17 Prozent bundesweite Ost-Quote für Spitzenpositionen

Potsdam, 20. Oktober 2018 (ADN). „Derzeit sind nur 1,7 Prozent der mittleren Führungspositionen in Deutschland mit Ostdeutschen besetzt. Es gibt aber 17 Prozent Ostdeutsche in Deutschland.“ Das stellte Frauke Hildebrandt, Professorin an der Fachhochschule Potsdam und Tochter der SPD-Politikerin Regine Hildebrandt, in einem am Wochenende in der „Märkischen Allgemeinen“ (MAZ) veröffentlichten Interview schonungslos fest. Sie wolle sich deshalb dafür einsetzen, dass in Verwaltung, Justiz, Wirtschaft, Wissenschaft und freier Wohlfahrt eine bundesweite Quote für Ostdeutsche von 17 Prozent eingeführt wird – natürlich bei gleicher Eignung. Anders gehe es nicht und sei vergleichbar mit der Frauenquote. Ziel sei, die Repräsentanz Ostdeutscher in Spitzenpositionen zu erhöhen. Eine solche Quote dürfe nicht nur in Ostdeutschland gelten, sondern auch in den westlichen Bundesländern. Sie wisse, dass sich die Lücke nach 30 Jahren durch gutes Zureden nicht schließt.

Nach den Worten von Hildebrandt wurden spezifische ostdeutsche Interessen einfach viel zu wenig berücksichtigt. In den Umbrüchen der Wende habe es viele Enttäuschungen und Kränkungen gegeben, über die kaum geredet wurde. Beispielsweise wurden Berufsabschlüsse nicht anerkannt. Auch im Bundesland Brandenburg habe es nach 1990 einen Austausch der Führungspositionen durch Westdeutsche gegeben. Diese wiederum hätten aus ihren Netzwerken nachrekrutiert.

Die Sozialwissenschaftlerin machte darauf aufmerksam, dass sich viele Menschen im Osten Sorgen um ihre Renten machen. „Wir brauchen Regelungen, die die Lebensleistung der Ostdeutschen nach 1989 anerkennen. Auch müssen endlich die Tarifgebiete Ost und west abgeschafft werden. Und der Mindestlohn muss erhöht werden. 13 Euro sind das mindeste. Dazu braucht man viele Leute, die die Situation aus eigener Erfahrung auf dem Schirm haben. Mit 1,7 Prozent geht das nicht,“ sagt die 49jährige aus Ost-Brandenburg. ++ (so/mgn/20.10.18 – 273)

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Automatismen zur Erhöhung des Rentenalters sind „Grillen von Sesselfurzern“

Leipzig, 2. August 2017 (ADN). Wer – wie einige CDU-Politiker, darunter Jens Spahn – über einen Automatismus zur Erhöhung des Renteneintrittsalters bis zu 72 oder 73 Jahren nachdenkt, liegt falsch. „Das sind Grillen von Sesselfurzern“ faucht die Bundesarbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles in Leipzig am Mittwochabend wütend und in bester Wahlkampfmanier. Scharf grenzt sie sich vom Koalitionspartner CDU ab, in dessen Wahlprogramm die Installation einer Rentenkommission vorgesehen ist. „Die hatten wir doch gerade“, ruft Nahles und verweist auf das Jahr 2016. Dieses Gremium sei auf ihre Initiative unter dem Label „Rentendialog“ einberufen worden und habe klare Erkenntnisse erarbeitet. Daraus ergibt sich dringender Handlungsbedarf für die Rentenpolitik, stellt die SPD-Bundesministerin fest. Waren bis vor kurzen die ab 55jährigen schon zum „alten Eisen“ des Arbeitsmarktes gerechnet worden, so seien sie mit ihrer Berufserfahrung heutzutage „alte Hasen“ ihrer Fachgebiete. Deswegen sei in die bestehende Rentenformel einzugreifen. Mit dem Jahr 2027, in dem die Baby-Boomer massenweise in Rente gehen, stehe ein scharfer Einschnitt bevor. Schlagartig würden dann 19 Milliarden Euro zusätzlich nötig sein. Die CDU-Kanzlerin Merkel, die bis zum Jahr 2030 keinen Handlungsbedarf sieht, verweigere die Einsicht in die Realität. Im Übrigen müssten – der Gerechtigkeit wegen – alle in die Rentenkasse einzahlen, auch Beamte und Abgeordnete. Das gesetzliche Rentensystem habe seine Zuverlässigkeit bewiesen. Die Blütenträume der privaten Altersvorsorge seien nicht aufgegangen. Das zeigten Beispiele wie die Staaten Chile und USA überdeutlich. Die seien „arm dran.“ ++ (so/mgn/02.08.17 – 215)

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Nur 15 Prozent der Rektoren ostdeutscher Hochschulen mit Ost-Biographie

Beelin, 18. Oktober 2016 (ADN). „Der Anteil der Rektoren mit ostdeutscher Biographie an ostdeutschen Hochschulen beträgt nur 15 Prozent. Auch in Regierungszentralen, Unternehmen oder bei den Medien sieht es nicht besser aus. Die Menschen bemerken das sehr wohl, und es trägt nicht dazu bei, dass sie sich als gleichwertiger Teil eines demokratischen Gemeinwesens betrachten.“ Das sagte die Ost-Bundesbeauftragte der Bundesregierung , Iris Gleicke, in einem der Zeitung „Der Tagesspiegel“ gegebenen und am Dienstag veröffentlichten Interview. Der Bericht zur Deutschen Einheit unterstreiche die Bedeutung der Angleichung der Renten in Ost und West für die Vollendung der sozialen Einheit. Es sei seit vielen Jahren versprochen worden und es gebe keinen Grund, das noch weiter zu verzögern. „Wenn wir jetzt nicht Wort halten, verliert die politische Klasse noch weiter an Glaubwürdigkeit in den neuen Bundesländern.“, so die in Südthüringen geborene und ansässige Bundespolitikerin. ++ (os/mgn/18.10.16 – 284)

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