Bildungssystem von Spaltpilz durchsetzt – Anstieg auf 6.000 Privatschulen

Ludwigslust/Wiesbaden, 8. Januar 2019 (ADN). Im vergangenen Schuljahr waren in Deutschland rund 6.000 Privatschulen registriert. Das sind 80 Prozent mehr als Anfang der 90er Jahre. Diese brandaktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden zum Schuljahr 2017/18 belegen die zunehmende Entfernung vom staatlichen Schulsystem. Auch in Zeiten sinkender Schulkinder-Zahlen und Stillegungen von Bildungseinrichtungen sei die Zahl der privaten Schulen gewachsen. Eine solche Einrichtung werde inzwischen von jedem elften Schüler frequentiert. Im Vergleich der Bundesländer sei in Sachsen der Anteil am höchsten und in Schleswig-Holstein am geringsten. Der Spaltpilz breitet sich also weiter im deutschen Bildungssystem aus.

Von den – präzise 5.839 – Privatschulen sind 62 Prozent (3.635) allgemeinbildene Schulen. Die restlichen 38 Prozent (2.204) gehören zu den Berufsschulen. Insgesamt gibt es in Deutschland 41.765 allgemeinbildende und berufliche Schulen.

Zu den Ost-Spezifika im Bildungssektor äußerte sich in der Zeitung „Die Welt“ am Dienstag aus eigenem Erleben die 17jährige Lilly Blaudszun, die ein Gymnasium im mecklenburgischen Ludwigslust besucht. Sie klagt über den ungeheuren Leistungsdruck. Das Thema werde von den verantwortlichen Politikern in Mecklenburg-Vorpommern totgeschwiegen. „Meine Eltern gingen in der DDR zur Schule. Und ich finde, dass das ganze Schulsystem damals deutlich zielorientierter aufgebaut war. Meine Eltern hatten viel mehr Zeit für Sport oder Freunde. Bei uns geht es ja primär um Noten, Noten, Noten – die sind alles, was zählt. Ich hatte einmal 44 benotete Tests und Klausuren innerhalb von 50 Tagen. Und dieser Druck war damals nicht so da, ist mein Eindruck.“ ++ (bi/mgn/08.01.19 – 008)

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Forst und Sport schließen Kooperationsvertrag

Ilmenau, 7. September 2018 (ADN). Der Landessportbund (LSB) Thüringen und die Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) ThüringenForst haben am Freitag in Ilmenau auf dem ersten „Thüringer Waldgipfel“ ein Kooperationsabkommen geschlossen. Den Vertrag unterzeichneten LSB-Hauptgeschäftsführer Rolf Beilschmidt und ThüringenForst-Vorstand Volker Gebhardt. Danach soll einersets gemeinsam für den Wald als Ort der Erholung und von Sportaktivitäten geworben werden. Anderseits sollen auf die Gesamtheit vielfältiger Nutzeransprüche und die oft genug kostenfrei für die Gesellschaft  erbrachten Leistungen der Waldeigentümer stärker in Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden. „Die oft gleichgerichteten, durchaus aber auch gegensätzlichen Interessenslagen benötigen einen stetigen politischen Bewertungs- und Abwägungsprozesss, um das einzigartige Natur-, Klima- wie auch Wirtschaftssystenm Wald nicht überzustrapazieren“, heißt es in einer aktuellen ThüringenForst-Presseinformation zum „Thüringer Waldgipfel“.Dazu gehörte auch eine hochkarätige forstpolitische Diskussionsveranstaltung mit 200 Teilnehmern.

Unter dem Begriff „Waldsprecher Thüringen“ haben sich rund 35 Organisationen aus dem gesamten Bundesland zusammengefunden, die den Wald in den öffentlichen Fokus rücken wollen. Neben Institutionen der Forst- und Holzbranche sind dies vor allem Akteure aus den Bereichen Sport, Gesundheitswesen, Bauen und Energie. ++ (wg/mgn/07.09.18 – 230)

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Fußball ermöglicht die Restauration der nationalen Identität

Paris, 13. Juni 2018 (ADN). „Der Fußball ist die Sportart der Mondialisierung schlechthin. Sein Paradoxon besteht darin, dass er die Restauration der nationalen Identität ermöglicht, die von den anderen Faktoren der Globalisierung bedroht wird“. Das erklärte der französische Politologe und Sportexperte Pascal Boniface am Mittwoch in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung “ (FAZ). Es handele sich um ein einfaches Spiel, das alle verstehen. Man müsse ein Tor mehr als der Gegner schießen. Fußball könne überall gespielt werden: im Garten, auf der Straße, auf dem Pausenplatz oder am Strand.

Seinen planetarischen Durchbruch verdankt nach Meinung von Boniface diese Sportart dem Fernsehen, das zum globalen Fußballstadion  geworden ist. Dort fänden unbeschränkte Zuschauermassen Platz. In Brasilien hätten mehr als drei Milliarden Menschen die Spiele verfolgt.  ++ (sp/mgn/13.06.18 – 145)

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Zahl der Staaten der Welt könnte rasch um 50 wachsen

Rio de Janeiro, 6. August 2016 (ADN). Das farbige Feld der einmarschierenden Sportler aus 207 Nationen am Sonnabend bei Eröffnung der Sommerolympiade in Rio de Janeiro könnte binnen kurzem um rund 50 Staaten wachsen. Es gibt nämlich inzwischen rund 50 Staaten auf der Welt, die sich als solche betrachten und um ihre offizielle völkerrechtliche Enerkennung kämpfen. Ein sehr prominentes europäisches Beispiel, das derzeit in der Sommerflaute die Nachrichtenspalten als originelles Unikum füllt, ist das Fürstentum Seborga. Es kann auf eine rund tausenjährige Vergangenheit seiner Souveränität als Fürstentum zurückblicken, dies auch überzeugend beweisen und verfügt über die erforderlichen Insignien. Sogar das notwendige Staatspersonal ist inzwischen für das vier Quadratkilometer große unabhängige Teritorium zwischen Nizza (Frankreich) und Ventimiglia (Italien) rekrutiert worden. Fürst Marcello I. führt derzeit das Zepter in dem 1993 proklamierten Fürstentum mit etwa 2.000 Bürgern. 27 ausländische Vertreter repräsentieren inzwischen den Zwergstaat, der von Italien ignoriert und von der UNO bisher nicht aufgenommen worden ist. Seborga wurde im Jahr 954 erstmals urkundlich erwähnt, im Jahr 1079 als Fürstentum. Es ist also wesentlich älter als der Nationalstaat Italien, dem es nicht gelingt die Existenz von Seborga juristisch zu widerlegen. Im Gegenteil: Der Kleinststaat kann umfassend seine Unabhängigkeit dokumentieren – u.a. durch die Vertragswerke des Wiener Kongresses 1815. Zu keinem Zeitpunkt war Seborga Teil eines anderen Staatsgebildes.Im Dezember 2011 hat Fürst Marcello I. beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) eine Feststellungsklage auf Rechtmäßigkeit des Fürstentums eingereicht. Sie wurde angenommen. Eine Verhandlung gab es bisher noch nicht. ++ (in/mgn/06.08.16 – 211)

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Politik und Fußball spielen Doppelpass – personell, inhaltlich und medial

Köln, 27. Dezember 2015 (ADN). Der niedersächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel zog es kürzlich vor, in Düsseldorf an einer Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-bundes (DFB) teilzunehmen, statt in Berlin über den Einsatz der Bundeswehr in syrien abzustimmen. Mit dieser Facette der bundesdeutschen Polit-Landschaft läutete der Deutschlandfunk am Sonntag eine sechsteilige Sendereihe über die enge Verzahnung des Fußballs mit den Machtapparaten ein. Grindel, der als neuer Fußballpräsident gehandelt wird und sich gegenwärtig konkreten Vorwürfen der Beeinflussung seitens des DFB auf die Politik ausgesetzt sieht, stehe in der Tradition konservativer Politiker an der DFB-Spitze. Gerhard Mayer-Vorfelder war Landesminister, Theo Zwanziger Regierungspräsident – beide in der CDU. Politik und Fußball spielen Doppelpass. Nicht nur personell und inhaltlich, sondern auch medial, stellt Autor Moritz Küpper fest. Dass solche zweifelhaften Kombinationen sogar höchste prokollarische Ordnungen durcheinander oder gar sprengen können, beweisen die gemeinsamen Besuche von Bundeskanzlern und Bundespräsidenten – zwei unabhängig voneinander agierende Verfassungsorgane – bei den Fußballweltmeisterschaften in Brasilien 2014 und in Japan 2002. Es wird auf andere fragwürdige Konsequenzen hingewiesen:  Als der Bremer Senat seine Pläne öffentlich machte, die Polizeimehrkosten bei Risikospielen künftig der Deutschen Fußball-Liga (DFL) in Rechnung zu stellen, entzogen die Fußballkönige dem Stadtstaat Bremen ein wenige Monate später angesetztes Länderspiel und bekam dafür den Segen des Sportministers de Maiziere. Auch Privilegien wie die Gemeinnützigkeit der millionenschweren DFB-Steuerbefreiungen von Großereignissen oder der Anspruch, Immobilien für Projekte wie das neue DFB-Kompetenzzentrum in Frankfurt am Main oder das Dortmunder Fußballmuseum kostenfrei oder zu günstigen Konditionen zu bekommen, seien ein Ergebnis wohlwollender Öffentlichkeit.

Der Verdacht, Staatssport ganz eigener Art, eventuell nach dem allseits verteufelten DDR-Vorbild zu betreiben, ist angesichts solcher Verquickungen kaum von der Hand zu weisen. ++ (sp/mgn/27.12.15 – 352)

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