Imperiale Grenzziehungen haben lange Tradition – Neues deutsch-amerikanisches Buch erschienen

Santa Barbara/Greifswald, 10. Januar 2017 (ADN). Ein neuer Sammelband in der Reihe „Borderlands and Transcultural Studies“ ist jetzt beim Verlag University Nebraska Press erschienen. Darin wird die Entwicklung von Grenzräumen in der Antike, im Westen der USA und in der Ostseeregion untersucht. Darüber informiert die an dem geschichtswissenschaftlichen Projekt maßgeblich beteiligte Universität Greifswald. In einer Pressemitteilung der Hochschule in Mecklenburg-Vorpommern heißt es, dass ein Vergleich mit dem Römischen Reich die lange Kontinuität imperialer Grenzziehungen zeigt.

Im Vordergrund des von Prof. John W. I. Lee (University of California at Santa Barbara) und Prof. Michael North (Universität Greifswald) herausgegebenen neuen Werkes unter dem Titel „Globalizing Borderlands Studies in Europe and North America“ stehen der Austausch der indigenen Bevölkerungsgruppen Nordamerikas untereinander und mit den europäischen Kolonialmächten, die Migration in den Grenzräumen zwischen USA und Mexiko sowie die grenzüberschreitenden Aktivitäten in Schwedisch-Pommern, Kurland, Litauen und Weißrussland. Außerdem werden Abgrenzungs- und Entgrenzungsprozesse untersucht, beispielsweise die durch die EU-Osterweiterung entstandenen neuen Außengrenzen gegenüber Russland.

Im Vorwort des zu Jahresbeginn vorgelegten Buches wird darauf hingewiesen, dass die eingeborenen Bevölkerungsgruppen in Nordamerika lange vernachlässigt worden sind. Erst durch den Historiker Richard White und sein im Jahre 1991 erschienenes Werk „The Middle Ground: Indians, Empires and Republics in the Great Lake Region, 1650 – 1815“ (Der Mittelgrund: Indianer, Reiche und Republiken in der Region der Großen Seen, 1650 – 1815) wuchs das Interesse an der Geschichte der Alteingessenen und setzte bei den Akteuren der europäischen Kolonialmächte ein neues Verständnis für die wechselseitige Interaktion ein. 

Sei dem Jahr 2010 arbeiten zwei Graduiertenkollegs von Historikern beider Universitäten auf diesem Gebiet zusammen. ++ (vk/mgn/10.01.17 – 010)

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USA könnten untergehen wie Roms Weltreich – Bankrott des politischen Systems droht

Köln, 6. März 2016 (ADN). Die Vereinigten Staaten von Amerika könnten – ähnlich wie einst das Römische Reich – sang- und klanglos untergehen. So kommentierte Martin Wolf von der „Financial Times“ die jüngsten Ereignisse im Vorwahlkampf der USA. Diesen Gedanken greift Gregor Peter Schmitz im Deutschlandfunk auf und führt dazu weiter aus: „Wolf klingt dramatisch, aber er übertreibt nicht einmal. Dass Trump am Dienstag endgültig zum Top-Favoriten der Republikaner avanciert ist, mag zum Lachen einladen, lustig ist es aber nicht mehr. Denn der rasante Aufstieg des Politikerdarstellers Trump – mehr ist er ja nicht, so gänzlich ohne glaubhaftes Programm, ohne jede Hemmungen, ohne konstruktive Lösungsvorschläge – verkörpert etwas, womit sich der Unternehmer Trump persönlich auskennt: eine Bankrotterklärung. Nur droht diesmal der Bankrott des politischen Systems der USA.“ Die Globalisierung habe in den USA früher als in anderen Teilen der Welt zu einer kollektiven Verunsicherung geführt. Amerikas kapitalistisches System weise so viele Schwächen un Ungereimtheiten auf, dass Bernie Sanders mit seiner Kritik daran zum glaubhaften Kandidaten werden konnte. Auch Hillary Clinton stehe für ein System, das viele Amerikaner hassen.

Schmitz schlussfolgert: „Das Ende es römischen Reichs als leuchtendes Vorbild in der damaligen Welt war zumindest teilweise der Dekadenz geschuldet, sagen die Historiker. Die könnten einst für den amerikanischen Niedergang die Unversöhnlichkeit verantwortlich machen.“ ++ (ro/mgn/06.03.16 – 066)

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