Passiv-Boykott der Mineralölwirtschaft gegenüber Elektromobilität

Weimar/Bochum, 10. Februar 2017 (ADN). In Deutschland tätige Mineralölfirmen machen deutlich, dass sie die Bemühungen um mehr Elektromobilität boykottieren werden. Den passiven Widerstand des Unternehmens Aral umschreibt dessen Europa-Chef Wolfgang Langhoff in einem Interview mit der „Thüringischen Landeszeitung“ (TLZ) am Freitag mit folgenden Sätzen: „Wir sehen derzeit kein wirtschaftliches Konzept, das für uns trägt. Von den 45 Millionen Kraftfahrzeugen in Deutschland sind 36.000 reine Elektroautos, knapp 200.000 haben einen Hybridantrieb. Das ist noch extrem wenig. Hinzu kommt: Strom ist nicht unser Geschäft. Und Tankstellen haben meist wenig Platz zum Aufladen.“  

Mit 2.500 Stützpunkten ist Aral die größte Tankstellenkette in Deutschland und damit Marktführer. Der Marktanteil beträgt nach Angaben von Langhoff 22 Prozent. Es gebe noch Luft nach oben. ++ (el/mgn/10.02.17 – 039)

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Glitschige Einjahresbilanz des ersten linken Spitzenadministrators

Erfurt/Weimar, 5. Dezember 2015 (ADN). Ein Jahr Einsamkeit von Bodo Ramelow als Thüringens Ministerpräsident und eine nostalgische Sicht auf die Undurchschaubarkeit der Politik in den seinerzeitigen Fürstentümern des grünen Herzens Deutschlands stellt die „Thüringer Landeszeitung“ (TLZ) am Wochenende zueinander ins Verhältnis. Der gegenwärtige Regent sei weit anderen Fährnissen ausgesetzt als die meist kulturbeflissenen Herzöge dieser deutschen Kernregion.

Viel ungnädiger springt der Kommentator von Zeit-online.de mit dem aus Hessen stammenden ersten linken Landespremier um, der genau vor einem Jahr mit hauchdünner Mehrheit vom Erfurter Landtag gewählt worden ist. Er unterstellt ihm sieben Tricks, mit denen er seine Macht festigt und seinen Beliebtheitswert bei seinen Untertanen auf fast 60 Prozent erhöht hat.  Die ersten drei nennt er stichwortartig: Heiligenschein, Redeschwall und Liebeszauber. Ramelow herze „all diejenigen, vor denen er ein bisschen Angst hat.“ Namentlich werden Zahnarzt, Kammerjäger und Streifenpolizist genannt. Unklar bleibt, warum gerade diese Berufsgruppen Furcht auslösen sollen.  Der Kniff „Personalspiele“ scheint den Autor besonders beeindruckt zu haben. Sie erschienen überraschend und genial so wie die jüngste Personalie, derzufolge der ehemalige Generalsekretär der Jüdischen Gemeinde Deutschlands Stephan Kramer ins Amt des Landesverfassungsschutzpräsidenten gehievt worden ist. Aus Trick Nummer sieben, der der „Pathos-Maschine“ auf Position sechs folgt, lasse sich das rückwirkende Bestreiten sämtlicher vorangegangener Raffinessen schlussfolgern.

Diese seltsame, wenig prägnante und glitschige Einjahresbilanz über die Tätigkeit eines Regierungschefs, die der Kommentator namens Martin Machowecz abgegeben hat, verstört einigermaßen. Sie ist mit neutral und nichtssagend nur milde beschrieben. Das selbstgefällige Fabulieren lässt vermuten, dass entweder Unvermögen des Beurteilers vorliegt oder dem Beurteilten höchste Staatskunst bescheinigt wird. Vielleicht wäre Thüringens derzeitiger Potentat und Spitzenadministrator auch als Chef eines gut und geschickt regierten Staatstheaters zu kennzeichnen. ++ (po/mgn/05.12.15 – 330)

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