EU-Strategie zum Waldschutz beschlossen

Brüssel/Berlin, 23. Juli 2019 (ADN). Die Europäische Kommission (EU) will den Wald besser schützen. Dazu wurde am Dienstag in Brüssel eine umfassende Strategie beschlossen, teilte die EU-Vertretung in Deutschland mit. Es wurden fünf Prioritäten festgelegt. So sollen nachhaltigere Landnutzungspraktiken stärker finanziell unterstützt, aussagekräftigere Informationen über Wälder gewonnen und gegen Entwaldung vorgegangen werden.

Nach den Worten von EU-Vizekommissionspräsident Frans Timmermans sind die Klimaziele nur so zu erreichen. Wälder seien die grünen Lungen des Planeten und müssten genauso gepflegt werden wie die eigenen Lungen. Zwischen 1990 und 2016 sei ein Verlust von 1,3 Millionen Quadratkilometern Wald eingetreten. Das entspreche etwa 800 Fußballfeldern pro Stunde. Grund der schrumpfenden Forstfläche sei die Nachfrage nach Lebens- und Futtermitteln, Biokraftstoffen, Holz und anderen Rohstoffen.

„Trotz der bereits unternommenen Anstrengungen sind die Wälder nach wie vor geschwächt. Daher muss Europa stärker und wirksamer handeln, um die Wälder zu schützen und wiederherzustellen. Die Entwaldung hatla. verheerende Auswirkungen auf die biologische Vielfalt, das Klima und die Wirtschaft“, sagte EU-Umweltkommissar Karmenu Vella. ++ (eu/mgn/23.07.19 – 206)

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Ab sofort Klimaschutzpolitik ohne Symbolik

Berlin, 24. März 2019 (ADN). Eine Klimaschutzpolitik ohne Symbolik ab sofort kündigte Bundesumweltministerin Svenja Schulze am Sonntag im Deutschlandfunk an. Bisher sei in Sachen Klimaschutz zu wenig passiert. Den Sonntagsreden folge montags in der Regel Untätigkeit. Mit dem geplanten Klimaschutzgesetz werde sich das ändern. Die bis 2030 gesetzten Ziele würden jetzt energisch angegangen. Jedes betroffene Politik-Ressort habe nun konkrete Schritte zu veranlassen und zu verantworten. Dem diene das nun Klimaschutzkabinett genannte Gremium.  ++ (kl/mgn/24.03.19 – 082)

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Zukunftsforscher überraschend optimistisch – Neuer Öko-Realismus bricht aus

Düsseldorf, 20. März 2019 (ADN). Die Zukunftsforscher Matthias Horx und Daniel Dettling zeigen sich in einen Gastbeitrag für das „Handelsblatt“ am Mittwoch überraschend optimistisch. Es gebe Grund zum Öko-Realismus, statt in kollektive Angst- und Katastrophenstarre zu verfallen. Die große Mehrheit der Bürger wolle deutlich mehr Klimaschutz. Das letzte Jahr habe einen wichtigen Meilenstein in der Klimawende markiert.  Der Anteil der Erneuerbaren habe mit 40 Prozent am Strommix in Deutschland einen neuen Rekord erreicht. Es sei noch nicht lange her, als die Stromriesen vorrechneten, dass mehr als zehn Prozent nie möglich wären – Solar und Wind viel zu „schwache“ Energien für ein nördliches Land wie Deutschland seien. Die deutsche Autoindustrie, die  den Wandel lange ignoriert hat, denke jetzt radikal um. Der „Dieselsünder“ VW steige ins regenerative Energiegeschäft ein, experimentiere mit Carsharing und beeile sich, eigene Ladenetze zu errichten. Plötzlich gehe alles sehr schnell.

Nach Meinung der Zukunftsforscher sind die Städte des europäischen Nordens die Vorreiter dieser Entwicklung. Sie machten vor, wie die Energiewende mit einer steigenden urbanen Lebensqualität gekoppelt werden kann. Kopenhagen und Amsterdam hätten den Autoverkehr weitgehend reduziert – im Einvernehmen mit den Bürgern und zu ihrer weitgehenden Freude. In Deutschland jedoch stagniere der Anteil der Radfahrer, weil die Wege zu gefährlich sind. Im Rad- und Nahverkehr gehöre Deutschland zu den Entwicklungsländern in Europa. Dabei seien Radfahrer Umfragen zufolge die glücklichsten Verkehrsteilnehmer.

Die beiden „Futuristen“ erläutern weitere Entwicklungsprozesse, auf deren Grund eine Klimakatastrophe nicht kommt. Ihre Prognose lautet: Der „Carbon-Peak“, der Gipfel des globalen Kohlendioxid-Ausstoßes, wird schon in den nächsten zehn Jahren erreicht. Im Jahr 2050 werde das Wort „Klimakatastrophe“ aus dem öffentlichen Wortschatz verschwunden sein. ++ (kl/mgn/20.03.19 – 078)

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Klimapolitisches Musterdorf

Nienburg, 7. Dezember 2018 (ADN). In der niedersächsischen Gemeinde Steyerberg bei Nienburg wird ein mustergültiges Projekt in Angriff genommen. Bis zum Jahr 2020 soll in dem Ort, der nur 5.321 Einwohner hat, das größte Fernwärmenetz im ländlichen Raum mit 420 Anschluss-Stellen entstehen. Wie der Deutschlandfunk am Freitag weiter berichtet, handelt es sich um die kleinste sogenannte Masterplan-Kommune, die bei der Nationalen Klimaschutz-Initiative mitmacht. Steyerberg sei ein klimapolitisches Musterdorf. Die Gemeinde mit ihren acht Ortsteilen will Deutschlands Klimaschutz-Ziele im Kleinen umsetzen. ++ (kl/mgn/07.12.18 – 321)

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140 Oberlausitzer Dörfer fielen der Braunkohle zum Opfer – Kolumbien exportiert 95 Prozent seiner Kohle

Leipzig, 28. Juli 2018 (ADN). Mit einer Kundgebung eröffneten Umwelt- und Klimaschützer aus vielen Teilen der Bundesrepublik im Stadtzentrum von Leipzig das erste sogenannte Klimacamp in der Region des Mitteldeutschen Braunkohlebergbaus. Erster Redner war der Sprecher der Initiative „Pro Pödelwitz“, Jens Hausner. Die Bewohner des kleinen Ortes Pödelwitz sollen zwangsenteignet, ihre Häuser abgerissen und der gesamte Ort abgebaggert werden, um die Braunkohle im nahegelegenen Kraftwerk Lippendorf zur Energiegewinnung zu verbrennen. Und das, obwohl die unter Pödelwitz liegende Kohle eigentlich gar nicht benötigt wird. Deshalb, so Hausner, dürfe die sächsische Landesregierung keine Genehmigung für die bis zum Jahr 2040 reichenden Förderpläne der MIBRAG erteilen. Er forderte die Stadtwerke Leipzig auf, von dem Energieabnahmevertrag mit der MIBRAG zurückzutreten.

Aus dem Nachbarland Tschechien solidarisierte sich ein Vertreter der dortigen Klimaschützer und Kohlegegner mit der Initiative der Pödelwitzer Einwohner. Edith Penk aus der sorbischen Oberlausitz beklagte, dass in den vergangenen 100 Jahren fast 140 Dörfer der Braunkohle zum Opfer gefallen sind. Dadurch sei die seit 1.500 Jahre in dieser Region siedelnde sorbische Bevölkerung erheblich dezimiert worden. Es dürfe nun keines ihrer Heimatdörfer mehr abgebaggert werden. Die Landschaft müsse den nachfolgenden Generationen ohne weitere Schädigung übergeben werden,  so die elffache Großmutter und zehnfache Urgroßmutter. Auch die derzeitigen Hitzewellen seien ein Ergebnis des radikalen Raubbaus.

Eine besonders leidenschaftliche Ansprache hielt Narlis Guzman Angulo aus Kolumbien. Sie kommt aus einem riesigen Kohlefördergebiet ihres Landes. Bevor die große Abbau-Maschinerie der Rohstoffkonzerne in den 90er Jahren anrollte, wurde in den 80er Jahren die Kohle noch per Hand gewonnen. In den Jahren 1996 bis 2006 hätten 55.000 Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Der Raubbau kostete 3.000 Menschenleben. 500 Menschen verschwanden spurlos. Dabei komme die Kohleförderung gar nicht der einheimischen Bevölkerung zugute. 95 Prozent der in Kolumbien abgebauten Kohle werde ins Ausland verkauft.

Nach der Eröffnungsveranstaltung zogen die Teilnehmer vom Klimabündnissen und Umweltschutzorganisationen aus Sachsen, Berlin, Brandenburg, Hessen, Bayern, Thüringen und Niedersachsen durch die Stadt Leipzig, um letztlich im Dorf Pödelitz etwa 20 Kilometer südlich von Leipzig direkt vor dem Toren der Vereinigten Tagebaue Schleenhain Quartier zu beziehen, über Klimagerechtigkeit zu diskutieren und gegen den Raubbau an der Natur zu protestieren. ++ (kl/mgn/28.07.18 – 189)

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In Indien sterben jährlich 1,8 Millionen Menschen vorzeitig durch Luftverschmutzung

Neu Delhi, 2. Dezember 2017 (ADN). Indiens Widerstand gegen die Luftverschmutzung wächst. Kohlekraftwerke werden imm stärker in Zweifel gezogen. Das geht aus einem am Sonnabend veröffentlichten Interview der Tageszeitung „Junge Welt“ mit Soumya Dutta vom indischen Beyond Copenhagen Collectiv hervor. Dieses kleine private Institut beschäftigt sich mit Klimaschutz und Energiepolitik auf dem südasiatischen Subkontinent. Dutta gibt zu, dass er selbst vor kurzem noch nicht erwartet hätte, dass der Energieminister sagen würde, Indien braucht keine zusätzlichen Kohlekraftwerke.  In den Städten seien Kohlekraftwerke sehr unbeliebt, besonders bei der wohlhabenden Mittelschicht.  „Die Kohlekraftwerke sind nämlich eine wichtige Ursache der dramatischen Luftverschmutzung, die gerade dieser Tage zum Beispiel in Neu Delhi wieder besonders schlimm ist. In Indien gibt es jährlich 1,8 Millionen vorzeitige Todesfälle aufgrund der Luftverschmutzung“, erläutert der Wissenschaftler.

Die Unternehmen verstehen nach den Worten von Dutta langsam, dass mit solchen Kraftwerken kein Geld mehr zu verdienen ist. Solarstrom sei inzwischen billiger. Das habe auch Auswirkungen auf den Abbau von Kohle. 16 Firmen hätten bereits ihre Schürfrechte aufgegeben. Nach Angaben des Energieministeriums verfüge Indien über Erzeugungskapazitäten von 333 Gigawatt (GW). zu Zeiten des höchsten Bedarfs würden aber nur 175 GW gebraucht. Demzufolge könne auf neue Kraftwerke verzichtet werden. Ab 2023 werden vermutlich nur noch Anlagen für erneuerbare Energieträger errichtet. ++ (nh/mgn/02.12.17 – 338)

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Braunkohle sprengt deutschen Klimaschutzplan

Berlin, 8. November 2016 (ADN). Deutschlands „Kliumaschutzplan 2050“ ist in letzter Minute gescheitert. Das Bundeskabinett strich das Projekt am Dienstagabend auf Betreiben von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gaqbriel von der Tagesordnung.  Grund ist die Braunkohle, über die Gabriel  mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gesprochen hatte und deren Befürworter sich wiederum durchgesetzt haben. Ursprünglich sollte sich dem Plan zufolge eine Kommission mit dem Kohle-Ausstieg befassen. Dagegen hatte die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) mit Unterstützung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) Front gemacht.

Nunmehr muss Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ohne deutschen Klimaplan zum kürzlich begonnenen Weltklimagipfel im marokkanischen Marrakesch reisen. Der „Klimaschutzplan 2050“ sollte als gewichtiger deutscher Beitrag zum vor knapp einem Jahr in Paris geschlossenen Weltklimavertrag dazu beitragen, eine Gesellschaft ohne Treibhausgase zu befördern. ++ (kl/mgn/08.11.16 – 305)

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