Smartphone löst psychische Auffälligkeiten bei Vorschulkindern aus

Leipzig, 16. Mai 2028 (ADN). Der Gebrauch elektronischer Medien führt bei Vorschulkindern zu emotionalen und psyychischen Verhaltensauffälligkeiten. Zu dieser Erkentnis führen aktuelle Studienergebnisse der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Wie die Pressestelle der Hochschule am Mittwoch weiter mitteilt, nahmen an der Analyse im Rahmen der LIFE Child-Studie 527 zwei- bis sechsjährige Kinder aus Leipzig und Umgebung teil. „Wir haben bei unseren Untersuchungen festgestellt, dass Vorschulkinder, die täglich Smartphone oder Computer nutzen, ein Jahr später mehr Verhaltensauffälligkeiten wie Hyperaktivität und Unaufmerksamkeit aufweisen als Kinder, die diese Medien nicht nutzen“, sagt Studienleiterin Dr. Tanja Poulain. „Kinder ohne Medienkonsum haben vergleichsweise auch weniger emotionale Probleme.“ Daher raten die Wissenschaftler dazu, den Konsum elektronischer Medien äußerst gering zu halten und frühe Anzeichen von Verhaltensauffälligkeiten ernst zu nehmen.

Die Kinderstudienambulanz LIFE Child ist ein Projekt des Forschungszentrums für Zivilisationserkrankungen der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren werden die Teilnehmer der Langzeitstudie – Schwangere, Neugeborene, Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung begleitet. Dabei erfolgen ganzheitliche und interdisziplinäre Untersuchungen zu ihrer jeweiligen sozialen, psychischen und medizinischen Lebenssituatio. Das LIFE-Forschungszentrum wird innerhalb der Sächsischen Landesexzellenzinitiative seit dem Jahr 2009 mit einer Summe von mehr als 38 Millionen Euro staatlich gefördert. ++ (mz/mgn/16.05.16 – 136)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Werbeanzeigen

„Babylonische Sprachverwirrung“ über einen Antrag: Verfassungsrang für deutsche Sprache

Berlin, 2. März 2018 (ADN). Kurz vor Mitternacht ist im Deutschlandfunk am Freitag die Rede von „Babylonischer Sprachverwirrung“, bevor ein wenige Minuten langer Beitrag über einen Antrag der Alternative für Deutschland (AfD) zur Veränderung des Grundgesetzes gesendet wurde. Das Ansinnen zielt darauf, der deutschen Sprache in der Bundesrepublik Deutschland Verfassungsrang zu verleihen. In der Debatte über den vom Abgeordneten Stephan Brandner eingebrachten Antrag verschütteten die Redner der anderen Parteien Kübel von Spott. Es wurde mehrfach in mehr oder wenig bekannten deutschen Dialekten wie Plattdeutsch vorgetragen oder auf die Extremmundart  Oberpfälzisch verwiesen. Einige Sprachakrobaten versuchten es mit Lateinisch und in einer romanischen Sprache. Es fehlte nicht einmal der ausdrücklich hämische Hinweis darauf, dass die AfD ihr Programm auch in russischer Sprache veröffentlicht hat. Der Zweck aller gegnerischen Übungen war unübersehbar – den Antrag zu verunglimpfen und lächerlich zu machen. Letztlich wurde der AfD-Antrag zur weiteren Beratung in den Innenausschuss verwiesen.

Auch der in Deutschland seit Jahrzehnten tätige gemeinnützige Verein deutsche Sprache strebt danach per Grundgesetz zu verankern: „Die Sprache der Bundesrepublik Deutschland ist Deutsch“. Die Vereinigung begründet das folgendermaßen: „Eine präzise, allgemein verständliche Landesprache ist eine unersetzliche Ressource für jede persönliche und gesellschaftliche Aktivität. Sie ist ebenso wichtig wie Luft, Wasser, Boden und Kapital. Ohne eine verbindliche Verständigungsgrundlage funktioniert buchstäblich gar nichts, weder in Staat und Gesellschaft, noch in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur oder Technik.“ Weiterhin macht der Verein darauf aufmerksam, dass die große Mehrzahl der europäischen Nachbarländer – nämlich 18 von 28 – ihren jeweiligen Amtssprachen auch Verfassungsrang gegeben haben. Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine solche Adelung der deutschen Sprache nur für den öffentlichen Raum gilt. Im Privaten könne jeder Einwanderer seine Muttersprache, seinen Dialekt und seine Mundart ungehindert pflegen. ++ (vf/mgn/02.03.18 – 061)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Forschungsprojekt zu sozialen und religiösen Idenditäten

Leipzig, 23. Februar 2018 (ADN). Die Universitäten Leipzig, Göttingen und Luzern haben von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Schweizerischen Nationalfonds knapp 1,2 Millionen Euro zugesprochen bekommen, um „Soziale Gruppen und religiöse Identitäten in ziviler Gesellschaft “ zu erforschen. Das Verbundprojekt hat dazu für drei Jahre die Förderzusage erhalten, teilt die Universität Leipzig am Freitag mit. Ziel ist, auf der Grundlage breiter empirischer Erhebungen die Zusammenhänge von gesellschaftlichen Vorstellungen sozial erwünschter Religion und bewussten Anpassungen von Immigrantengruppen an solche Vorstellungen zu analysieren. Damit wollen die Forscher Potentiale identitäts- und wertgeleiteter gesellschaftlicher Integration in der Gegenwart bestimmen.

Der an dem Vorhaben beteiligte Leipziger Theologieprofessor Gert Pickel plant dazu eine Bevölkerungsumfrage in Deutschland. Dabei sollen Selbst- und Fremdzuschreibungen sozialer und religiöser Identitäten erfasst werden. Auf dieser Basis wollen die Wissenschaftler den Einfluss dieser Identitäten auf Integrations- und Konfliktpotentiale in Deutschland und in der Schweiz analysieren. Es kommt ein neu entwickeltes Instrument für standardisierte Befragungen zum Einsatz, das die Erfassung von multiplen Identitäten auf repräsentativer Basis und im Gesamtgesellschaftsvergleich erlaubt. Ein Untersuchungsgegenstand ist auch die Frage, ob die Ostdeutschen hinsichtlich der Identität anders als die Westdeutschen oder die Westschweizer sind. ++ (id/mgn/23.02.18 – 054)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Festakt zur Eröffnung des Leipziger Paulinums – Neuer und einzigartiger Ort zum Disputieren

Leipzig, 1. Dezember 2017 (ADN). Mit einem Festakt wurde am Freitag in Leipzig das neuerbaute „Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli“ eröffnet. Der Vorgängerbau, der den Bombenkrieg in seiner Substanz weitgehend überstanden hatte, war im Jahr 1968 auf Weisung von DDR-Staatschef Walter Ulbricht gesprengt worden. An diesem Ort ist etwas ungewöhnlich Neues entstanden, sagte zu Beginn der Eröffnungsfeier Rektorin Prof. Beate Schücking. Hier werde Neuland betreten, weil die Veranstaltungsstätte drei Zwecken gleichzeitig dient – Gottesdiensten, wissenschaftliche Foren und Konzerten. Nach den Worten von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich ist mit dem beeindruckenden Neubau eine Wunde geheilt und eine Lücke auf dem traditionsreichen Leipziger Augustusplatz geschlossen worden. Die Kosten seien zwar doppelt höher gewesen als zuvor geplant und die vorgesehene Bauzeit dreimal länger, wodurch die Eröffnung im Jahr 2009 zum 600. Universitätsjubiläum ausfiel, aber nun könne der runde Jahrestag der Leipziger Disputation zwischen Martin Luther und Johannes Eck vor 500 Jahren als aktueller Anlass betrachtet werden. Der niederländische Architekt Erick van Egeraat äußerte die Auffassung, dass die lange Bauzeit nicht das Problem des Projekts, sondern eines der Vielfalt der an Gestaltung und Bau beteiligten Interessengruppen war. ++ (bi/mgn/01.12.17 – 337)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Fortgesetzter skurriler Streit um Namenspatron der Greifswalder Universität

Greifswald, 23. Oktober 2017 (ADN). „Die Diskussion wurde von der Ostseezeitung trotz ausdrücklichen Verbots einer Live-Berichterstattung aus einer hochschulöffentlichen Sitzung live öffentlich begleitet. Daraufhin wurde zunächst der anwesende Redakteur der Zeitung und , da weiterhin berichtet wurde, später auch die Hochschulöffentlichkeit ausgeschlossen“. So heißt es in einer Medieninformation der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald vom Sonntag über eine Veranstaltung in der Universität. Diskussionsgegenstand war erneut der Schriftsteller Ernst-Moritz Arndt als Namenspatron der Universität der Ostseestadt, dem rassistische und antisemitische Äußerungen nachgesagt werden. Nach Ansicht der führenden Hochschulgremien steht das im Gegensatz zum im Jahr 2012 beschlossenen Leitbild der Universität, das ein Bekenntnis zu internationaler und weltoffener Lehre und Forschung darstellt. Allerdings sprechen die jüngsten Tatsachen und der Umgang mit den Medien eine andere Sprache, indem ein gravierender Unterschied zwischen allgemeiner Öffentlichkeit, Hochschulöffentlichkeit und Weltoffenheit konstruiert wird.

Damit wird ein skurriler Streit fortgesetzt, dessen Ursprung im Jahr der Namensgebung 1933 gelegt wurde. Im Jahr 1945 hatte die Universität fast stillschweigend auf den Namen verzichtet. Jedoch stellte sie 1954  im zuständigen DDR-Staatseketariat für Hochschulwesen eine diesbezügliche Anfrage. Sie bekam die offenbar verblüffende Antwort, dass amtlicherseits zu keinem Zeitpunkt die Namensgebung aufgehoben worden ist. Somit führte die Greifswalder Hochschule wieder den Namen des Dichters, Professors und Teilnehmer der Befreiungskriege gegen Napoleon. Die seltsame Debatte flammte erst im Jahr 2010 wieder auf. Es folgten Urabstimmungen der Studenten und des Akademischen Senats. Beide Entscheide endeten pro Beibehaltung des Namens. Das Blatt wendete sich im Januar dieses Jahres, als der Akademische Senat für die Ablegung des Namens Ernst-Moritz Arndt plädierte und einen entsprechenden Antrag beim Bildungsministerium von Mecklenburg-Vorpommern stellte. Dieses wiederum lehnte das Ansinnen mit der Begründung ab, dass das Verfahren Rechtsfehler aufgewiesen habe.

Die Ernst-Moritz-Arndt Universität ist die viertälteste Universität auf dem Boden der Bundesrepublik Deutschland und die zweitälteste im gesamten Ostseeraum. Zur Zeit der schwedischen Herrschaft von 1648 bis 1815 in Pommern war sie die älteste Universität Schwedens. ++ (wt/mgn/23.10.17 – 296)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Klimawandel löst Tauwetter in Zentraljakutien aus

Leipzig, 13. Juli 2017 (ADN). „Derzeit beobachten wir in Zentraljakutien eine Beschleunigung der Tauprozesse, was wiederum die Lebensbedingungen der Bevölkerung beeinflusst. Dies konnten wir anhand geowissenschaftlicher Daten und anthropologischer Studien nachweisen. Das erklärte Dr. Mathias Ulrich vom Institut für Geographie der Universität Leipzig, der gemeinsam mit Prof. Otto Habeck vom Institut für Ethnologie der Universität Hamburg und Prof. Susan Crate von der George Mason University in Fair (USA) an Forschungen in arktischen Regionen Ursachen und Wirkungen klimatischer Veränderungen untersuchten. Wie die Universität Leipzig am Donnerstag weiter mitteilt, besteht die zentrale Schlussfolgerung der Studien in der Erkenntnis, dass die Zukunft des Ökosystems und die Art der Landnutzung in Zentraljakutien – und generell in den subarktischen und arktischen Regionen – nicht nur von der Geschwindigkeit  und dem Umfang der Umweltveränderung abhängt, sondern auch von globalen, nationalen und regional-sozio-ökonomischenFakten abhängt. Und das erheblich. Dazu zählen die demographische Entwicklung, der technologische Wandel , die agrarpolitische Dynamik und die kulturelle Bedeutung von Lebensmitteln sowie ländliche Lebensgrundlagen. Für die künftige Forschung ist daher die Kombination von sozial-geowissenschaftlichen Erkenntnissen und die intensive Kommunikation zwischen Wissenschaftlern, regionalen Experten, Medien und einheimischen Landnutzern zu empfehlen. ++ (kl/mgn/13.07.17 – 195)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Gestörte Harmonie in Kultur des Westens – Neue „Stiftung kulturelle Erneuerung“ präsentiert

München, 24. Aril 2017 (ADN). Vermittelte Wirklichkeit kann schlussendlich keine andere sein als die Summe der vielen unmittelbar erfahrenen Wirklichkeiten. Diesen abschließenden „Gedanken im April“ äußerte der Kuratoriumsvorsitzende der neugegründeten „Stiftung kulturelle Erneuerung“, Prof. Meinhard Miegel, die sich gerade mit einer Homepage der Öffentlichkeit präsentiert hat. Über die Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremdeinschätzung sei viel nachgedacht und geforscht worden. Kleiner sei sie dadurch nicht geworden. Was immer im eigenen Erfahrungsbereich liege, erscheint zumeist heller und freundlicher als die durch Dritte, namentlich durch Medien vermittelte Wirklichkeit. Diese trage einen Grauschleier. Verkehrschaos, Wohnungsnot, Scharen von Armen verkörperten keine selbstverständliche Weltsicht. Die Auswahl von Nachrichten fokussiere auf das Spektakuläre und verliere so an Breite und Farbigkeit. Das Leben des Alltags jedoch bilde ein undurchdringliches Dickicht voller undeutbarer Bilder, eine Kakophonie von Empfindungen.

Nach Auffassung von Miegel bilden Wissenschaft, Kunst und Religion einen harmonischen Dreiklang. In der Kultur des Westens sei die Harmonie gestört. Die Stiftung kulturelle Erneuerung wolle dazu beitragen, sie wieder herzustellen. Die neue Organisation fuße auf dem im Oktober eingestellten Denkwerk Zukunft, habe jedoch andere Schwerpunkte gesetzt. ++ (ku/mgn/24.04.17 – 114)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46