Nur 15 Prozent der Rektoren ostdeutscher Hochschulen mit Ost-Biographie

Beelin, 18. Oktober 2016 (ADN). „Der Anteil der Rektoren mit ostdeutscher Biographie an ostdeutschen Hochschulen beträgt nur 15 Prozent. Auch in Regierungszentralen, Unternehmen oder bei den Medien sieht es nicht besser aus. Die Menschen bemerken das sehr wohl, und es trägt nicht dazu bei, dass sie sich als gleichwertiger Teil eines demokratischen Gemeinwesens betrachten.“ Das sagte die Ost-Bundesbeauftragte der Bundesregierung , Iris Gleicke, in einem der Zeitung „Der Tagesspiegel“ gegebenen und am Dienstag veröffentlichten Interview. Der Bericht zur Deutschen Einheit unterstreiche die Bedeutung der Angleichung der Renten in Ost und West für die Vollendung der sozialen Einheit. Es sei seit vielen Jahren versprochen worden und es gebe keinen Grund, das noch weiter zu verzögern. „Wenn wir jetzt nicht Wort halten, verliert die politische Klasse noch weiter an Glaubwürdigkeit in den neuen Bundesländern.“, so die in Südthüringen geborene und ansässige Bundespolitikerin. ++ (os/mgn/18.10.16 – 284)

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Vertreibung ist ein äußerst facettenreiches Phänomen – Binnenflucht bislang völlig ignoriert

Berlin/Nürnberg, 15. Mai 2016 (ADN). Aus Nürnberg wird pünktlich zu Pfingsten von ortsansässigen Medien gemeldet, dass die Stadtverwaltung Asylsuchende in belegten Häusern unterbringen will und letztlich die noch wohnhaften Mieter hinausdrängt. Der unmittelbare Täter ist ein junger Hauseigentümer, der auf maximierte Profite aus ist. Er instrumentalisiert die Ausländer, um die unbequemen, sich gegen seine Eigenbedarfskündigung wehrenden Altmieter loszuwerden und danach spielend höhere Gewinne zu erzielen. Was sich so in den alten Bundesländern nach angeblich rein marktwirtschaftlichen Prinzipien abspielt, wird in den neuen Bundesländern zusätzlich ideologisch aufgepeppt. So heißt es in der Pfingstausgabe der „Berliner Zeitung“ fragend, ob den Ostdeutschen Wilkommenskultur deshalb so schwer falle, weil in der DDR jeder vierte aus einer Familie mit Flucht- und Vertreibungshintergrund gelebt habe.  Es drängt sich der Eindruck auf, prekäre Gruppen der Einheimischen werden gegen Flüchtlinge ausgespielt und gegeneinander aufgehetzt. Längst ist das in aller Munde und dafür lassen sich immer mehr beweiskräftige Fälle finden. Inzwischen kommen sogar die Medien in solche Bedrängnis. In Südthüringen werden ganze Redaktionen, Kommunikationsagenturen und Mieter aus ihrem angestammtem Quartier ohne Vorwarnung und rechtlichen Hintergrund herauskatapultiert, um rund drei Dutzend Flüchtlingen aus dem Irak Unterschlupf zu geben.

In all den bekannten und unbekannten Fällen findet eine völlige Vermischung von völkerrechtlich anerkannter Flucht zwischen Staaten und dem bislang einer Schwarzen Box gleichenden Binnenflucht innerhalb eines Staates statt. Letztere ist im internationalen Recht bislang völlig ungeregelt, obwohl sie weltweit enorm zunimmt – sogar innerhalb von Deutschland. Dennich existiert sie für die Juristen gar nicht. Das muss sich schnellstens ändern. ++ (vi/mgn/15.05.16 – 129)

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Henneberger Grafen gehörten zu Schlüsselfiguren der Reformation

Schleusingen, 5. März 2016 (ADN). Eine äußerst nachgefragte Neuauflage der „Genealogie der Grafen von Henneberg“ wurde am Sonnabend in Kloster Veßra bei Schleusingen vorgestellt. Die Sonderveröffentlichung des Hennebergisch-Fränkischen Geschichtsvereins (HFG) enthält neu aufgefundene Daten zu einzelnen Personen des Adelsgeschlechts, das im deutschen Mittelalter in der Zeit von 11. bis bis 16. Jahrhunderts eine bedeutende politische Macht verkörperte. Der Historiker und Autor der Publikation Heinrich Wagner teilte während seines Festvortrags in einem vollbesetzten Saal des ehemaligen hennebergischen Hausklosters des Prämonstratenstifts Veßra mit, dass unter Mithilfe zahlreicher Archive, Museen und anderen Einrichtungen im In- und Ausland ein sehr informatives, reich bebildertes und tiefgründiges Werk zustande gekommen ist. Erste Planungen und Entwürfe zu dem Kompendium, das Auskunft über mehr als 200 Personen innerhalb von 500 Jahren gibt, stammen nach den Worten von Wagner aus dem Jahr 1996.

Trotz erheblicher Gebietsverluste waren die Henneberger, deren Stammsitz nahe der südthüringischen Stadt Meiningen lag, die größte weltliche Macht im Fränkischen Reichskreis. 1337 fungierte Berthold IV. als Berater von drei Kaisern auf der Bertholsburg. Die Grafschaft bewegte sich dauerhaft im Konfliktbereich mittel- und süddeutscher Herrschaften. Dadurch wurde schließlich Wilhelm VI. von Henneberg-Schleusingen zur Durchsetzung der Reformation im 16. Jahrhundert gezwungen. Der am 1. September 1554 geschlossene „Kahlaer Vertrag“ sah eine Erbverbrüderung mit den Wettinern vor. Diese Übernahme Hennebergs durch Sachsen bei Ableben der Henneberger Linie trat im Jahre 1583 mit dem Tod des letzten Fürstgrafen Georg Ernst ein. Den Ernestinern (Weimar/Gotha) standen sieben Zwöftel und den Albertinern fünf Zwölftel der Erbmasse zu. Weitere Zersplitterungen des hennebergischen Vermögens folgten. Während des Dreißigjährigen Krieges war die Schleusinger Bertholdsburg, die Thüringens älteste fürstliche Residenz ist, häufig Schauplatz wichtiger diplomatischer und politischer Verhandlungen. 1624 traf Graf Tilly als Abgesandter des Herzogs von Bayern zur Fürstenversammlung auf der Festung ein. Im Jahr 1631 verhandelte König Gustav Aolf von Schweden nach der Schlacht bei Breitenfeld auf der Schleusinger Bertholdsburg mit seinem militärischen Hauptgegner Wallenstein. Heute zeugen vor allem zahlreiche, teilweise verfallene Burg- und Schlossanlagen im fränkisch-thüringischen Raum von der einstigen Machtfülle der Henneberger Grafen. Dazu zählen die Bertholdsburg in Schleusingen und  die „Schlösser“ Aschach un Ebenhausen. ++ (he/mgn/0503.16 – 065)

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