Fair-Trade-Handel überschritt Milliardenschwelle

Berlin, 16. September 2016 (ADN). Deutschlands Umsatz im Fair-Trade-Handel hat erstmals die Milliardengrenze überschritten. Das teilte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller am Freitag in Berlin in einem Grußwort zur Eröffnung der 15. Fair-Trade-Woche mit. Der wichtige Übergang vom freien zum fairen Handel sei auch deswegen von Bedeutung, weil damit auch soziale Vergünstigungen in Entwicklungsländern ermöglicht werden. So können Kinder in Bangladesh zur Schule gehen. „Wer den fairen Handel unterstützt, macht diese Welt ein Stück gerechter“, so Müller. Es gehe dabei um Menschen als Akteure in der globalen Wertschöpfungskette. 

Claudia Brück, Geschäftsführender Vorstand der Organisation TransFair, präzisierte die erreichten Erfolgszahlen. So betrage der Umsatz im Fair-Trade-Handel im Jahr 2015 genau 1,14 Milliarden Euro. Bei der Erst-Ermittlung dieser Kennziffer im Jahr 2004 sei eine Summe von 99 Millionen Euro errechnet worden.

Die 15. Fair-Trade-Woche dauert bis zum 30. September und beinhaltet bundesweit rund 2.000 Veranstaltungen. Auftaktstätten sind Berlin, Hamburg, Karlsruhe und Stuttgart. ++ (nh/mgn/16.09.16 – 252)

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Träge Verwaltungen blockieren Bürgerbeteiligung – Mangel an Transparenz und Kommunikation

Leipzig/Konstanz, 16. Dezember 2015 (ADN). Bürgerbeteiligung ist als Wertschöpfungskette mit gleichstarken Gliedern zu betrachten. Das erklärte der Gründer der Konstanzer Reformagentur Dr. Raban Fuhrmann am Mittwoch in Leipzig. Zuvor hatte eine kurzfristig zustande gekommene Diskussionsrunde mit Leipziger Einwohnern stattgefunden, die in den vergangenen Jahren in mehreren Quartieren der Messestadt Initiativen zur Stadtentwicklung ins Leben gerufen hatten oder maßgeblich an kreativen Projekten beteiligt waren. Der Gedankenaustausch sollte dazu dienen, Möglichkeiten zur wirklichen Verbesserung der Bürger-Partizipation an urbanen Veränderungsprozessen zu erörtern. Es handele sich dabei nicht  – wie bisher in der Mehrzahl der Fälle – um eine „Schönwetterveranstaltung“. Zunächst hatten die rund zwei Dutzend Teilnehmer, zu denen Studenten, Akademiker und Rentner gehörten, positive und negative Erfahrungen ausgetauscht. Über erste Versuche der Bürgerbeteiligung im Jahr 2011 berichtete Jürgen Salomon aus Leipzig-Gohlis, der an der Verkehrsberuhigung der Anliegerstraße Poetenweg tatkräftig mitwirkte. Allerdings sei es in den meisten Problemfällen bei guten Worten geblieben. Die Umsetzung konstruktiver Vorschläge erfolge halbherzig oder unterbleibe ganz. Das werde in der Regel durch träge oder schwerfällige Verwaltungen verursacht. Es herrsche ein gravierender Mangel an Transparenz und Kommunikation. „Die Stadt muss begreifen, dass Bürger rechtzeitig und ernsthaft zu beteiligen sind“, so der 55jährige. Gute Praxisbeispiele aus anderen Städten wie Zella-Mehlis und Potsdam, sollten durchaus imitiert werden, empfiehlt der beruflich als Bildungsberater Tätige.

Der 35jährige Peter Hartmann präsentierte die Plattform NextLeipzig, die eine Vision für ein umfassend nachhaltiges Leipzig erstellt. Zu den bereits eingeloggten Vorschlägen gehört der von Markus Kollotzek, das City-Hochhaus in ein gigantisches Gewächshaus umzufunktionieren. Mit derart betriebener vertikaler Landwirtschaft lasse sich der städtische Selbstversorgungsgrad enorm erhöhen. ++ (de/mgn/16.12.15 – 341)

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