Kopenhagener Weihnachtsbaum-Forschung – Hochburg Sauerland mit 12.500 Hektar Anbaufläche

Bonn, 25. Dezember 2017 (ADN). In deutschen Wohnzimmern stehen am Jahresende 24 bis 25 Millionen Weihnachtsbäume. Sie „brennen“ in etwa der Hälfte der mehr als 40 Millionen Haushalte. Nach Aussage der derzeitigen Weihnachtsbaumkönigin Vanessa Frank ist die Nordmanntanne gegenwärtig der beliebteste Baum. Das belege sein Marktanteil von 70 Prozent. Wie die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald mitteilt, wird in Kopenhagen sogar zum Weihnachtsbaum geforscht, um das perfekte Gewächs zu finden. Es geht dabei um schönen Wuchs, höhere Forsttoleranz, geringen Nadelverlust und schwere Entflammbarkeit. Die Organisation informierte Mitte dieses Monats ausführlich über die Bedeutung des Weihnachtsbaums für den Markt, die Beschäftigungslage und den Umweltschutz, speziell den ökologischen Fußabdruck. So binde ein Hektar Weihnachtsbaum-Kultur innerhalb von zehn Jahren 145 Tonnen Kohlendioxid und 300 Tonnen Staubpartikel.

In Deutschland gibt es 2.000 bis 4.000 Weihnachtsbaumproduzenten, die jährlich ein Umsatz von 700 Millionen Euro erzielen sowie rund 100.000 Dauer- und 50.000 Saisonarbeitsplätze sichern. Die Anbaufläche von Weihnachtsbäumen liegt in Deutschland zwischen 30.000 und 50.000 Hektar. Zwei Drittel davon entfallen auf Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen (NRW). Letzteres Bundesland hat mit 18.000 Hektar Weihnachtsbaum-Plantagen den unumstritten höchsten Anteil inne. Das Sauerland ist mit 12.500 Hektar Weihnachtsbaum-Hochburg. Um einer einseitigen Privilegierung von Weihnachtsbaum-Wäldern vorzubeugen, begrenzt NRW Großplantagen, indem Anbauflächen von mehr zwei Hektar einer behördlichen Genehmigung unterworfen werden. ++ (wh/mgn/25.12.17 – 370)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Klimawandel löst Tauwetter in Zentraljakutien aus

Leipzig, 13. Juli 2017 (ADN). „Derzeit beobachten wir in Zentraljakutien eine Beschleunigung der Tauprozesse, was wiederum die Lebensbedingungen der Bevölkerung beeinflusst. Dies konnten wir anhand geowissenschaftlicher Daten und anthropologischer Studien nachweisen. Das erklärte Dr. Mathias Ulrich vom Institut für Geographie der Universität Leipzig, der gemeinsam mit Prof. Otto Habeck vom Institut für Ethnologie der Universität Hamburg und Prof. Susan Crate von der George Mason University in Fair (USA) an Forschungen in arktischen Regionen Ursachen und Wirkungen klimatischer Veränderungen untersuchten. Wie die Universität Leipzig am Donnerstag weiter mitteilt, besteht die zentrale Schlussfolgerung der Studien in der Erkenntnis, dass die Zukunft des Ökosystems und die Art der Landnutzung in Zentraljakutien – und generell in den subarktischen und arktischen Regionen – nicht nur von der Geschwindigkeit  und dem Umfang der Umweltveränderung abhängt, sondern auch von globalen, nationalen und regional-sozio-ökonomischenFakten abhängt. Und das erheblich. Dazu zählen die demographische Entwicklung, der technologische Wandel , die agrarpolitische Dynamik und die kulturelle Bedeutung von Lebensmitteln sowie ländliche Lebensgrundlagen. Für die künftige Forschung ist daher die Kombination von sozial-geowissenschaftlichen Erkenntnissen und die intensive Kommunikation zwischen Wissenschaftlern, regionalen Experten, Medien und einheimischen Landnutzern zu empfehlen. ++ (kl/mgn/13.07.17 – 195)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

„Schnauze voll von allgegenwärtiger Plastikpest“ – Stündlich 675 Tonnen Plastmüll im Meer entsorgt

Berlin, 10. Juni 2017 (ADN). Der Schauspieler und Umweltaktivist Hannes Jaenicke klinkt sich am Sonnabend in eine Internet-Petition gegen die Plastikflut ein. Er hat die „Schnauze voll von der allgegenwärtigen Plastikpest.“ Wo man hinschaue, sei es sichtbar – in Plastik eingeschweißtes Biogemüse oder der ganze Plastikmüll im Meer, am Strand, am Straßenrand, am Flussufer. 

Zum Zeitpunkt der Jaenicke’schen Intervention waren bereits mehr als 68.000 Unterschriften eingesammelt. Die von Martin Plothe initiierte Bittschrift, die letztlich Bundeskanzlerin übergeben werden soll, verweist auf ungeheure Folgen des Plastik-Wahns. So braucht allein eine Plasteflasche 450 Jahre, bis sie vollständig abgebaut ist. Stündlich werden 675 Tonnen Plastikmüll in die Weltmeere gekippt. Sie stehen im Zentrum dieser globalen Umweltkrise, an der die Politik bisher schweigend vorbeigesehen hat. Erst gestern, viel zu spät, war die allererste UN-Ozean-Konferenz in New York mit wohlklingenden Erklärungen zuende gegangen. Doch es fehlt der nationale Willen. Die Bundesrepublik Deutschland, die sogar mit einem Vertragsverletzungsverfahren der EU hinsichtlich der Ausweisung von Meeresschutzgebieten konfrontiert ist, war sogar mit drei Ministerien – Umwelt, Landwirtschaft und Entwicklungshilfe – vertreten.

Völkerrechtlich ist eine gemeinsame Verwaltung der Meere schwierig, weil die Küsten unter der Hohheit der Nationalstaaten mit einem Abstand von 200 Seemeilen stehen. In diesen Zonen existieren exklusive Rechte zur Ausbeutung der Ressourcen seitens der jeweiligen Staaten. Jahrzehntelanger Kampf oder – besser formulert – Krampf sind abzusehen. Und das, obwohl es längst – seit 1982 – ein internationales Seerechtsübereinkommen (SRÜ) gibt, das den Schutz der Meere regelt. ++ (uw/mgn/10.06.17 – 162)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Jährlich stirbt eine halbe Million Menschen an Autoabgasen in Europa

Washington/Berlin, 29. Mai 2017 (ADN). Die unzureichende Durchsetzung der Abgasvorschriften hat es zugelassen, das mehr als 30 Millionen schmutziger Dieselfahrzeuge auf Europas Straßen unterwegs sind. Diesen Vorwurf äußerte Margo Oge in einem am Montag in der Berliner Zeitung „Der Tagesspiegel“ veröffentlichten Gastbeitrag. Dieser Tatbestand, bei dem es sich um Betrug handelt, habe dazu geführt, dass durch die dadurch verursachte Luftverschmutzung pro Jahr etwa eine halbe Million Menschen sterben. 

Oge übt scharfe Kritik an den europäischen Behörden. Sie mögen angenommen haben, dass sie den Herstellern helfen, indem sie Vorschrift lax durchsetzen.“Tatsächlich haben sie den Herstellern aber erlaubt, Milliarden von Euro in eine Technologie zu investieren, die weltweit nicht mehr vermarktet werden kann, und die zu Hause nur noch geringe Aussichten hat.“ Obwohl sowohl die amerikanischen als auch die europäischen Kontrollbehörden jahrlang für dumm verkauft worden sind, habe die zuständige amerikanische Umweltbehörde (EPA) nach dem Dieselskandal schnell und wirksam gehandelt. Im Vergleich dazu sei die Antwort der EU auf Dieselgate sehr zurückhaltend gewesen. Das ist nach Einschätzung von Oge, die 32 Jahre lang für die USA-Umweltbehörde EPA tätig war, die Folge der schwachen Umsetzung der Abgasstandards. ++ (iv/mgn/29.05.17 – 150)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46 

Brasiliens Indigene offensiv gegen neu entfachten Raubbau am Regenwald

Brasilia, 28. April 2017 (ADN). Mehrere Tausend brasilianische Indigene demonstrieren gegenwärtig im Rahmen einer Aktionswoche in der Hauptstadt Brasilia gegen die Beschneidung ihrer Schutzgebiete. Darüber informiert am Freitag die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) ausführlich. Die Situation sei eskaliert, als die Protestierer das Parlamentsgebäude erreichten. Polizei griff gewaltsam ein. 

Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wurden im vergangenen Jahr mindestens 13 brasilianische Indigene bei Landkonflikten ermordet. Fernab der großen Ballungszentren spielt sich ein Landkonflikt ab, in dem es nicht selten blutig zugeht. Die SZ schreibt dazu: „Der amazonische Regenwald ist zunehmend  bedroht und damit auch die Territorien und Jagdgründe der indigenen Bevölkerung. Eher still und heimlich hat die Regierung Temer ein Gesetz auf den Weg gebracht, das die Rückstufung von fünf Schutzgebieten vorsieht“. Die zwischenzeitlich erstaunlichen Erfolge Brasiliens beim Waldschutz würden schon seit geraumer Zeit wieder zurückgefahren. Im zurückliegenden Jahr habe die Abholzung um 29 Prozent zugenommen. Mit dem Regierungswechsel in Brasilia habe nicht nur der skandalumtoste Temer die Macht übernommen, sondern auch die einflussreiche Agrarlobby. Damit seien die Kettensägen auf dem Vormarsch. ++ (in/mgn/28.04.17 – 119)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Schockstarre über tiefen Krater eines drohenden Umweltdesasters – Jährlich sterben 47.000 Menschen vorzeitig

Leverkusen/Köln, 18. Dezember 2016 (ADN). „Wenn man eine Kugel in einen Pudding drückt, quillt allseitig und unkontrolliert die weichere Masse der Süßspeise empor. Mit diesem bildhaften Vergleich illustriert ein Experte in einer Sendung der Redaktion Westpol im Westdeutschen Rundfunk (WDR) am Sonntagabend die tückische Lage einer noch aktiven Sondermülldeponie, die sich auf einem 13 Hektar großen Grundstück über einer alten Mülldeponie ausbreitet. Dabei würde die neue Müllkippe die Funktion  der riesigen Kugel mit einem Durchschnitt von rund 18 Fußballfeldern ausüben. Die Dramatik dieser Vorgänge spielt sich tatsächlich auf dem künftigen Baugelände für den Neubau der maroden Rheinbrücke bei Leverkusen ab. Die gefährliche und unberechenbare Situation wurde nämlich bei den Planungs- und Projektierungsarbeiten völlig unberücksichtigt gelassen, belegen der Westpol-Redaktion vorliegende Schriftstücke. Daraufhin von den Journalisten bei zuständigen Behörden gestellte Anfragen lassen auf weitgehende Hilflosigkeit und fatale Unkenntnis verantwortlicher Stellen über das bedrohliche Zusammenwirken zwischen der alten Giftmülldeponie der Bayer AG Dhürraue und der Deponie Bürrig (neues Müll-Lager) schließen. „Es ist nicht von den geplanten Ausbauarbeiten des Autobahnkreuzes Leverkusen-West und damit von den Arbeiten für die neue Rheinbrücke betroffen und findet daher in den Antragsunterlagen zur Planfeststellung sowie den zugrunde liegenden Untersuchungsberichten keine Erwähnung“, heißt es in hölzerner Bürokratensprache aus dem Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (NRW). Etwas volksnäher und umso erschütternder formuliert es der mit den Schrifstücken konfrontierte NRW-Verkehrsminister Michael Groschek:“Ich kann mir nicht vorstellen, dass unsere Fachleute ein solches Problem nicht im Auge gehabt hätten, wenn es denn so existiert wie Sie schildern“, sagt der Landespolitiker gegenüber den Reportern.

Drei Tage vor Ausstrahlung der Sendung waren auf einem Forum der Bürgerinitiative (BI) „Lev muss leben“ die Befürchtungen der Bevölkerung laut geworden. BI-Mitglied Norbert Fischer artikulierte, dass die Bürgerinitiative sehr beunruhigt ist über die Planungen von Straßen.NRW vor allem, wenn die Altlastdeponie Dhürraue aufgerissen wird. Keiner könne genau sagen, „welche Chemikalien sich darunter verbergen und daher besteht einfach eine Gefahr für unsere Gesundheit“. Ein schwerwiegender Vorwurf in den zahlreichen Kommentaren zu den Vorgängen lautet:“Man hat einfach nicht rechtzeitig genug saniert, die Parteien schieben den Schwarzen Peter immer hin und her, aber keiner kann mit dem Finger auf andere zeigen, alle haben es versäumt, rechtzeitig zu reagieren.“

Bereits jetzt schwirren nachgewiesenermaßen massenweise Feinstaub und Stickoxide durch die in der Atemluft. Sie stammen aus den Auspuffrohren „moderner“ deutscher Kraftfahrzeuge. Sie bringen Tod und Verderben. Zu den Opfern gehören nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe 47.000 Menschen, die jedes Jahr vorzeitig durch schlechte Luft sterben. ++ /uw/mgn/18.12.16 – 345)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

2016 weltweite Wasserschäden im Umfang von 14 Milliarden Dollar bei Unternehmen

Gernsbach, 2. Dezember 2016 (ADN). Wasserprobleme verursachen in diesem Jahr weltweit 14 Milliarden Dollar Kosten bei Unternehmen. Im vergangenen Jahr war der Schadensumfang mit 2,6  Milliarden Dollar wesentlich geringer. Das teilte die jüngste Ausgabe des Informationsdienstes EUWID mit. Die Aussage stützt sich auf einen Bericht der Organisation CDP, die die Umweltleistungen von Unternehmen misst. Grund für die deutlich höheren Kosten seien Dürren, Überschwemmungen, Wasserstress durch den Klimawandel, strengere Umweltgesetze, Kosten für Wasserreinigung und Strafzahlungen. Die Untersuchung beruht auf der Auswertung von Daten aus 607 Unternehmen.Der höchste Schadensanteil entfällt auf den japanischen Kernkraftkonzern Tepco, der wegen der Grundwasserverschmutzung durch die Nuklearkatastrophe in Fukushima im Jahr 2011 eine Kostensumme von zehn Milliarden Dollar offiziell zugab. Die Volkswagen AG war mit zwei Millionen Dollar im Jahr 2016 beteiligt. Das war auf strengere Chemikalien-Regelungen in Spanien zurückzuführen.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass Wasserthemen die weltweiten Anstrengungen zur Umsetzung des vor einem Jahr beschlossenen Pariser Klimaabkommens stark beeinflussen. Die Analyse ergab, dass ein Viertel der von den Unternehmen gemeldeten Maßnahmen zur Emissionsreduktion von einer stabilen Wasserversorgung abhängen.

Die Organisation CDP (Carbon Disclosure Projekt) ist die weltgrößte Investoreninitiative. Zu ihr gehören 722 Großunternehmen mit einem Gesamtvermögen von 87 Billionen Dollar. Das 2002 gegründete CDP ist eine unabhängige gemeinnützige Organisation, die seit 2012 einen verantwortlichen Umgang mit Wasser, den Schutz von Primärwäldern und das Management von Umweltrisiken in der Zulieferkette bewertet und einfordert. ++ (uw/mgn/02.12.16 – 329)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46