Zahl der Staaten der Welt könnte rasch um 50 wachsen

Rio de Janeiro, 6. August 2016 (ADN). Das farbige Feld der einmarschierenden Sportler aus 207 Nationen am Sonnabend bei Eröffnung der Sommerolympiade in Rio de Janeiro könnte binnen kurzem um rund 50 Staaten wachsen. Es gibt nämlich inzwischen rund 50 Staaten auf der Welt, die sich als solche betrachten und um ihre offizielle völkerrechtliche Enerkennung kämpfen. Ein sehr prominentes europäisches Beispiel, das derzeit in der Sommerflaute die Nachrichtenspalten als originelles Unikum füllt, ist das Fürstentum Seborga. Es kann auf eine rund tausenjährige Vergangenheit seiner Souveränität als Fürstentum zurückblicken, dies auch überzeugend beweisen und verfügt über die erforderlichen Insignien. Sogar das notwendige Staatspersonal ist inzwischen für das vier Quadratkilometer große unabhängige Teritorium zwischen Nizza (Frankreich) und Ventimiglia (Italien) rekrutiert worden. Fürst Marcello I. führt derzeit das Zepter in dem 1993 proklamierten Fürstentum mit etwa 2.000 Bürgern. 27 ausländische Vertreter repräsentieren inzwischen den Zwergstaat, der von Italien ignoriert und von der UNO bisher nicht aufgenommen worden ist. Seborga wurde im Jahr 954 erstmals urkundlich erwähnt, im Jahr 1079 als Fürstentum. Es ist also wesentlich älter als der Nationalstaat Italien, dem es nicht gelingt die Existenz von Seborga juristisch zu widerlegen. Im Gegenteil: Der Kleinststaat kann umfassend seine Unabhängigkeit dokumentieren – u.a. durch die Vertragswerke des Wiener Kongresses 1815. Zu keinem Zeitpunkt war Seborga Teil eines anderen Staatsgebildes.Im Dezember 2011 hat Fürst Marcello I. beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) eine Feststellungsklage auf Rechtmäßigkeit des Fürstentums eingereicht. Sie wurde angenommen. Eine Verhandlung gab es bisher noch nicht. ++ (in/mgn/06.08.16 – 211)

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Wien, Jalta und Helsinki als Muster-Anker zur friedlichen Konfliktlösung der Gegenwart

Belgrad/Zürich, 8. Dezember 2015 (ADN). „Nur der Respekt vor den geltenden Regeln des Völkerrechts und die friedliche Konfliktbeilegung sichern uns das Überleben und unseren Kindern eine Zukunft“. Das erklärte der ehemalige Staatsseketär im deutschen Bundesverteidigungsministerium, Willy Wimmer, auf einer kürzlich in Belgrad veranstalteten Sicherheitskonferenz von Wissenschaftlern, Diplomaten, Politikern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus mehr als 20 Ländern. In der von der Schweizer Wochenzeitung „Zeit-Fragen“ am Dienstag verbreiteten Rede des erfahrenen Politikers schlägt er einen großen Bogen und geht bis auf Jalta zurück. Da sei man versucht, tiefer zu bohren. Es kämen Orte mit Jahreszahlen dazu, die früher liegen, 1914 oder 1919. „Wir müssen an das Jahr 1871 und die Gründung des Deutschen Reichs denken,“ so Wimmer. Seit diesem Zeitpunkt sei es angeblich das Ziel amerikanischer Politik gewesen, eine gedeihliche Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland zu hintertreiben. Man sei gut beraten, an das Ende der napoleonischen Kriege zu denken. Es habe die Idee des russischen Zaren Alexander und des österreichischen Kanzlers Metternich gegeben, friedliche Konfliktlösung auf der Basis einer „Heiligen Allianz“ zu betreiben. „Es war ein frühes Helsinki“, stellte Wimmer über das aktuelle Gewicht des Wiener Kongresses 1814/15 für die gegenwärtige politische Weltlage. ++ (mi/mgn/08.12.15 – 333)

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