Sprachverwirrung babylonischen Ausmaßes

Zürich, 19. April 2018 (ADN). „Es wird der Turm zu Babel im Sturz zu nichts zerfallen“. Mit diesem Zitat aus einem Gedicht des Schriftstellers Johannes R. Becher, der auch den Text der DDR-Nationalhymne verfasste, beendete der Chefredakteur der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ), Eric Gujer, seine Rede auf der Generalversammlung der NZZ. In der äußerst bemerkenswerten, im Wortlaut in der Zeitung veröffentlichten Ansprache bezog sich der Redner darauf, dass bei Becher der Turm zur Metapher des Zweifels an jeder Ideologie wurde, die einen Alleinvertretungsanspruch auf die Wahheit erhebt. Ihm – Gujer – scheine, dass die Menschen heute wieder in Zeiten einer Sprachverwirrung babylonischen Ausmaßes leben. „Wir erleben eine extreme Polarisierung der Meinungen“, sagt und shreibt der Chefredakteur. Die Linke wittere überall Fremdenfeindlichkeit, die Rechte fühle sich von Denkverboten umstellt. Wer das Falsche sagt, werde exkommuniziert. So nehme Demokratie Schaden. ++ (me/mgn/19.04.18 – 109)

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Lammert bestätigt wiederentdeckten Nationalismus in Europa

Bonn, 6. November 2016 (ADN). Erstmals ist die Presse in eine ähnliche Situation wie die Politik gekommen. In den ersten 50 Jahren der Nachkriegsgeschichte hat es dies nicht gegeben. Das stellte der Präsident des Deutschen Bundestages, Norbert Lammert, am Sonntag in der Sendung „Unter den Linden – spezial“ des Fernsehsenders Phoenix fest. Angesichts zahlloser Vorwürfe, Diffamierungen und Anfeindungen im Internet und auf der Straße sollten sich Politiker und Journalisten nicht zu den Entgleisungen hinreißen lassen, denen sie selbst ausgesetzt sind. Der Bundesminister, der scharfe Kritiker der Bundesrepublik Deutschland und deren Politik als Pack disqualifizierte, habe zwar verständlich, aber nicht klug reagiert.

 Nach Ansicht von Lammert findet quer durch Europa eine Wiederentdeckung des Nationalismus statt. Das Nationale habe Vorrang vor Europa gewonnen – ob in Polen, Ungarn, Frankreich, Italien oder Deutschland. Im Übrigen gebe es gravierende Grundsatzunterschiede zwischen der Politik in Frankreich und Deutschland. Während in der Bundesrepublik zumindest rhethorisch ein Kampf um die sogenannte Mitte stattfinde, gehe es in Frankreich um etwas ganz anderes: Entweder es obsiegt eine knallharte Poltik der Linken oder eine der Rechten. Deutschland müsse sich nach dem Scheitern seiner ersten, 14 Jahre währenden Demokratie der Weimarer Republik eben immer um eine imaginäre Mitte bemühen.  ++ (de/mgn/06.11.16 – 303)

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