Globale Holzernte zu 17 Prozent aus illegalen Quellen – 50.000 Spezies weltweit ausgelöscht

Erfurt/Basel, 18. April 2019 (ADN). „Nach einer Studie des Kompetenzzentrums Holzherkünfte des Hamburger Thünen-Instituts, einer staatlichen Behörde im Zuständigkeitsbereich des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL), hat sich die Holzverbrauchsmenge weltweit innerhalb der letzten 50 Jahre verdoppelt. Mit ihr gewachsen ist der illegale Holzeinschlag, der bis zu 17 Prozent der globalen Holzernte ausmacht.“ Darüber informiert am Donnerstag in Erfurt die Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) ThüringenForst in einer Pressemitteilung. Nach den Worten von ThüringenForst-Vorstand Volker Gebhardt ist es „Aufgabe der Hamburger Holzdetektive, illegale Machenschaften im milliardenschweren globalen Handel mit Holz aufzudecken“.

Die 15 Wissenschaftler des Kompetenzzentrums erstellen jährlich rund 1.400 Herkunftsgutachten – Tendenz steigend. Mit immer feineren Methoden wird nicht nur die Holzart, sondern mittels Genmarkern sogar der Platz ermittelt, an dem der einzelne Baum gewachsen ist und geschlagen wurde. Zudem kann geschütztes Tropenholz in Papier, Faserplatten oder sogar in Grillkohle identifiziert werden. Mit der vor sechs Jahren in Kraft getretenen EU-Holzhandelsverordnung (EUTR) sind Holzhändler und -verarbeiter verpflichtet, lückenlos über Art und Herkunft des Holzes zu berichten. Insofern ist auf der sicheren Seite derjenige, der sich beim Holzkauf für einheimischen Rohstoff aus Thüringens Wäldern entscheidet. Das dämmt den illegalen Holzhandel ein und sichert die 40.000 Arbeitsplätze in Thüringens Forstwirtschaft und holzverarbeitenden Industrie.

Auf die katastrophalen Folgen der Abholzung des Regenwaldes geht der bekannte Kapitalismuskritiker, Völkerrechtsexperte und mehrfache UNO-Sondergesandte Jean Ziegler aus der Schweiz in einem Zeitungsinterview am Donnerstag ein. Im Laufe von 50 Jahren seien 18 Prozent des afrikanischen Waldes, 30 Prozent der ozeanischen und asiatischen Urwälder und 18 Prozent der lateinamerikanischen und karibischen Wälder abgeholzt worden. Die biologische Vielfalt weise einen alarmierenden Rückgang auf. Tag für Tag verschwänden Pflanzen- und Tierarten unwideruflich. Zwischen 1995 bis 2015 – binnen zwei Jahrzehnten – seien mehr als 50.000 Spezies ausgelöscht worden. ++ (nh/mgn/19.04.19 – 106)

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Fischbestände erholt – Nordsee-Kabeljau-Population seit 2006 verfünffacht

Hamburg, 4. Januar 2018 (ADN). Die Gesamtfangmenge bei Nordsee-Kabeljau für das Jahr 2018 steigt um zehn Prozent auf rund 53.000 Tonnen. Das erklärte der Fischereibiologe Gerd Kraus, Leiter des Thünen-Instituts für Seefischerei Hamburg, am Donnerstag im Deutschlandfunk. Er schätzt, dass der Bestand dieser Fischart in diesem Jahr auf mehr als 200.000 Tonnen anwachsen wird. Diese erfreuliche Entwicklung sei darauf zurückzuführen, dass der EU-Fischereirat den Empfehlungen  der Wissenschaftler weitgehend gefolgt ist. Allerdings gelte die gute Bestandslage beim Kabeljau nur für den nördlichen Teil der Nordsee zwischen Schottland und Norwegen. In der südlichen Nordsee sei der Kabekjau nach wie vor ein seltener Gast. Die Talsohle  habe der Nordsee-Kabeljau  im Jahr 2006 erreicht gehabt. Seitdem habe sich der Bestand nahezu verfünffacht. 

Die Fischereibiologin Stella Nemecky von der Naturschutzorganisation WWF Hamburg bestätigte die Feststellungen von Kraus. Die Erfolgsgeschichte habe einen deutlichen Hintergrund, indem vor mehr als zehn Jahren die Fangmengen erheblich gekürzt worden sind und der Bestand sich in den vergangenen 20 Jahren grundlegend erholen konnte. ++ (fw/mgn/04.01.18 – 004)

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„Allee des Landraubs“ eingeweiht

Sömmerda, 9. September 2017 (ADN). Teilnehmer einer Protestaktion haben  am Rande eines Flurstücks im thüringischen Sömmerda 42 Apfelbäume gepflanzt und damit eine „Allee des Landraubs“ eingeweiht. Anschließend übergaben sie den auf diese Weise entstandenen, elf Meter breiten Verkehrsweg der Stadt Sömmerda als rechtmäßiger Eigentümerin der angrenzenden Flächen. Darüber berichtet die Zeitung „Junge Welt“ (JW) in ihrer Wochenendausgabe. Der Verlauf des neuen Weges entspreche der im Katasteramt der Stadt eingetragenen öffentlichen Verkehrsfläche. Viele solcher Wege seien in der Vergangenheit zu Ackerland gemacht oder auf eine minimale Breite gebracht worden. Dies sei zumindest „widerrechtlich“ und ohne Zahlung von Pachtgebühren geschehen.

Mit der Martins Luthers Apfelbaumpflanz-Initiative vor einem halben Jahrhundert nachempfundenen Aktion wollen die Kritiker auf die verzerrten Eigentumsverhältnisse in der Landwirtschaft aufmerksam machen. Wie im vorliegenden Fall die Südzucker AG entziehen immer mehr große Unternehmen den Bauern Acker- und Weideland. Südzucker hat in der Umgebung von Sömmerda insgesamt 2.500 Hektar Land für 29 Millionen Euro von der Terra eG, einer ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft der DDR gekauft. Dabei haben die 42 verbliebenen Anteilseigner der Terra einen Millionengewinn gemacht, obwohl sie den Boden nach 1990 extrem günstig bekommen haben. Nach Auffassung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) dürfen nur landwirtschaftliche Betriebe Agrarflächen kaufen, keine außerlandwirtschaftlichen Unternehmen. Inzwischen befänden sich nach Angaben des bundeseigenen Thünen-Instituts im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mittlerweile 43 Prozent der Agrarflächen in der Hand branchenfremder Investoren. ++ (lw/mgn/09.09.17 – 253)

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