Verblasster und entleerter 17. Juni

Berlin, 17. Juni 2017 (ADN).  Der 17. Juni 1953 verblasst und verkommt teilweise zur leeren Gedenkhülse. In Leipzig findet die Erinnerungsstunde jedes Jahr an einer Mahntafel in der Straße des 17. Juni sogar unter unwürdigen Umständen statt. Die Reden sind nicht zu verstehen, weil Verkehrs- und Baulärm den Teilnehmern die Ohren verstopfen.

 In einem Interview mit dem Nachrichtenportal tichyseinblick.de macht der Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde, Roland Jahn, am Sonnabend deutlich, dass dieser Gedenktag wieder deutlicher begangen werden sollte. Er wünsche sich, dass er erneut Nationalfeiertag wird. Es habe lange gedauert, um den Tag als das einzuordnen, was er war: „Ein Volksaufstand  der menschenverachtend niedergeschlagen, niedergewalzt worden ist und so ein System am Leben gehalten hat, in dem die Menschenrechte nicht mehr galten.“ Erst zum 50. Jahrestag im Jahr 2003 sei diese Erkenntnis gereift und habe sich durchgesetzt.

Um dem Tag für die Opfer greifbar zu machen, fordert Jahn, die Antragsfristen für die Rehabilitierung zu verlängern. „Es kann nicht sein, dass 2019 die Möglichkeit der Rehabilitierung für die Zeit im Gefängnis, für den Rauswurf aus der Universität, für die Nachteile im Beruf wegen einer politischen Überzeugung entfällt. Dagegen müssen wir etwas tun.“ In der DDR habe man „alle staatlichen Einrichtungen dazu genutzt, gegen die Menschen vorzugehen, die eine andere Meinung hatten und so ein ganzes Volk unterdrückt.  ++ (va/mgn/17.06.17 – 169)

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