Wandernde Wälder

Erfurt, 26. April 2019 (ADN).  Wälder wandern mit einer Geschwindigkeit von etwa 100 Metern pro Jahr. Diese für den Laien überraschende Erkenntnis verbreitete am Freitag der Mediendienst der Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) ThüringenForst aus Erfurt. Die Wanderung erfolge durch das Verbreiten von Samen und Früchten der Bäume. So können Wälder ihr angestammtes Verbreitungsgebiet verlassen. Mit den milderen Jahreszeiten, als Folge eines natürlichen Klimawandels, wanderte zum Beispiel die Birke, Kiefer oder Eiche aus eiszeitlichen Rückzugsräumen  im Süden langsam gen Norden. Diese natürlichen Klimaveränderungen hätten weitere Baumarten erfasst. So seien in Mitteldeutschland völlig neue Lebensräume  und eine nahezu flächenendeckende Waldbestockung entstanden. Bäume, die am Ende der Eiszeit nur im Mittelmeerraum heimisch waren, seien es auch heute 1.000 Kilometer weiter nördlich. Auch der Mensch griff und greift ein. So begannen die Römer vor ungefähr 2.000 Jahren, die Esskastanie und die Walnuss nach Deutschland zu bringen. ++ (nh/mgn/26.04.19 – 114)

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Bergmännischer Raubbau identisch mit Klimawandel – Erdbeben-Gedenkfeier in der Rhön

Völkershausen/Rhön,  16./17. März 2919 (ADN). Bei Gedenkveranstaltungen an das von Menschenhand in der Rhön durch die Kaliindustrie vor dreißig Jahren verursachte Erdbeben erinnerten sich die Einwohner der seinerzeit am stärksten betroffenen Gemeinde Völkerhausen der einzigartigen Katastrophe und deren dramatischer Folgen. Bei einem zentralen Gedenkgottesdienst forderte Ortsbürgermeister Stefan Schramm eindringlich, dass Bergbau nicht zu Raubbau führen dürfe. Vor dreißig Jahren seien bei dem Gebirgsschlag  binnen zwölf Sekunden 3.200 blankgeschälte Stützpfeiler unter Tage wie Streichhölzer zusammengeknickt und hätten ein Beben von 5,6 Punkten auf der Richter-Skala ausgelöst.  Ein solcher Raubbau an der Natur sei genauso bösartig wie der vom Menschen verursachte Klimawandel. Dieses historisch einschneidende Ereignis sei durchaus vergleichbar mit der im Herbst 1989 vonstatten gegangenen Friedlichen Revolution und dem am 11. September in New York gewaltsam zum Einsturz gebrachten Zwillings-Hochhäuser. ++ (nh/mgn/17.03.19 – 075)

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Klimawandel im Bewusstsein der Menschen angekommen

Potsdam, 31. Dezember 2018 (ADN). Im Jahr 2018 sind die Emissionen weltweit gestiegen. Das haben die Menschen erkannt, sagte der Potsdamer Klimaforscher Hans-Joachim Schellnhuber am Montag im Interview mit dem Deutschlandfunk. Ein Bewusstseinswandel sei eingekehrt. Die vielen extremen Wetterereignisse auf der Nordhalbkugel in diesem Jahr hätten zu einer neuen Wahrnehmung der Gefahren durch den Klimawandel geführt. Es gebe „Konjunkturzyklen der Aufmerksamkeit und Besorgnis“. Das habe er in den vergangenen 30 Jahren festgestellt. „In diesem Jahr spüre ich, dass sich die Menschen große Sorgen machen, dass sie nicht mehren hinnehmen wollen, dass es weiter so wie bisher uns an den Rand unserer Zivilisation führen wird und dass wir den jungen Menschen schuldig sind, ihnen die Zukunft zu bewahren, statt sie ihnen zu stehlen.“ Nötig sei ein Ende der Kohleverstromung. Gleiches gelte für den Verbrennungsmotor und die industrielle Landwirtschaft.  ++ (kl/mgn/31.12.18 – 344)

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Neue Instrumente gegen Insektensterben

Leipzig/Bonn, 17. November 2018 (ADN). Forschungsergebnisse von Biologen der Universitäten Leipzig und Bonn könnten Gravierendes zur gezielten Bekämpfung von Schädlingen und zum Erhalt der Biodiversität beitragen. Wie die Universität Leipzig am Freitag weiter mitteilt, haben die Entwicklungsbiologen der beiden Hochschulen die Taufliege (Drosophila melanogaster) als Modelltier für die Untersuchung von Insektengenen während der Entwicklung herangezogen. Wird bei den Fliegen das Gen Obstructor-A inaktiviert oder sogar eliminiert, bleiben die Larven klein. „Es findet kein Wachstum mehr statt, zudem wird der Chitinpanzer brüchig. Dies führt zur Austrocknung und zur Besiedlung durch Krankheitserreger, weshalb die Tiere schon frühzeitig sterben“, sagt Privatdozent Dr. Matthias Behr vom Institut für Biologie der Universität Leipzig. 

Die grundlegend neuen Erkenntnisse ermöglichen es, einerseits die Verbreitung von Schadinsekten zu kontrollieren und zu steuern, andererseits Nutzinsekten wie Honigbienen zu schonen. Damit steht dem Instrumentenkasten ein neues Werkzeug zur Verfügung, der im Oktober dieses Jahres auf dem 9. Nationalen Forum zur biologischen Vielfalt in Gestalt des „Aktionsprogramms Insektenschutz – Gemeinsam wirksam gegen das Insektensterben“ in Marsch gesetzt wurde. Was bislang gegen das Insektensterben getan wurde, ist alles andere als vorausschauend. Es reduzierte sich auf späte, oft zu späte Reaktionen derer, die an den Hebeln der Macht sitzen.  ++ 301)

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Schnelles Wiederaufforsten verlangsamt Klimawandel

Berlin, 25. September 2018 (ADN). Menschen, die sich zuvor wie hoffnungslose Opfer von Armut und Klimawandel gefühlt haben, erkennen, dass sie es zum großen Teil selbst in der Hand haben, sich eine bessere Zukunft zu schaffen. Das erklärte der Träger des Alternativen Nobelpreises, Tony Rinaudo, in einem am Dienstag in der Tageszeitun g „neues deutschland“ (nd) veröffentlichten Interview. Der Preisträger aus Australien bezieht das auf die von ihm entwickelte Wiederaufforstungstechnik und die damit angewandte Methode (FMNR), mit der ausgetrocknete und Böden und Wüsten besonders rasch zu begrünen und zu bewalden. Die Technik ermögliche es, das Potential des Klimawandels tatsächlich zu verlangsamen. „Wenn Bäume wachsen, speichern sie Kohlendioxid und binden kohlenstoff in Wurzeln, Stämmen, Ästen und Blättern.“ FMNR sei auf mehreren zehn Millionen Hektar auf der ganzen Welt anwendbar. Armut könne auf diwese Weise stark reduziert werden. Als Beispiel nannte Rinaudo den afrikanischen Staat Niger, einem der ärmsten weltweit. Dort sei FMNR in den vergangenen 35 Jahren auf sechs Millionen Hektar ausgedehnt worden und habe dazu beigetragen, das Bruttonationaleinkommen um schätzungsweise rund 900 Miillionen Dollar zu steigern.  ++ (nh/mgn/25.09.18 – 248)

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Ursachenforschung zum Vertrauensverlust der Medien

Leipzig, 17. August 2018 (ADN). Der Medienwissenschaftler Uwe Krüger von der Universität Leipzig hält es für notwendig, die Kommunikationswissenschaft zu revolutionieren. Das fordert er in seiner jüngsten Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Publizistik“. Darauf weist die Universität Leipzig am Freitag in einer Pressemitteilung hin. „Die einen rufen Lügenpresse, die anderen rufen Verschwörungstheoretiker“. Es sei ein Schlagabtausch zwischen rechten und linken Lagern mit dem Mainstream. Denn sie stünden den etablierten Medien zunehmend kritisch bis ablehnend gegenüber. Die Mainsteam-Medien würden von der Regierung kontrolliert, sagten die einen, Journalisten steckten mit den politischen Eliten unter einer Decke, wüssten die anderen. Beide Seiten stützten sich auf die Krüger’schen Forschungsergebnisse. Er selbst meint, damit keine Probleme zu haben. „Natürlich pickt sich jeder nur die Fakten heraus, die die eigene Argumentation stützen. Aber es herrscht Meinungsfreiheit.“ Er persönlich sehe das als Anstoß für einen notwendigen Diskurs. Nach seiner Untersuchung der Nähe von namhaften Journalisten zu politischen und wirtschaftlichen Eliten stellt er die These auf: Die Leitmedien geben oft nur den Diskurs des Establishments wieder, schauen aber nicht darüber hinaus und hinterfragen nicht kritisch.

Die Kommunikationswissenschaft muss nach den Worten von Krüger auf diese Entwicklung reagieren. „Neben einem kritischen Journalismus brauchen wir auch eine kritisch-konstruktive Kommunikationswissenschaft. Wir müssen uns den Fragen zuwenden, die für eine Gesellschaft insgesamt relevant sind und müssen uns stärker in die öffentliche Diskussion einbringen“, fordert er. Viel weitreichender seien die Herausforderungen des Klimawandels und der Demokratieerosion, die mit einer wachsenden Ungleichheit und einer Bedrohung von Partizipation und Rechtsstaatlichkeit einhergeht. Dazu veröffentlichte er zusammen mit Prof. Michael Meyen von der Universität München den Artikel „Auf dem Weg in die Postwachstumsgesellschaft. Plädoyer für eine transformative Kommunikationswissenschaft“.  ++ (me/mgn/17.08.18 – 209)

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Klimaklagen von zehn Familien beim EuGH

Bonn, 25. Mai 2018 (ADN). Zehn Familien haben gegen die EU-Politik beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) eine Sammelklage eingereicht. Darüber informiert am Freitag aus Bonn die entwicklungspolitische Organisation Germanwatch, die die Klage unterstützt. Sie wollen ambitioniertere Klimaziele erzwingen. Die Kläger fordern eine Reduktion des Kohlendioxidausstoßes um mindestens 50 bis 60 Prozent gegenüber dem Stand von 1990. Andernfalls sehen sie ihre Grundrechte in Gefahr. Das Recht auf Berufstätigkeit, Gesundheitsschutz und das Eigentumsrecht sei andernfalls beeinträchtigt.  ++ (ju/mgn/25.05.18 – 146)

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