Alltagsrassismus in Sachsen-Anhalts Polizei identifiziert

Magdeburg/Halle an der Saale, 2. Januar 2016 (ADN). „Die Adresse steht auf der Rückseite des Ausweises. Sie halten doch das modernste deutsche Ausweisdokument in der Hand – mitsamt meinen biometrischen Daten“. Das war die Reaktion des afrodeutschen SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby gegenüber einer Polizeistreife auf dem Bahnhof in Halle an der Halle, als diese ihn augenscheinlich wegen seines fremdartigen Äußeren aus einem Pulk von Reisenden gefischt hatte und kontrollierte. Wie einem Bericht des Menschenrechtsmagazins „Amnesty Journal“ in seiner aktuellen Januar-Ausgabe weiter zu entnehmen ist, ließ diese Antwort die Polizisten noch misstrauischer werden. Der Verdacht steigerte sich noch, als Diaby dem Staatsdiener zusätzlich seinen Ausweis als Hallenser Stadtratsmitglied unter die Nase hielt. Auch der desweiteren als drittes Dokument  gezückte Dienstausweis als ehemaliger Mitarbeiter des Sozialministeriums von Sachsen-Anhalt schürte den Verdacht und die Zweifel der Polizei weiter. Letztlich kamen die Uniformierten in all ihrer Rat- und Fassungslosigkeit zu dem Schluss „Mit den Papieren, die der hat, lassen wir ihn laufen“. 

Das Erlebnis des in Senegal geborenen, später mittels DDR-Stipendium an der Martin-Luther-Universität eingeschriebenen Student der Chemie und schließlich als Deutscher eingebürgerten Abgeordneten  ist ein neuer Mosaikstein für die Erkenntnis gelegt, dass die bundesdeutsche Administration mitten im Sumpf des Alltagsrassismus steckt, den sie viel lieber anderen ans Revers heften möchte. Die zu den aktuellen Deutungen des von der Kölner Polizei intern benutzten Begriffs „Nafri“ künstlich aufschäumende öffentliche Empörung der Politik ist offenbar nur die Spitze eines Eisberges einer schleichenden demagogischen Seuche. ++ (et/mgn/02.01.17 – 002)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

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„Ökozid“ findet Eingang ins internationale Strafrecht

Den Haag, 21. Oktober 2016 (ADN). Derzeit ist ein Rechtsgutachten zu den Schäden an Umwelt und Gesundheit am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag in Arbeit, für die der transnationale Konzern Monsanto verantwortlich gemacht wird. Wie das Nachrichtenportal amerika21.de am Freitag weiter berichtet, sollen damit Verbrechen gegen die Umwelt unter der Bezeichnung „Ökozid“ Eingang in das internationale Strafrecht finden. Die Expertise ist dazu vorgesehen, eine sorgfältig dokumentierte Grundlage für ordentliche Gerichtsprozesse gegen Chemiekonzerne zu bieten.

In dem Bericht wird auf die Bedeutung des Gutachtens für Lateinamerika verwiesen. Allein in Brasilien gebe es jährlich 400.000 Vergiftungsfälle und 4.000 Tote aufgrund von Pestiziden. Das habe ein Gesundheitsexperte der „Associacao Brasiliera de Saude Coletiva“ (Abrasco) im Vorfeld der Haager Verhandlungen erklärt. Während der Gespräche in Den Haag waren rund 30 Bauern, Agrarexperten und Eltern kranker Kinder von fünf international renommierten Richtern aus Argentinien, Mexiko, Kanada, Senegal und Belgien angehört worden. Der Chemiekonzern Monsanto selbst hatte eine Einladung zum Tribunal abgelehnt und das Geschehen als Scheinprozess bezeichnet. ++ (uw/mgn/21.10.16 – 287)

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