Debatte über Zukunft Ostdeutschlands zum Ritual verkommen – Thüringen verlor 450.000, Bayern gewann 1,5 Millionen Menschen

Berlin, 7. September 2017 (ADN). Die Debatte über die Zukunft der ostdeutschen Länder ist zu einem Ritual verkommen. Das stellt die Tageszeitung „neues deutschland“ (nd) am Donnerstag fest. Einmal im Jahr lege die Bundesregierung einen Bericht vor, in dem sie die gleichen Probleme in abgehängten Regionen wie Abwanderung, Überalterung und Armut beschreibt, ohne sich ernsthaft mit Lösungen zu beschäftigen. Die betroffenen Menschen würden entweder als heldenhafte Märtyrer dargestellt, die das Ende der DDR mit ihrer beruflichen Existenz bezahlt hätten, oder als potenzielle Nazis, deren Frust in Gewalt gegen Migranten, Geflüchtete oder andere Minderheiten münden könne. Ohne bessere Lohn- und Sozialpolitik sei nicht zu erwarten, dass durch staatliche Interventionen strukturschwache Gegenden auf einmal aufblühen. „Die Fehler, die einst beim Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft gemacht wurden, wirken bis heute nach und können nur langfristig behoben werden“, so nd.

Wie die Diskriminierung der ostdeutschen Bundesländer konkret funktioniert, erklärt Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow in einem Interview am Donnerstag mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). „Wir sind nach wie vor benachteiligt, auch wenn man das im Westen nicht gerne hört. Sosehr ich mich zum Beispiel über Opel in Eisenach freue: Die Konzernmutter sitzt in Rüsselsheim, und dort werden die Steuern bezahlt. Ohne Hauptsitze großer Unternehmen bleibt unsere Steuerkraft gering. Auch die höheren Strompreise  im Osten sind von Nachteil, vor allem für die Ansiedlung von Firmen. Das sollte ursprünglich angeglichen werden, aber dann hat sich Nordrhein-Westfalen mit Blick auf die Landtagswahl verweigert, und die neue Regierung dort macht genauso weiter. Das geht ganz klar zu unseren Lasten. Auch haben wir seit 1990 rund 450.000 Menschen verloren, Bayern hat in der gleichen Zeit 1,5 Millionen dazugewonnen.“++ (de/mgn/07.09.17 – 251)

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Im Jahr 3705 sind die Deutschen ausgestorben

Suhl/Weißenfels, 14. September 2016 (ADN). Im Jahr 3705 werden die Deutschen ausgestorben sein. Das prognostiziert der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) für den Fall, dass die Geburtenrate so niedrig bleibt wie gegenwärtig. In der Fernsehsendung „Exakt – So leben wir !“ wird am Mittwoch festgestellt, dass wir weniger und älter werden. Allerdings bleiben wir bis ins hohe Alter fitter.

Beispielhaft für besonders dramatische Trends muss die Stadt Suhl in Südthüringen herhalten. Seit der Wende habe die Stadt mehr als ein Drittel seiner Bevölkerung verloren. Die Siedlung schrumpft. Sie müsse schrumpfen, um künftig Wasserversorgung und Nahverkehr bezahlbar zu halten. Seit dem Jahr 2010 regiere die Abrissbirne. Ein ganzer Stadtbezirk – die Plattenbausiedlung Suhl-Nord – verschwinde. Die Bevölkerung nehme schweren Herzens von ihrem Viertel Abschied und ziehe aus. Von Gegenwehr oder Lösungswegen ist nicht die Rede.

Dies allerdings geschieht in der Stadt Weißenfels in Sachsen-Anhalt. Dort reagiere die Verwaltung auf Abwanderung und Überalterung mit der Ansiedlung von Polen. Im Namen der EU-Binnenwanderung kommen sie an die Saale und halten die Wirtschaft auf Trab. ++ (df/mgn/14.09.16 – 250)

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