Israel verkehrstechnischer Trendsetter – Führerschein für E-Scooter und E-Bikes

Tel Aviv, 5. April 2019 (ADN). Israel setzt mit E-Scootern und E-Bikes verkehrstechnische Maßstäbe. Auf Rad- und Fußwegen wird es dort immer enger, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ am Freitag. Dazu werden markante Zahlen genannt und Informationen geliefert. Nach Angaben des israelischen Verkehrsministerium gibt es mehr als 250.000 E-Bikes und E-Scooter in dem Land mit rund acht Millionen Einwohnern. Die größeren Geschäfte in Tel Aviv verkaufen bis zu tausend Stück pro Monat. Dazu kommen noch E-Scooter-Ausleihdienste. Ein Grund für den Boom ist der schlecht ausgebaute öffentliche Nahverkehr. Auch in anderen nimmt der Verkehr auf E-Scootern und E-Bikes enorm zu. Deutschland ist diesbezüglich noch Entwicklungsland.

Allerding hat dieser massive Elektro-Trend in Israel auch negative Folgen. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres gab es bereits 18 tödliche Unfälle. Jeweils zehn waren es in den beiden Vorjahren. Zudem gab es Hunderte Verletzte Jugendliche. Daraus zog die Regierung die Konsequenzen. Junge Leute zwischen 16 und 18 Jahren müssen einen Kurs absolvieren, um eine Fahrerlaubnis zu erhalten. Wer einen Theorietest mit 30 Fragen besteht erhält eine Art Führerschein der neuen Kategorie A3. Bei Verstößen kann die Lizenz für einen Zeitraum bis zu zwölf Monaten entzogen werden. ++ (vk/mgn/05.04.19 – 093)

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Trend zur Rekommunalisierung – Antikes Rom privatisierte bereits öffentliche Güter

Leipzig, 30. Januar 2019 (ADN). Zur Orientierung auf das Gemeinwohl und die öffentliche Daseinsvorsorge gab der Sozialwissenschaftler Prof. Tim Engartner vom Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Frankfurt am Main am Mittwochabend in Leipzig einen tiefen analytischen Einblick in die derzeitige Situation Deutschlands. Neben überwiegend Besorgnis erregenden Entwicklungen wie der vom herrschenden Neoliberalismus verfolgten Privatisierung öffentlicher Güter skizzierte er  auch einige Lichtblicke. Dazu gehöre der zunehmende Trend zur Rekommunalisierung von städtischer Infrastruktur und Wohnungsbeständen. Schon die alten Römer hätten Gemeingüter mit Raffinesse in private Hände überführt. Besonders gewieft sei dabei Marcus Licinius Crassus (115 v. Ch. – 53 v.Ch.) vorgegangen. Er hatte eine Privatfeuerwehr aus Sklaven zusammengestellt, die aber nur unter bestimmten Konditionen einen Einsatzbefehl erhielt. Gelöscht wurde nur, wenn die brennenden Häuser für wenig Geld blitzschnell an Crassus verkauft wurden. So mehrte er seinen Reichtum. In der modernen Welt habe dieses Phänomen immer mehr gesellschaftliche Sektoren erfasst: Gesundheitswesen, Verkehr und Telekommunikation. Sogar der Bildungssektor sei vereinnahmt worden, sorge für zweierlei Art der Wissensvermittlung und spalte die Gesellschaft. Nach der Parole „Bildung muss sich rechnen“ würden Lehranstalten immer mehr von Privatinteresse überwuchert. Allein an seiner Alma Mater – der Goethe-Universität Frankfurt am Main – gebe es inzwischen 57 Stiftungsprofessuren. 28 von 30 DAX-Unternehmen seien in verschiedenster Art an deutschen Schulen aktiv. In Deutschland werde jede zweite Woche eine neue Privatschule eröffnet. Das führe dazu, dass die ökonomische Bildung der politischen Wissensvermittlung immer mehr den Rang abläuft. Engartner, der auch Direktoriumsmitglied der Akademie für Bildungsplanung und Lehrerbildung (ABL) ist, wies darauf hin, dass es in Deutschland inzwischen 120 private Hochschulen gibt. ++ (gw/mgn/30.01.19 – 030)

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Verkehr und Mobilität ungerecht organisiert

Berlin, 13. November 2018 (ADN). Wer arm ist, leidet auch mehr unter den nagativen Folgen des Verkehrs. Nicht nur die Risiken sind in der Gesellschaft ungleich verteilt, sondern auch die Möglichkeiten, mobil zu sein.  Zu dieser Schlussfolgerung kommen die beiden Verkehrsforscher Stephan Rammler und Oliver Schwedes in einer zu Wochenbeginn in Berlin veröffentlichten Kurzstudie der Friedrich-Ebert-Stiftung. „Auf dem Weg zur Arbeit sind es die SUVs der Reichen, die sich durch die Quartiere der Abgehängten schieben, die dann deren Emissionen einatmen“, stellen die Autoren fest. Bezahlbare Wohnungen befänden sich viel häufiger entlang vielbefahrener Magistralen mit schlechter Luftqualität, während die bürgerlichen Grundstücke und Eigentumswohnungen sich in der luftigen Höhe oder im Grünen befänden.

„Menschen mit geringem Einkommen und geringen Bildungsgraden haben oft schlechtere Chancen auf einen einfachen und für sie bezahlbaren Zugang zu Orten und Einrichtungen“, heißt es weiter in der Studie. Neue Verkehrskonzepte fehlten gerade dort, wo sie am meisten gebraucht werden – in den Randbezirken der Städte wie im ländlichen Raum. Nach den Worten von Oliver Schwedes betrifft die Gerechtigkeitslücke das untere Fünflel der Einkommensbezieher in Deutschland. ++ (vk/mgn/13.11.18 – 297)

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Kostenloser städtischer Nahverkehr vorgeschlagen

Berlin, 13. Februar 2018 (ADN). Bonn, Essen, Herrenberg, Reutlingen und Mannheim sollen Modellstädte für einen kostenlosen urbanen Nahverkehr werden. Das wurde am Dienstag in Berlin bekannt als Teil eines Maßnahmepakets, um die Luftverschmutzung in Deutschland zu reduzieren. Daneben werden Verkehrsberuhigungen in bestimmten Straßen und Steuervorteile für Unternehmen, die sich der Elektromobilität zuwenden, vorgeschlagen. Die Informationen stammen aus einem Brief von Mitgliedern der geschäftsführenden Bundesregierung an den EU-Umweltkommissar. Hintergrund ist eine drohende Klage der EU-Kommission, die alle bisherigen Bemühungen zur Luftreinhaltung für nicht hinreichend hält. 

Erste Reaktionen kommen unter anderen aus der Grünen-Bundestagsfraktion. Die Idee, Bus und Bahn in Städten und Ballungsgebieten gratis anzubieten, klinge so verlockend, dass man sie eigentlich nicht ablehnen könne. Allerdings sei das gegenwärtige  Nahverkehrsangebot schon so dürftig, dass der durch eine solche Neuerung rasant steigende Bedarf noch weniger gedeckt werden würde. ++ (vk/mgn/13.02.18 – 044)

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Berlins illusorische Prognosen für 2025

Berlin, 25. Mai 2017 (ADN). Zum Himmelfahrtstag schwebt Berlin wieder einmal im siebenten Himmel – der Illusionen. Die „Berliner Zeitung“ wagt in einer Sonderbeilage eine Prognose, wie die Stadt im Jahr 2025 wohl aussehen könnte. Absichtsvoll hat man einen überschaubaren, nur acht Jahre umfassenden Zeitraum ausgewählt. Dennoch wird vorsichtshalber vorausgeschickt, dass alles ganz anders ausgehen könnte. Befragt werden Prominente, Politiker und Experten zum Städtebau, zum städtischen Verkehr und anderen urbanen Sektoren.

Als besonders zäh und veränderungsresistent dürfte sich nach den Voraussagen der Politikbetrieb erweisen. Vieles spreche dafür, dass die Beharrungskräfte im politischen System noch größer sind als in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Dazu wird Günter Grass aus dem Jahr 1972 zitiert: „Der Fortschritt ist eine Schnecke.“++ (bl/mgn/25.05.17 – 146)

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Schockstarre über tiefen Krater eines drohenden Umweltdesasters – Jährlich sterben 47.000 Menschen vorzeitig

Leverkusen/Köln, 18. Dezember 2016 (ADN). „Wenn man eine Kugel in einen Pudding drückt, quillt allseitig und unkontrolliert die weichere Masse der Süßspeise empor. Mit diesem bildhaften Vergleich illustriert ein Experte in einer Sendung der Redaktion Westpol im Westdeutschen Rundfunk (WDR) am Sonntagabend die tückische Lage einer noch aktiven Sondermülldeponie, die sich auf einem 13 Hektar großen Grundstück über einer alten Mülldeponie ausbreitet. Dabei würde die neue Müllkippe die Funktion  der riesigen Kugel mit einem Durchschnitt von rund 18 Fußballfeldern ausüben. Die Dramatik dieser Vorgänge spielt sich tatsächlich auf dem künftigen Baugelände für den Neubau der maroden Rheinbrücke bei Leverkusen ab. Die gefährliche und unberechenbare Situation wurde nämlich bei den Planungs- und Projektierungsarbeiten völlig unberücksichtigt gelassen, belegen der Westpol-Redaktion vorliegende Schriftstücke. Daraufhin von den Journalisten bei zuständigen Behörden gestellte Anfragen lassen auf weitgehende Hilflosigkeit und fatale Unkenntnis verantwortlicher Stellen über das bedrohliche Zusammenwirken zwischen der alten Giftmülldeponie der Bayer AG Dhürraue und der Deponie Bürrig (neues Müll-Lager) schließen. „Es ist nicht von den geplanten Ausbauarbeiten des Autobahnkreuzes Leverkusen-West und damit von den Arbeiten für die neue Rheinbrücke betroffen und findet daher in den Antragsunterlagen zur Planfeststellung sowie den zugrunde liegenden Untersuchungsberichten keine Erwähnung“, heißt es in hölzerner Bürokratensprache aus dem Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (NRW). Etwas volksnäher und umso erschütternder formuliert es der mit den Schrifstücken konfrontierte NRW-Verkehrsminister Michael Groschek:“Ich kann mir nicht vorstellen, dass unsere Fachleute ein solches Problem nicht im Auge gehabt hätten, wenn es denn so existiert wie Sie schildern“, sagt der Landespolitiker gegenüber den Reportern.

Drei Tage vor Ausstrahlung der Sendung waren auf einem Forum der Bürgerinitiative (BI) „Lev muss leben“ die Befürchtungen der Bevölkerung laut geworden. BI-Mitglied Norbert Fischer artikulierte, dass die Bürgerinitiative sehr beunruhigt ist über die Planungen von Straßen.NRW vor allem, wenn die Altlastdeponie Dhürraue aufgerissen wird. Keiner könne genau sagen, „welche Chemikalien sich darunter verbergen und daher besteht einfach eine Gefahr für unsere Gesundheit“. Ein schwerwiegender Vorwurf in den zahlreichen Kommentaren zu den Vorgängen lautet:“Man hat einfach nicht rechtzeitig genug saniert, die Parteien schieben den Schwarzen Peter immer hin und her, aber keiner kann mit dem Finger auf andere zeigen, alle haben es versäumt, rechtzeitig zu reagieren.“

Bereits jetzt schwirren nachgewiesenermaßen massenweise Feinstaub und Stickoxide durch die in der Atemluft. Sie stammen aus den Auspuffrohren „moderner“ deutscher Kraftfahrzeuge. Sie bringen Tod und Verderben. Zu den Opfern gehören nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe 47.000 Menschen, die jedes Jahr vorzeitig durch schlechte Luft sterben. ++ /uw/mgn/18.12.16 – 345)

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Wanderausstellung „Don’t Streu Salz“ – 245.000 Hamburger Straßenbäume stark angegriffen

Hamburg, 18. November 2016 (ADN). Der nahende Winter mit frostigen Temperaturen und Schneefall setzt im Nah- und Fernverkehr wieder den oftmals massenhaften Einsatz von Streusalz auf die Tagesordnung. In Hamburg werden in der kalten Jahreszeit 3.000 Kilometer Straße regelmäßig mit Tausalz bestreut. Über die davon ausgehenden Umweltschäden informiert in der Hansestadt eine Ausstellung unter dem Titel „Don’t Streu Salz“. Es geht um „12 Dinge, die Sie über Streusalz wissen sollten aber nie fragen würden.“ Die Exposition soll aufklären und Ratschläge geben, wie der Einsatz auf Gehwegen möglichst schonend vonstatten gehen kann.  Vor allem die rund 245.000 Straßenbäume werden durch das Salz stark angegriffen. Auch Haustiere, Autos und Gebäude sind betroffen. Die Ergebnisse eines fünfjährigen Monitorings an Böden und 900 Straßenbäumen zeigen, dass in den harten Wintern der flächendeckende Streusalzeinsatz zur Natriumanreicherung in Straßenrandböden, zu einer generellen Chloridbelastung in den Bäumen und zu einer Anhebung des Chloridgehaltes im Sickerwasser geführt haben. Besonders krasse Belastungen hat es in den Wintern 2009/2010 und 2010/2011 gegeben.

Die Wanderausstellung tourt seit Januar2015 durch die Bezirksämter und öffentliche Gebäude der Stadt. Um sie auch im Schulunterricht, in die Kulturarbeit und in die Umweltbildung einzubeziehen, werden derzeit Begleitmaterialien erstelllt. Weitere Zielgruppen der Exposition sind Grundeigentümer, Garteninhaber, Kleingärtner und Hundehalter, um sie für das Thema zu sensibilieren.  ++ (uw/mgn/18.11.16 – 315)

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