Thüringer Kali-Gipfel beriet über Salzlauge-Deponie in stillgelegten Bergwerken

Erfurt, 21. November 2016 (ADN). Thüringen will dem Kasseler Kali-Konzern K + S beim Bewältigen seiner Entsorgungsprobleme helfen. So soll das Einlagern von im Produktionsprozess anfallender Salzlauge in dem nordthüringischen Bergwerk Bischofferode geprüft werden. Das kündigte Ministerpräsident Bodo Ramelow am Montag in Erfurt beim Kali-Gipfeltreffen von Gewerkschaftern, Unternehmern und Wissenschaftlern an. Erste Tests seien bereits angelaufen. Außerdem werde er Kontakt mit Niedersachsen aufnehmen, um Möglichkeiten des Versenkens von Abwässern in der Grube Bergmannssegen Hugo zu untersuchen. Bereits genutzt wird die stillgelegte Grube Springen in Thüringen, um die Salzlauge loszuwerden. Die Werra als „natürliche“ Entsorgungsrinne steht nur begrenzt zur Verfügung, weil ein bestimmter Gehalt an schädlichen Chemikalien nicht überschritten werden darf. Zudem droht die Verseuchung des Grundwassers in der betreffenden hessisch-thüringischen Region. Jährlich fallen rund sieben Millionen Kubikmeter Salzlauge an. Zudem läuft Ende dieses Jahres eine Übergangserlaubnis des Regierungspräsidiums Kassel aus, die das Einlagern der Lauge auf hessischem Territorium gestattet hatte.

Aufgrund der Engpässe bei der Laugenbeseitigung hatte die Produktion in den Werken des Werra-Reviers in Hattorf (Hessen) und Unterbreizbach (Thüringen) bereits über mehrere Wochen gestockt. Kurzarbeit war die Folge. In den Gruben und Fabriken des Kali-Konzerns in dieser Region sind 4.400 Bergleute und andere Arbeitskräfte beschäftigt, davon kommen 40 Prozent aus Thüringen. ++ (uw/mgn/21.11.16 – 318)

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Wanderausstellung „Don’t Streu Salz“ – 245.000 Hamburger Straßenbäume stark angegriffen

Hamburg, 18. November 2016 (ADN). Der nahende Winter mit frostigen Temperaturen und Schneefall setzt im Nah- und Fernverkehr wieder den oftmals massenhaften Einsatz von Streusalz auf die Tagesordnung. In Hamburg werden in der kalten Jahreszeit 3.000 Kilometer Straße regelmäßig mit Tausalz bestreut. Über die davon ausgehenden Umweltschäden informiert in der Hansestadt eine Ausstellung unter dem Titel „Don’t Streu Salz“. Es geht um „12 Dinge, die Sie über Streusalz wissen sollten aber nie fragen würden.“ Die Exposition soll aufklären und Ratschläge geben, wie der Einsatz auf Gehwegen möglichst schonend vonstatten gehen kann.  Vor allem die rund 245.000 Straßenbäume werden durch das Salz stark angegriffen. Auch Haustiere, Autos und Gebäude sind betroffen. Die Ergebnisse eines fünfjährigen Monitorings an Böden und 900 Straßenbäumen zeigen, dass in den harten Wintern der flächendeckende Streusalzeinsatz zur Natriumanreicherung in Straßenrandböden, zu einer generellen Chloridbelastung in den Bäumen und zu einer Anhebung des Chloridgehaltes im Sickerwasser geführt haben. Besonders krasse Belastungen hat es in den Wintern 2009/2010 und 2010/2011 gegeben.

Die Wanderausstellung tourt seit Januar2015 durch die Bezirksämter und öffentliche Gebäude der Stadt. Um sie auch im Schulunterricht, in die Kulturarbeit und in die Umweltbildung einzubeziehen, werden derzeit Begleitmaterialien erstelllt. Weitere Zielgruppen der Exposition sind Grundeigentümer, Garteninhaber, Kleingärtner und Hundehalter, um sie für das Thema zu sensibilieren.  ++ (uw/mgn/18.11.16 – 315)

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Bundesregierung fördert mit Milliarden umweltschädliches Verhalten

Berlin, 5. November 2016 (ADN). „Ob Diesel, Dienstwagen oder Kohle – die Bundesregierung fördert mit Milliarden umweltschädlches Verhalten und Technologien“. Das erklärte der Fraktions-Vizevorsitzende der Grünen-Partei im Deutschen Bundestag, Oliver Krischer, dem Berliner Printmedium „Der Tagesspiegel“. Das Blatt berichtet am Sonnabend über Hintergründe dieser und weiterer Kosten für den Steuerzahler. Dazu zählen die Folgeaufwendungen von derartigen Subventionen. Dazu gehören Investitionen in den Klimaschutz, die ohne diese Subventionen teilweise unnötig wären.

Zu der von der CSU plötzlich wieder in den Vordergrund gezerrte Forderung nach einer PKW-Maut schreibt Krischer auf seiner Webseite: „Schade, dass die Bundesregierung ihr politisches Gewicht in Brüssel für die blödsinnige Maut und nicht für den Klimaschutz und nachhaltige Mobilität in die Waagschale wirft.“ Außerdem bestreite das Bundesfinanzministerium, dass die Steuerbefreiung für Kerosin und das Dienstwagenprivileg Beihilfen sind. Krischer hatte einer Anfrage an die Bundesregierung das Fazit der Chefin des Umweltbundesamtes (UBA) im Jahresbericht der Behörde zugrunde gelegt, dass der Staat jährlich mit mehr als 50 Milliarden Euro Maßnahmen fördert, die der Umwelt in erheblichem Maße schaden. Aus der Antwort geht hervor, dass die Bundesregierung nicht beabsichtigt, umweltschädliche Subventionen abzubauen. Dazu in krassem Gegensatz steht die seit 2009 regelmäßig bei den Gipfeltreffen der 20 weltgrößten Wirtschaftsnationen abgegebene Verpflichtung der Bundesrepublik Deutschland, zumindest Subventionen für fossle Energien abzuschaffen. ++ (kl/mgn/05.11.16 – 302)

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Ökologischer Fußabdruck immer größer – Stiftung Denkwerk Zukunft beendet Tätigkeit

Berlin,  2. Oktober 2016 (ADN). Der ökologische Fußabdruck wird immer größer – auch in Deutschland.  Von 2, 5 vor einigen Jahren hat er sich auf 3,1 ausgedehnt. Das ist trotz der umfangreichen Bemühungen für Umweltschutz und Nachhaltigkeit geschehen. Das erklärte Prof. Meinhard Miegel am Sonntag in seinem Schlusswort zur vierten Konferenz der Stiftung Denkwerk Zukunft in Berlin. Der Riesentanker „Klimawandel“ habe seine Fahrtrichtung seit dem ersten vor vier Jahrzehnten erstellten warnenden Bericht des Club of Rome nicht verändert. „Wir nähern uns dem Eisberg unvermindert an und befinden uns in einem existenziellen Dilemma“, so der Vorstandsvorsitzende des 2007 von ihm mitgegründeten „Denkwerks Zukunft“. Beängstigend sei, dass wir nicht wissen, was ist. Dass diese Menschheit handelt und ihre Lebensweise grundlegend ändert, werde unendlich schwer. Ganz viele kleine Schritte seien dazu notwendig und zu bündeln. Es gelte, von der Lebenslüge Abschied zu nehmen, es könne so bleiben wie es ist. Das betreffe vor allem die westlichen Industrieländer.

Miegel kündigte an, dass die Stiftung zum Ende dieses Jahres die Tätigkeit in der seit zehn Jahren praktizierten Organisationsform einstellt und in einem neu strukturierten Gebilde die Bemühungen um den Erhalt des Planeten Erde und um eine nachhaltige Entwicklung der globalen  Zivilgesellschaft fortsetzen wird.

Tags zuvor fand die deutsche Erstaufführung des Films „Racing Extinction“ statt.  Darin werden die Kardinalsünden der Menschheit im Umgang mit den Meeren und ihren Lebewesen eindrucksvoll dargestellt. Der 90-Minuten-Streifen illustriert, dass die Versauerung der Weltmeere eine vielfach größere Gefahr für den Weiterbestand der Erde birgt als die auf dem Land vom Menschen verursachten Umweltschäden. Während in der Wald- und Landwirtschaft 5.000 Millionen Tonnen Kohlendioxid produziert werden, entstehen durch Missbrauch der weltweiten Gewässer 36.000 Milionen Tonnen Kohlendioxid. ++  (nh/mgn/02.10.16 – 268)

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Ramelow öffnet mit Kaligipfel Pandorabüchse über das Schicksal eines DDR-Exportschlagers

Erfurt, 17. Juli 2016 (ADN). Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow will versuchen, die Treuhandverträge zur Verfügungsgewalt über die Kalindustrie der ehemaligen DDR auf den Prüfstand zu stellen. Wie am Wochenende bekannt wurde, will der Regierungschef dazu am Ende der Sommerpause einen Kali-Gipfel veranstalten. Teilnehmen sollen Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker, Vertreter des Kasseler Kali-Konzerns K + S sowie Wissenschaftler. Der Plan dürfte der Öffnung einer Pandora-Büchse gleichkommen und wesentliche Bestandteile der Geheimverträge über den Verkauf einer der erfolgreichsten Wirtschaftsbranchen und eines Exportschlagers der DDR zur Diskussion stellen. Es soll ein gemeinsamer Plan zum weiteren Vorgehen erarbeitet werden.

Die Folgekosten des ehemaligen DDR-Bergbaus werden auf 3, 3 Milliarden Euro geschätzt. Diese Altlassten muss nach bisheriger Rechtslage das Land Thüringen allein tragen. Der Kalikonzern K + S, der die DDR-Kali-Industrie kaufte und zudem aus der Schatulle der Treuhandanstalt noch eine Milliarde DM erhielt, will sich nicht an diesen sogenannten „Ewigkeitskosten“ beteiligen. Derzeit zahlt das Land Thüringen allein für die Sicherung der Gruben Merkers und Springen jährlich 20 bis 25 Millionen Euro an K + S. Dass das Land zu den Zahlungen verpflichtet ist, hat erst 2015 das Verwaltungsgericht Meiningen bekräftigt. Bei der Fusion der ost- und westdeutschen Kaliindustrien hatte die Treuhand Anfang der 90er Jahre das Unternehmen K + S von den Kosten für DDR-Umweltschäden freigestellt.++ (kr/mgn/17.07.16 – 192)

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