Politiker ohne Größenwahn sind selten – Heilungschance durch „Hofnarren“

Weinheim/Hamburg, 18. Januar 2018 (ADN). „Politiker ohne Größenwahn sind selten. Es ist abnormal, in der Politik keinen zu haben“. Das erklärte der Psychologe Theodor Itten in einem Interview mit der Monatszeitschrift „Psychologie heute“, das in der ersten Ausgabe dieses Jahres publiziert wurde. Die Frage sei nur, wie weit er ausgeprägt ist. Zu viele Politiker seien in ihrem Größenwahn verfangen und machten lediglich noch Symbolpolitik und Selbstabsicherung.

Der Arzt, der in St. Gallen und Hamburg praktiziert, gibt zu, lange gedacht zu haben, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht  diesem Phänomen unterliegt. Doch jetzt sei er sich dessen nicht mehr sicher. „Seit sie qua ihres Amtes indirekt dazu aufgefordert hat, ihre Flüchtlingspolitik nicht kritisch infrage zu stellen, und behauptet hat, nichts falsch gemacht zu haben“, benennt Itten den Zeitpunkt seiner beginnenden Zweifel.

Zu der Frage, ob gegen die Neigung zum Größenwahn ein Kraut gewachsen ist, zitiert der Psychologe den berühmten Psychoanalytiker Otto Kernberg: „Wirklich antisoziale Persönlichkeiten können wir nicht behandeln. Das ist das Unheil.“ Itten beschreibt die krassen Folgen so: „Viele Manager und größenwahsinnige Politiker sammeln nur noch Abnicker um sich herum. Da ist überhaupt kein Korrektiv mehr da. Das verlockt die Person im Größenwahn, unbedingt weiterhin Glaubensgehorsam zu fordern. Persönlichkeitsgestörte größenwahnsinnige Personen strahlen eine zerstörerische Tatkraft und Handlungsbereitschaft aus, die die Personen in ihrem Umfeld meist mit zerstört.“ Es sei aus der Geschichte bekannt, dass größenwahnsinnige Psycho- und Soziopathen in ihrem Verfolgungswahn im Falle eines Scheiterns am liebsten alle um sich herum mit in den tödlichen Abgrund ziehen. Psychotherapie könne dem Betroffenen zumindest ein Stück weit helfen zu erkennen, wie tief ihre Lebenslüge ist und wie tief sie im Sumpf stecken. Insofern empfinde er sich desöfteren als der Hofnarr, der dem Wahnwitzigen als einziger wirklich sagen  kann und darf, wie es steht. ++ (ps/mgn/18.01.18 – 018)

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Absage an Trumps angebliche Psychose – Viele Machiavellisten und Narzissten in Politik und Wirtschaft

Berlin/München, 18. Februar 2016 (ADN). „Mir ist der Erkenntnisgewinn durch eine mögliche psychiatrische Diagnose nicht ganz klar. Vorher hat man gesagt, er sei komisch, jetzt sagt man, er sei narzistisch. Was bringt das ? Donald Trump hat ja außerdem seine Persönlichkeit auch vor den Wahlen und dem Amtsantritt nicht versteckt, jeder wusste, für wen man da sein Kreuzchen macht.“ Das sagt der Berliner Psychiater Stefan Röpke in einem Interview, das die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) in ihrer Wochendausgabe veröffentlicht. Er finde es deshalb „problematisch, einen ungeliebten Politiker mithilfe der Medizin absetzen zu wollen, so widersprüchlich und exzentrisch er auch agiert“. Etwas anderes wäre es gewesen, wenn Trump eine beginnende Demenz oder psychotische Ausfälle verstecken würde. Das würde tatsächlich eine Amtsfähigkeit beeinträchtigen.

Nach Ansicht von Röpke, der den Bereich Persönlichkeitsstörungen an der Berliner Charite leitet, ist es nicht erstaunlich, dass sich in den Spitzenpositionen von Wirtschaft und Politik überproportional viele Narzissten, Machiavellisten und subklinische Psychopathen befinden. Dazu gebe es Studien. Schließlich seien das Menschen, die nach Macht und Bewunderung drängen und um diese Position kämpfen. Die Evolution habe Menschen mit solchen Persönlichkeitseigenschaften hervorgebracht, weil sie auch mal irgendwelche Vorteile gebracht haben müssen. Mit einer gewissen Kälte und Kaltblütigkeit sei man vielleicht auch der bessere Chirurg oder Anwalt vor Gericht – auch wenn er nicht immer sympathisch ist. Auf die nochmalige Frage, ob Donald Trump im Falle eines pathologischen Narzissmus-Leidens therapiebar wäre, antwortete Röpke: „Narzissmus ist ohnehin eine der am schwierigsten zu behandelnden psychischen Störungen. Es gibt keine überprüfbaren Therapien. Wenn überhaupt, kommt man an einen Betroffenen heran, wenn man Zugang zu seinen verletzlichen Seiten hat, wenn er – etwa nach einem Suizidversuch – unter Scham, innerer Leere. Depressivität leidet und Krankheitseinsicht hat. Ein 70-jähriger US-Präsident auf dem Höhepunkt seiner Grandiosität wird gar kein Interesse an einer Therapie haben.“  ++ (ps/mgn/18.02.17 – 047)

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