Moskau: Dritter Weltkrieg bereits ausgebrochen

Beirut, 7. Oktober 2016 (ADN). „Moskau hat nie an die Aufrichtigkeit Washingtons geglaubt. Trotzdem hat es seit dem Juni 2012 ohne Ende Abkommen aneinander gereiht, die nie gehalten wurden. Es betrachtet die Vereinigten Staaten nicht als Herr der Welt, sondern als ein Imperium im Niedergang. Im Bewusstsein der enormen militärischen Kräfte des Pentagon, vor allem der nuklearen, will es Washington freundlich zum Friedhof geleiten und verhindern, dass es aufmuckt und einen Weltkrieg auslöst.“ Mit diesen Sätzen leitet der französische Intellektuelle Thierry Meyssan den jüngsten Beitrag auf seinem Nachrichtenportal voltairenet.org ein. Washington habe jetzt nur noch zwei Optionen: entweder sich aus dem syrischen Konflikt zurückzuziehen oder weltweit in einen Frontalkrieg gegen Russland einzutreten. Russland seinerseits sei weit davon entfernt, die Kraftprobe zu fürchten, habe seine Forderungen in Syrien beibehalten und sich den Sommer über im Geheimen militärisch im Jemen entfaltet. Vor wenigen Tagen habe es eine Boden-Meer-Rakete auf die HSV-2 Swift abgeschossen. Damit wurde dieser Wellen durchschneidende Katamaran der Emirati-Streitkräfte zerstört.  Die gleichzeitig an die NATO und die Öldiktaturen am Golf gerichtete Botschaft laute: Der allgemeine Krieg ist möglich und Moskau wird ihm nicht ausweichen.

„Davon ausgehend, dass sich die Streitsache nicht auf Syrien beschränkt, sondern die Probleme sich seit Jahren summieren, ist Moskau der Auffassung, dass der dritte Weltkrieg bereits ausgebrochen ist, selbt wenn er sich nur auf einem begrenzten Territorium in Syrien abspielt“, lautet Meyssans schwerwiegende Schlussfolgerung. Er nennt dazu in einer kurzen Übersicht  unumstößliche Fakten. „Seit fünf Jahren unterstützen 129 Staaten und 16 internationale Organisationen die Vereinigten Staaten gegen Syrien, Algerien, den Iran, Russland, China und Nordkorea. Wladimir Putin setzt das russisch-US-amerikanische Abkommen über die Begrenzung des waffenfähigen Plutoniums aus, eine Entscheidung, die sich aus der nuklearen Abschreckung ergibt. Mit der Vorlage eines Gesetzesvorhabens an die Duma setzt er fest, den Vertrag über das Plutonium erst wieder aufzunehmen, wenn Washington seine Versprechungen hält: Rückzug der Streitkräfte, die von der NATO in ehemaligen sowjetischen Staaten aufgestellt wurden, Aufhebung der antirussischen Sanktionen, die sich seit dem Magnitski-Gesetz anhäufen – alles Forderungen, die uns um 15 Jahre zurückversetzen.“ Washington habe geglaubt, dass es den russischen Einflussraum begrenzen und Versprechungen machen könnte, ohne sie zu halten und Entschuldigungen auszusprechen. „Das war vor dem Zusammenbruch der UdSSR wahr. Heute ist es das nicht mehr,“ schließt der Franzose. ++ (ge/mgn/07.10.16 – 273)

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Neuigkeiten aus Troja – Flotte eines Bündnisses namens „Luwier“ ging in Ägäis unter

Zürich, 13. Mai 2016 (ADN). Der Schweizer Geophysiker Eberhard Zangger wartet mit neuen Grundthesen über die Existenz des sagenumwobenen Troja auf. Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) am Freitag berichtet, wirft der Außenseiter mit seinem neuen Blick auf die ägäische Bronzezeit der Forschung noch einmal den Fehdehandschuh hin. Er hoffe dabei auf eine neue Generation von Wissenschaftlern, die ohne Vorurteile ans Werk geht. Der Troja-Forschung würde es gut anstehen, die Scheuklappen abzulegen. Schließlich sei der bisher wichtigste Impuls nicht von einem Archäologen, sondern von dem Kaufmann Heinrich Schliemann aus Mecklenburg gekommen. 

Im Zentrum der neuen Sichtweise Zanggers steht eine mehr oder minder kompakte Volksgruppe, die er Luwier nennt und sich aus einem sprachlich und kulturell heterogenen Völkergemisch im Westen von Kleinasien zusammensetzte. Das Gebiet sei überzogen gewesen von Fürstensitzen und Kleinstaaten, die weder der mykenischen Zivilisation noch der hethischen Kultur zugeordnet werdden können. Über dreihundert solcher Siedlungsplätze seien bekannt, manche sogar mit Namen. Als Bündnis hätten sie Anfang des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts eine Flotte aufgebaut, sich von der türkischen Südküste her gegen die mächtigen Herren im Osten erhoben und seien um 1180 v. Chr. vor Troja von mykenischen Fürsten vernichtend geschlagen worden. Es habe ein Kampf um Troja stattgefunden. Es sei unwahscheinlich, dass Troja durch eine Naturkatastrophe zerstört worden ist. Nach heutigem Verständnis habes es einen Weltkrieg gegeben. Als große Player hätten sich die Hethiter in der heutigen Osttürkei sowie die mykenischen, minoischen und kykladischen Fürstentümer gegenüber gestanden. Zwischen diesen Machtblöcken habe Troja gelegen, das zwar um einiges größer gewesen sein soll, als man heute annimmt. Auf seine frühere wagehalsige Gleichsetzung Trojas mit Atlantis verzichtet Zangger nun. ++ (ar/mgn/13.05.16 – 127)

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