Journalistenpreis abgelehnt

Berlin, 1. Oktober 2018 (ADN). Die freie Journalistin Laura Meschede hat den von einer großen Bank gesponserten Helmut-Schmidt-Journalistenpreis abgelehnt. Über ihre Motive sprach sie am Montag im Deutschlandfunk. Sie wolle sich bei einer PR-Veranstaltung nicht von der ING DIBa-Bank auszeichnen lassen. Journalisten sollten sich nicht auf diese Weise auf die Seite von Banken und Politik stellen. Kritischer Journalismus habe die Aufgabe, das Establishment, die herrschende Politik und das vorherrschende Wirtschaftssystem mit Distanz unter die Lupe zu nehmen. Insofern könne man sich von diesen Strukturen nicht auch noch auszeichnen lassen.

Meschede sagte in ihrer Ablehnungsrede: „Wenn ich darüber schreibe, dass die Zukunft der Arbeit für tausende Menschen bedeuten wird, dass ihr Leben noch schlechter werden wird, als es sowieso schon ist, wenn wir dieses Wirtschaftssystem erhalten, dann kann ich nicht danach auf einer Veranstaltung mit den Vertretern ebendieser Politik und ebendieses Systems nett darüber plauschen. Sonst spiele ich genau dieses Spiel mit.“ ++ (me/mgn/01.10.18 – 254)

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Demokratie geht ohne Kapitalismus – Finnischer Grundeinkommens-Test sinnvoll

Berlin, 2. Februar 2018 (ADN). Dass die Finnen mit der Verbesserung des Kapitalismus beginnen und mit dem Grundeinkommen experimentieren, hält der Berliner Philosoph Wilhem Schmid für sinnvoll. In einem Interview mit dem Genossenschaftsmagazin „gemeinsam“ nimmt er zu Grundsatzfragen Stellung. Der Versuch der Skandinavier, erst einmal mit einigen Hunderttausenden anzufangen, um zu sehen wie die Menschen reagieren, sei vernünftig. Das Grundeinkommen habe den Vorteil, dass der Staat nicht mehr unter die Betten kriechen müsse, um herauszufinden, ob ein Hartz-IV-Empfänger mit einer Frau im Bett liegt, die ihn eigentlich unterstützen müsste. „Da bleibt mir die Spucke weg, nicht im Ernst können wir so weitermachen“, lautet das vernichtende Urteil des Gelehrten über die menschenverachtende Praxis bundesdeutscher Behörden.

Zu glauben, die Demokratie sei selbstverständlich und gottgegeben, ist die größte Gefahr, so Schmid. Der Kapitalismus sei auch nicht notwendig das Wirtschaftssystem der Demokratie. „Wir könnten uns mit Mehrheit für ein anderes entscheiden“. ++ (bg/mgn/02.02.18 – 033)

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