deutschland die Elektromobilität auf zahlreichen politischen Bühnen herbeigeschrien wird, erobern sich die Nordeuropäer mit ihrem Spitzenunternehmen Husqvarna die Herzen der Gärtner, Laubenpieper, Forstleute und Kleinbauern still und leise. Wie  geräuschlos und doch wirkungsvoll diese Erstürmung des deutschen Marktes vonstatten geht, demonstriert der Akku-Experte des schwedischen Konzerns, Andreas Weber, am Mittwoch auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA) in Berlin. Kurz, knapp und prägnant stellt er überzeugend die Vorteile und Qualitäten der von Kraftstoff auf Elektroenergie umgestellten Gartentechnik-Palette dar. Sie reicht von der Heckenschere über die Kettensäge bis zur Mähmaschine. Weber demonstriert  anhand von Vergleichszahlen unschlagbare Vorzüge der elektrisch betriebenen Motoren gegenüber den Benzinantrieben. So kostet die Akkuladung einer Heckenschere mit 0,06 Euro gegenüber 2,45 Euro für eine Tankfüllung benzingetriebener Aggregate bei gleicher Leistung ein Vielfaches weniger. Bei 600 Ladungen ergibt sich ein Kostenvorsprung für die Akku-Geräte gegenüber Benzinmotoren von 1.276 Euro. Als günstig beim Geräteeinsatz erweisen sich zudem das geringere Eigengewicht, der niedrige Geräuschpegel und die Emissionslosigkeit. ++ (wi/mgn/mgn/30.08.17 – 243)

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Wahlplakate ohne Sinn und Verstand – Nichtssagend, kostenträchtig, unnütz

Frankfurt am Main, 29. August 2017 (ADN). Mit ihrer Werbung strapazieren die Parteien nicht nur die Intelligenz der mündigen Bürger. Manchmal verraten sie auch ihre wahren Absichten. Das schreibt Hugo Müller-Vogg am Dienstag im Portal http://www.tichyseinblick.de und fällt damit ein wohl noch zu mildes Urteil. Die von ihm  herausgegriffenen Beispiele betreffen alle etablierten Parteien. „Bildung darf nichts kosten. Außer etwas Anstrengung“, heißt es bei der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Wer von den Schulranzen-Trägern nur „etwas Anstrengung“ verlangt – so Müller-Vogg – , gebe das Leistungsprinzip auf und verabschiede sich von der Leistungsgesellschaft.

Die Wirkung des massenhaften Sprüche-Klopfens ist ohnehin fast Null. Der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim stellt fest, dass Plakate die Einstellungen der Wähler kaum ändern. Viele Menschen seien früher oder später von diesen Plakaten – insbesondere die mit den Köpfen – genervt.     

Zu den nichtssagenden und unnützen Werbe-Parolen der Parteien tritt der völlig überzogene Kostenaufwand hinzu. Übersetzt kann von Geldverschwendung gesprochen werden. Eine Werbefläche kostet in Berlin, wo allein die Christlich Demokratische Union (CDU) rund 700.000 Plakate installiert, zwischen 3,20 und 46,70 Euro pro Tag. Die Preisschwankung wird von Standort, Format, Beleuchtung, Dauer und der Entfernung zu den Verkehrsströmen bestimmt. Eine Firma bietet eine Fläche in der Berliner U- oder S-Bahn für 3.872 Euro  im Zeitraum von fünf Tagen an.  Diese Position erreicht in Stuttgart bereits 8.126 Euro. ++ (wl/mgn/29.08.17 – 242)

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Alexander Dobrindt – Blender auf der Überholspur

Berlin, 28. August 2017 (ADN). „Dieser Minister diskreditiert den Staat und den Markt zugleich. Er ist ein Blender auf der Überholspur.“ Dieses Zertifikat der Unfähigkeit stellt Jochen Arntz von der „Berliner Zeitung“ dem Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt in der Montagausgabe des Blatts aus und empfiehlt, diesen Bundespolitiker aus dem Verkehr zu ziehen. Dass es geschieht, dürfte  unwahrscheinlich sein. Knapp vier Wochen vor der Bundestagswahl ist es zudem überflüssig. Es würde nur ein schwaches Signal setzen. Grund der Erregung ist die privat errichtete Autobahn A1 Mobil in Norddeutschland. Die Szenerie wird von der „Berliner Zeitung“ beschrieben: 2Das Konsortium, in dem Banken und Baukonzerne vertreten sind, verklagt die Bundesrepublik Deutschland abzüglich aller geleisteten Zahlungen auf 645 Millionen Euro. Die Krise begann bereits wenige Monate nach Inkrafttreten des Konzessionsvertrages 2009. Alexander Dobrindt weiß seit vier Jahren davon, dass das Konsortium am Rande der Pleite steht.“ 

Der ganze Vorgang, dass Dobrindt seit Jahren vom Scheitern seiner Neubau-Projekte  und deren permanenter Insolvenzgefahr wusste, ist für den Politik-Betrieb symptomatisch. Insofern ist der Vorhalt, dass der Minister die Misere kennt, aber die Öffentlichkeit dennoch nicht informiert, kein ungewöhnlicher Zustand.  Allein das belegt, wie weit der Zerfallsprozess der Staatsstrukturen vorangeschritten ist.  ++ (vk/mgn/28.08.17 – 241)

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Erinnerung an legendären Arbeitskampf – Glutnester des Hungerstreiks sind existent

Bischofferode, 27. August 2017 (ADN). An den Aufsehen erregendsten Arbeitskampf nach der deutschen Wiedervereinigung erinnert das Wirtschaftsmagazin „brand eins“ in seiner aktuellen August-Ausgabe. Der Streik fand im thüringischen Bischofferode statt. Dabei verweigerten Kalibergleute sogar die Nahrungsaufnahme und mussten schließlich wegen Körperschwäche ins Krankenhaus gebracht werden. Der Hungerstreik erreichte bundes- und weltweit höchste Aufmerksamkeit. Er rückte die mit Brachialgewalt ausgeübte Tätigkeit der Treuhandanstalt, die mehrere tausend volkseigene Betriebe der DDR mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln privatisierte, in ein äußerst fragwürdiges Licht.

Der unter dem Siegel „Vergessene Helden“ subsummierte Beitrag lässt durchaus darauf schließen, dass noch Glutnester der heftigen Proteste  gegen die rücksichtslose Vernichtungsmaschinerie der Treuhand existieren. Da die betroffenen Menschen der „Schrottpresse“ der DDR-Wirtschaft – rein physisch gesehen – entgehen konnten, sind deren Gedanken immer noch mit den Hintergründen dieses wirtschaftlichen Zusammenbruchs beschäftigt. „Heute ist klar, dass von Anfang an keine Rolle spielte, ob irgendjemand das Bergwerk hätte retten können. Es durfte keine Zukunft haben. Die Kaligrube ‚Thomas Müntzer‘ war Spielball eines großen Deals geworden, in dem es um ‚Marktbereinigung‘ ging. Im Zuge einer deutsch-deutschen Fusion sollten die ostdeutschen Kaligruben mit den Bergwerken der in Kassel ansässigen BASF-Tochter Kali und Salz (K + S) zu einem gesamtdeutschen Monopolisten verschmolzen werden“, schreibt das Wirtschaftsmagazin. Die Arbeiter hätten von ihrer Gewerkschaft keine Unterstützung erhalten. im Gegenteil. Die IG Bergbau und Energie habe in Kassel sogar eine Demonstration für die Schließung von Bischofferode organisiert. Nicht jeder habe seinen Frieden gemacht. Auch 24 Jahre danach hätten nicht alle damit abgeschlossen. Weitere Kapitel des legendären Hungerstreiks könnten folgen. Soziale Vulkane benötigen nicht hundert oder tausend Jahre, um erneut auszubrechen. ++ (so/mgn/27.08.17 – 240)

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Al Gore: Klimawandel schwer vermittelbar

Berlin, 26. August 2017 (ADN). Wenn eine Geschichte schwer zu vermitteln ist, wie manchmal der Klimawandel, dann berichten Journalisten seltener darüber. Darauf wies der ehemalige USA-Vizepräsident und Klimaaktivist Al Gore in einem Interview hin, das die „Berliner Zeitung“ am Sonnabend veröffentlichte. Beispielsweise habe es gerade die dritte USA-Präsidentschaftswahl gegeben, in der bei den TV-Debatten keine einzige Frage zur Klimakrise gestellt worden ist, obwohl es sich um das schlimmste Dilemma handelt, mit dem die Menschheit konfrontiert ist. Demgegenüber gebe es stündlich Werbung von Öl- und Kohlefirmen, die sagen, dass alles gut sei und kein Grund zur Sorge bestünde. 

Trotz sichtbarer Rückschläge in der Klimapolitik der USA gibt es ermutigende Signale. Gore nennt sogar ökonomische Einsichten, die für einen Kurswechsel sprechen. So stelle der Bürgermeister der Stadt Georgtown in Texas – ein Trump-Unterstützer – seine Stadt gerade auf 100 Ökostrom um. „Nicht aus Überzeugung, sondern um Geld zu sparen“, so Gore.  ++ (kl/mgn/26.08.17 – 239)

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Autobahn-Güterverkehr vor dem Kollaps

Frankfurt an der Oder/Berlin, 25. August 2017 (ADN). Der Güterverkehr auf Deutschlands Autobahnen nimmt unaufhörlich zu. Demnächst dürfte er kollabieren, prophezeit die „Märkische Oderzeitung“ (MOZ) am Freitag. Hauptursache seien fehlende Stellplätze für die Lastkraftwagen.Schon 2008 habe das Bundesverkehrsministerium einen zusätzlichen Bedarf von 14.000 Stellplätzen an den Autobahnen errechnet. Einer aktualisierten Erhebung zufolge fehlen noch 11.000 Parkplätze, obwohl nach Angaben des zuständigen Bundesministeriums allein dieser Legislaturperiode 6.000 neue gebaut wurden.

Nach den Worten von Marcus Hover vom Verband der Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalens (NRW) handelt es sich um ein Hase-und-Igel-Spiel. Die Parkplatzfrage in naher Zukunft zu lösen, sei fast unmöglich. Prognosen besagen, dass der Güterverkehr auf der Straße von 2010 bis 2030 um 39 Prozent wachsen wird. Allein in NRW fehlen 4.000 Parkplätze, in Baden-Württemberg 2.000 und in Brandenburg 900. Ronald Garisch, Geschäftsführer der internationalen Spedition Euba Logistik aus Angermünde (Uckermark) beschreibt die Lage kurz und knapp: „Unsere Branche ist kaputt“. Es gebe keine richtige Lobby, die Druck macht. ++ (so/mgn/25.08.17 – 238)

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