55 Stimmen für erneuerte Demokratie

Los Angeles/Köln, 16. Februar 2020. (ADN). Im Jahr 1989 war das Ende der Geschichte, des Kalten Krieges und der weltweiten Ost-West-Konfrontation proklamiert worden. Die Zukunft wurde für verloren erklärt. Sie muss zurück in die Politik gebracht werden. Dazu ruft der erste Teil einer Sendereihe mit dem Titel „Stimmen für die Demokratie“ am Sonntag auf. Die Koproduktion von Deutschlandfunk, Los Angeles Review of Books, Süddeutscher Zeitung und dem Thomas-Mann-Haus Kalifornien erinnert damit an die 55 Redebeiträge von Thomas Mann, die während des Zweiten Weltkriegs über den Rundfunk der British Broadcastings Communication (BBC) aus den USA nach Deutschland übertragen worden waren.

Seit Oktober 2019 halten nunmehr 55 renommierte intellektuelle Wissenschaftler und Künstler im Auftrag des Thomas Mann House in Los Angeles, in dem der deutsche Dichter und Schriftsteller Zuflucht gefunden hatte, kurze Ansprachen. Darin stellen sie ihre Gedanken für eine erneuerte Demokratie vor. ++ (ku/mgn/16.02.20 – 047)

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Historiker Winkler: Völkerwanderung hat begonnen – Deutschland ist „Weltmeister der Nächstenliebe“

Bonn, 8. Januar 2017 (ADN). Auf die letzte Frage des Moderators Michael Hirz „Gibt es Anzeichen einer neuen Völkerwanderung ?“ mit der Bitte um eine kurze Antwort reagierte am Sonntag in der Sendung „im Dialog“ der Bonner TV-Anstalt „Phoenix“ Hermann August Winkler mit „Ja“. Dann fühlte er sich der renommierte Historiker doch noch bemüßigt zu ergänzen. „Die Entwicklungspolitik ist radikal zu ändern. Es muss vor Ort Einfluss genommen werden.“ Für Näheres reichte die Sendezeit nicht. Es ist auch zweifelhaft, ob ein Geschichtswissenschaftler geeignet ist, konkrete Voraussagen für die Zukunft machen kann.

Allerdings waren seine vorausgegangenen Aussagen zur derzeitigen politischen Lage schon bemerkenswert offen, teilweise düster. Beispielsweise äußerte er erhebliche Zweifel an dem in Höchstgeschwindigkeit absolvierten Beitritt der mittel- und osteuropäischen Staaten in die Europäische Union (EU). Die ehemaligen Mitgliedsländer des „Warschauer Paktes“ hätten keinerlei Erfahrungen mit Einwanderung gehabt. Dazu komme hinsichtlich der Migration, dass die Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg kein Nationalstaat wie Frankreich und Großbritannien war und ist, sondern eine „postnationale Demokratie“. Das habe der Bundesrepublik das Gefühl gegeben, Weltmeister der Nächstenliebe zu sein. Sie habe ein neues Sendungsbewusstsein mit überlegener Moral demonstriert, was besonders deutlich in den Monaten nach dem September 2015 wurde. „Wir müssen versuchen aus der nicht gewollten Isolierung herauszukommen, in die wir wegen fehlender Abstimmung mit den EU-Partnern geraten sind“, lautet Winklers wenig überzeugendes Konzept. Einen kaum erwarteten Ratschlag zur Lektüre empfiehlt der Historiker das von Oskar Lafontaine im Jahr 1988 vorgelegte Buch „Die Gesellschaft der Zukunft“, in der der Autor die tollkühne These von Deutschland als der pervertierten Nation aufstellte.  ++ (mi/mgn/08.01.17 – 008)

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