Deutsche und russische Gebirgsjäger bargen im Kaukasus Weltkriegstote

Krasnodar, 2. September 2018 (ADN). Mit einer Gedenkveranstaltung auf der Kriegsgräberstätte Krasnodar-Apscheransk im Nordkaukasus endete eine Expedition deutscher und russischer Soldaten in bislang unzugängliche Gebiete. Sie hatten nach Kriegsgefallenen gesucht, die während der Gefechte im Zweiten Weltkrieg im Hochgebirge den Tod fanden. Die Suche in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, dem deutschen Militärattache in Moskau und russischen Behörden war möglich geworden durch das Schmelzen von Gletschermassen, die bisher das Auffinden und Bergen gefallener Soldaten verhinderten. Außerdem wollte die Gruppe – zusammengesetzt aus Soldaten der Gebirgsjägerbride 23 aus Bad Reichenhall und russischen Gebirgsjägern – einen noch nicht georteten Soldaten-Friedhof lokalisieren. Das gelang.

Bei dem Einsatz, der von Mitte bis Ende August stattfand und an dem Volksbund-Generalsekretärin Daniela Schily und Vertreter des deutschen Militärattaches teilnahmen, konnten die Gebeine zahlreicher Kriegstoter gefunden, geborgen und identifiziert werden. Sie erhielten in Krasnodar-Apscheransk eine würdige Ruhestätte. Es ist der einzige deutsche Sammelfriedhof für Gefallene des Zweiten Weltkriegs im Kaukasus und dem ehemaligen Kubanbrückenkopf. Auf der 3,1 Hektar großen Lichtung in Hanglage können bis zu 30.000 Gefallene begraben werden. Unter den derzeit dort ruhenden 17.616 Kriegstoten sind auch 7.415 „unbekannte Soldaten“.

Die Soldaten starben meist während der deutschen Sommeroffensive von 1942 und gehörten zur Heeresgruppe A, die am unteren Don nach Süden und Südosten vorstießen. Anfang August eroberten die Wehrmachtssoldaten zwar die Ölfelder von Maikop und drangen bis zum östlichen Kaukasus vor, mussten sich aber bis März 1943 wieder auf die Ausgangsstandorte zurückziehen. Im Kampfgebiet zwischen Rostow am Don und dem Hochgebirge starben von Sommer 1942 bis Herbst 1943 etwa 130.000 deutsche Soldaten. Für den direkten Einzugsbereich des Friedhofs Apscheransk rechnet der Volksbund mit 45.000 Gefallenen. Dort wurden bisher 300 Grablagen mit rund 50.000 Gefallenen gefunden. Die Gräberanlage in Apscheransk wurde vor zehn Jahren eingeweiht. Dazu gehört ein kleines Gräberfeld, in dessen Erde 37 gefallene slowakische Soldaten beerdigt sind.  ++ ( ml/mgn/02.09.18 – 225)

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Fitness aller westlichen Streitkräfte sinkt massiv – Bundeswehr stellt sogar Fast-Rentner ein

Frankfurt am Main, 14. August 2017 (ADN). „Sinkende Leistungsfähigkeit und geringere Belastbarkeit von Soldaten sind nicht nur in der Bundeswehr ein zunehmendes Phänomen. Sie haben sich vielmehr zu einem zentralen Problem in allen westlichen Streitkräften entwickelt.“ Das teilt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) am Montag mit. So habe die finnische Armee untersucht, wie sich zwischen 1979 und 2004 die Konditionsleistungen von 20 Jahre alten Wehrpflichtigen veränderten. Ein Ergebnis war, dass 1979 bei einem Zwölf-Minuten-Lauf im Durchschnitt 2.750 Meter zurückgelegt worden sind. 25 Jahre später betrug die in derselben Zeit gelaufene Strecke nur noch 2.350 Meter. Zum körperlichen Zustand deutscher Soldaten stellten Bundeswehrärzte in der „Wehrmedizinischen Zeitschrift“ fest: „Offensichtlich ist schon heute ein beträchtlicher Anteil der deutschen Rekruten elementaren Anforderungen nicht gewachsen.“ Das liege nicht zuletzt daran, dass die Masse der Bevölkerung immer weniger fit ist. Seit der Aussetzung der Wehrpflicht vor sechs Jahren bekomme die Bundeswehr diese Entwicklung besonders stark zu spüren. Die harte Konkurrenz mit der Wirtschaft um den Nachwuchs und die fortlaufend hohe Quote der Zeitsoldaten, die ihre Dienstzeit nicht verlängern wollen, hätten ein Personaldefizit verursacht. Das Soll liegt bei 170.000 Berufs- und Zeitsoldaten und wurde im Juni dieses Jahres um 1.500 Männer und Frauen verfehlt.

Trotz vieler zusätzlicher Vorteile, die der Militärdienst inzwischen bietet, sinkt die Zahl der Bewerber. Bis Dezember vergangenen Jahres zog nicht einmal die Hälfte der benötigten Rekruten in die Kasernen ein, obwohl die Kriterien der Tauglichkeit gelockert worden sind. „Der sogenannte Basis-Fitness-Test bei der Eignungsfeststellung gilt heute schon als bestanden, wenn die Bewerber innerhalb von einer Minute einen Pendellauf von elf mal zehn Metern schaffen, fünf Sekunden lang im Klimmzug verharren und auf einem Fahrrad-Ergometer eine Strecke von 3.000 Metern in sechseinhalb Minuten zurücklegen können“, schildert die FAZ das kaum schweißtreibende Aufnahmeprogramm. Um ihre körperlichen Leistungen zu steigern, nehmen nach Informationen der Zeitung im Militärdienst befindliche Soldaten zunehmend Aufputschmittel. Der Verdacht dazu steht auch in einem jüngsten Fall im Raum, bei dem vier Offiziersanwärter bei einem Übungsmarsch kollabierten. Einer von ihnen verstarb.

Frühere Eignungstests verlangten den angehenden Soldaten noch Liegestütze, Sit-ups, Standweitsprung und einen Zwölf-Minuten-Lauf ab. Heutige Anforderungen sind nach Erfahrungen von Ausbildern selbst von übergewichtigen Mittfünfzigern zu schaffen. Dieser Logik folgend stellt die Bundeswehr nach Aufhebung eines Großteils der Altersgrenzen sogar Personal ein, das dem Rentenalter nahe ist. ++ (mi/mgn/14.08.17 – 227)

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5.000 Tonnen Munition aus USA unterwegs nach Deutschland

Rom/Zürich, 30. Juni 2016 (ADN). Für eine vernünftige Beziehung zwischen NATO und Russland plädiert der renommierte italienische Publizist und Außenwirtschaftsberater Dario Rivolta in einem Beitrag der Schweizer Wochenzeitung „Zeit-Fragen“. Die gegenwärtigen Militärmanöver beidseits der Grenzen erhöhten in besorgniserregender Weise die Gelegenheiten „naher Begegnungen“ mit der Gefahr, die Kontrolle zu verlieren. Der ehemalige Abgeordnete des italienischen Parlaments und Vertreter in der Versammlung in der Westeuroäischen Union verweist auf weitere gefährliche Militäraktivitäten des Westens auf europäischem Boden. So sei im Mai in Rumänien ein neuer amerikanischer Flugkörperstützpunkt eingeweiht worden. er soll der Verteidigung Europas vor möglichen Angriffen iranischer ballistischen Raketen dienen. Schon einen Tag später wurde in Polen der Bau eines ähnlichen Stützpunktes begonnen, der 2018 fertiggestellt wird. Seltsamerweise hätten nach Aussagen westlicher Experten die persischen Flugkörper nur eine Reichweite unter 2.000 Kilometer und können gar kein europäisches Land erreichen. Im Übrigen seien die betreffenden Flugkörper nicht auf NATO-Stützpunkten stationiert, sondern in einem rein amerikanischen Militärlager in Deutschland. In der Zwischenzeit werde vermeldet, „dass fünftausend Tonnen Munition in 415 Containern nach Deutschland geschickt werden, zusammen mit Dutzenden Panzern für militärische Übungen in Georgien und im neutralen Moldawien. Als ob das nicht ausreichen würde, will der US-Verteidigungssekretär Carter vier neue Bataillone nach Osteuropa dislozieren, und am 7. Juni fanden in Polen Übungen statt, an denen 25.000 Soldaten teilnahmen. Wen wundert’s, wenn sich Moskau bedroht fühlt und mit Vergeltungsmassnahmen droht ?“, lautet die rhethorische Frage von Rivolta. ++ (mi/mgn/30.06.16 – 175)

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Jubiläum einer nie an Kriegseinsätzen beteiligten deutschen Armee

Köln/Berlin, 1. März 2016 (ADN). Erst- und einmalig in der deutschen Geschichte war eine Armee des Volkes entstanden. Das erklärte der Traditionsverband Nationale Volksarmee (NVA) zum 60. Gründungstag  der DDR-Streitkräfte am Dienstag. „Die NVA kann in Anspruch nehmen, dass sie sich in den Jahren ihres Bestehens an keinerlei kriegerischen Handlungen beteiligt hat und ihre Soldaten nie zu Kriegseinsätzen ins Ausland schickte“, heißt es in dem Grußwort. Alle NVA-Angehörigen seien Soldaten für den Frieden gewesen. 

Zu dem Jubiläum teilt der in Köln ansässige Westdeutsche Rundfunk (WDR) in der Rubrik „Stichtag“ mit, dass die Bundesrepublik nach der Auflösung der NVA im Jahr 1990 ein gutes Geschäft mit dem Verkauf moderner DDR-Waffen gemacht hat. Besonders begehrt seien im Ausland Panzer und Jagdflugzeuge gewesen. Das restliche Gerät sei verschenkt oder verschrottet worden. Die meisten Schiffe der Teilstreitkraft Volksmarine landeten in Indonesien.

Egon Bahr, der nach der Wende als Berater des letzten DDR-Verteidigungsministers Rainer Eppelmann tätig war, hatte den Wert der militärischen Mitgift auf rund 80 Milliarden DM beziffert. Das bezog sich nach Angaben des kürzlich verstorbenen SPD-Politikers allerdings nur auf  das „bewegliche Material“. Über den materiellen Substanzwert der dem Frieden verpflichteten, 34 Jahre lang existierenden Militärmacht der ehemaligen DDR gibt es kaum Einschätzungen. Fragen zum ideellen „Humankapital“ bleiben meist ohne Antwort oder lösen Ratlosigkeit aus. Beispielsweise gibt es kaum Wissen über die Bindungskraft des Treueeids, den die Soldaten der DDR zur Verteidigung ihres Vaterlandes geschworen haben. Weitgehend ungeklärt ist, ob die Rechtswirksamkeit dieses Schwurs überhaupt erloschen ist. Das hatte Eppelmann zwar behauptet und am 20. Juli 1990 entsprechende Textpassagen mit einem Federstrich korrigiert oder ganz liqudiert. Direkt an den ehemaligen Bundesverteidigungsminister Volker Rühe einige Jahre später gerichtete diesbezügliche Anfragen, wurden nur mit Schweigen und Schulterzucken von dem sonst so auskunftsfreudigen Militärexperten beantwortet. Immerhin haben in der Nationalen Volksarmee mehrere Millionen junger DDR-Bürger gedient und ihren Willen bekundet, das Vaterland mit der Waffe und sogar unter Einsatz des eigenen Lebens zu verteidigen. ++ (mi/mgn/01.03.2016 – 061)

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