Neues kubanisches Medikament gegen Corona-Virus bewährt sich in China

Havanna/Peking/Moskau, 20. März 2020 (ADN). Im Kampf gegen die vom Corona-Virus ausgelöste Lungenkrankheit COVID-19 hat sich ein neu entwickeltes kubanisches Medikament in China bewährt. Doch in westlichen Breitengraden nimmt man davon kaum Notiz. Darüber berichtet Maria Müller am Freitag im Nachrichtensender „Russia Today“ (RT) ausführlich. Chinas Präsident Xi Jinping habe sich jüngst bei seinem kubanischen Amtskollegen Miguel Mario Diaz-Canel für die Unterstützung des sozialistischen Inselstaates bei der Bekämpfung der Lungenkrankheit COVID-19 in China „durch Maßnahmen der Vorbeugung und Kontrolle“ bedankt. 

Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hatte zuvor über das kubanische Medikament namens „Interferon Alfa 2B Humano Recombinante“ informiert. Sie zitierte Wen Lan, Direktorin des chinesisch-kubanischen Pharmaunternehmens Changchun-Heber Biotechnologie mit Sitz in der Provinz Jilin im Nordosten Chinas. Die nationale Gesundheitskommission Chinas habe Interferon in die Liste  der Medikamente zur Prävention und Bekämpfung des Corona-Virus aufgenommen. Nach Aussage von Wen Lan wird eine Variante dieses Arzneimittels bereits seit dem Jahr 2007 mithilfe kubanischer Technologie in China hergestellt und gegen verschiedene virusbedingte Krankheiten eingesetzt. Auf Grundlage der vorhandenen Bestände produzierten und verteilten die Chinesen in nur 21 Tagen das neue Interferon Alfa 2B Humano Recombinante. Die Direktorin von Changchun-Heber ergänzte, dass eine Gruppe kubanischer Experten in China im Einsatz ist.

In dem RT-Bericht heißt es weiter: „Gegenwärtig gibt es weltweit noch keinen getesteten Impfstoff gegen die aktuelle Variante des Corona-Virus. Doch die kubanische Pharmaindustrie bietet zwei Medikamente an, die nach einem ähnlichen Prinzip arbeiten und in China erfolgreich eingesetzt wurden. Das eine ist das besagte Interferon, das andere Biomodulina T. Beide dienen der Stärkung der Immunabwehr. Eduardo Martinez Diaz, Direktor des führenden kubanischen Pharmalabors BioCubaFarma, erinnerte daran, dass die offizielle medizinische Leitlinie des chinesischen Gesundheitssystems 30 Medikamente empfiehlt.“ Das kubanisch-chinesische Interferon werde dabei an erster Stelle genannt.

Die Vizedirektorin des kubanischen Zentrums für Genetik und Biotechnologie (CIGB), Marta Ayala Avila, erklärte dem Bericht zufolge gegenüber der Presse, dass das neue Interferon als Inhalationsspray verabreicht wird. Das sei der kürzeste Weg, um in die Lunge zu gelangen und in der Frühphase der vom Corona-Virus ausgelösten Atemwegserkrankung COVID-19 zu wirken. Gegenwärtig nehmen Ärzte und Pflegepersonal in China das Medikament vorsorgend zur Stärkung ihres Immunsystems. Infizierte Patienten werden damit möglichst schnell behandelt, denn seine Wirksamkeit ist um so größer, je früher es eingesetzt wird.

Zur Wirksamkeit des neuen Arzneimittels schreibt das Lateinamerika-Portal amerika21.de: „Interferone sind Signalproteine, die eine Rolle bei der körpereigenen Immunabwehr spielen. Sie helfen der körpereigen Immunabwehr, vom Virus befallene Zellen besser zu erkennen und werden auch bei anderen Virusinfektionen wie Hepatitis C oder bei Krebstherapien eingesetzt. Das rekombinante Interferon alfa sb hat sich laut einem Handbuch der pharmazeuthischen Vereinigung Chinas als effektives Mittel zur Behadlung der Covis-19-Erkrankung herausgestellt und wird da als erster Wirkstoff empfohlen.“

In Kuba selbst wurde die erste Corona-Infektion vorgestern registriert. Der erkrankte Kubaner war zuvor von einem Spanien-Aufenthalt nach Havanna zurückgekehrt.  ++ (mz/mgn/20.03.20 – 079)

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Kriminalität steigt, Polizei-Apparat schrumpft – BND-Bau „Muster staatlicher Schutz-Idiotie“

Berlin, 7. Januar 2016 (ADN). „Wo war die Polizei ?“ fragt Uli Gellermann am Donnerstag auf seinem Nachrichtenportal rationalgalerie.de und gibt gleich selbst einige überzeugende Antworten. Zusammengefasst lauten sie: In einem entstaatlichten Land wächst eben der rechtsfreie Raum und die eigentliche Aufgabe der Ordnungshüter, den normalen Bürger zu schützen, wird zur Nebentätigkeit. Zudem sei die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst seit der Wiedervereinigung nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um etwa ein Drittel gesunken. Das gelte auch für die Polizei, deren Mannschaftsstärke allein von 1999 bis 2012 um etwa 100.000 Beamte gemindert wurde. Gleichzeitig gebe es 170.000 Arbeitnehmer bei nahezu 4.000 Sicherheitsunternehmen. Damit erweise sich die unkontrollierte Privatisierung staatlicher Aufgaben. Wer genug Geld habe, könne sich Sicherheit kaufen. Paradoxerweise schrumpfe der Polizei-Apparat, obwohl die Zahl der Straftaten in Deutschland von 4,7 Millionen im Jahr 1991 auf gegenwärtig sechs Millionen gestiegen ist, also eigentlich mehr Verbrechensprävention und -bekämpfung notwendig wäre. Eine wesentliche Ursache von Kriminalität sei die wachsende Armut bei zugleich steigender Zahl der Millionäre. In Staaten mit ungleichen Vermögensverhältnissen sei es eben Tradition, dass der illegale Vermögensaustausch – also Raub und Diebstahl – ständiger Begleiter des öffentlichen Lebens ist.

Als ganz besonderes „Muster staatlicher Schutz-Idiotie“ bezeichnet Gellermann das neue Gebäude des Bundesnachrichtendienstes in Berlin. „Der Monsterbau kostet mindestens 1,5 Milliarden Euro, beherbergt, groß wie eine Kleinstadt, 4.000 Mitarbeiter und müsste eigentlich – seiner realen Funktion entsprechend – von den USA finanziert werden. Aber die zahlen ja auch nicht die Gehälter der deutschen Spitzenpolitiker und der Atlantiker in den Medien.“  ++ (po/mgn/07.01.16 – 007)

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