Wichtige verschollene Fotos von brennendem NSU-Wohnmobil aufgetaucht

Eisenach/Gotha, 18. November 2015 (ADN). Erst vier Jahre nach dem Brand des berüchtigten Wohnmobils des NSU-Trios in Eisenach sind wichtige bislang verschollene Fotos Ende der vergangenen Woche aufgetaucht. Sie waren von der Berufsfeuerwehr Eisenach unmittelbar nach dem Ereignis gemacht worden und sind die einzigen, die die Situation im Inneren des Fahrzeugs unmittelbar am Ort der Handlung im Eisenacher Ortsteil Stregda am 4. November 2011 abbilden und unverzüglich mitsamt der Kamera von der Polizei beschlagnahmt wurden. Darüber berichtet der Radiosender MDR info am Mittwoch. Die Fotografien waren bei einer diskreten Suchaktion in den Räumen der Polizei Gotha gefunden worden. Zudem tauchte dabei eine bislang ebenso unbekannte 400seitige Ermittlungsakte über einen Banküberfall in Arnstadt am 7. September 2011 auf, der den beiden NSU-Angehörigen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt zugeschrieben wird.

Der Fund, der wesentlich zur Aufklärung der NSU-Mordserie beitragen könnte, dürfte sich angesichts des Umfangs des Verbrechens und dessen mysteriöser Hintergründe zu einem Skandal im Skandal entwickelt. Den Stein zu der bemerkenswerten Suchaktion bei der Gothaer Polizei hatte der NSU-Untersuchungsausschuss des Thüringer Landtags ins Rollen gebracht, der intensiv nach dem Verbleib der Feuerwehrfotos gefahndet hatte. ++ (ne/mgn/18.11.15 – 313)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

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NSU-Prozess kostet 45 Millionen Euro – Reichlich sprudelnde Geldquelle für Anwälte

München, 10. Oktober 2015 (ADN). Der Prozess um den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) könnte bis zu seinem absehbaren Ende im Mai 2016 Kosten in Höhe von rund 45 Millionen Euro verschlingen. Das teilt die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) in ihrer Wochenendausgabe mit und beruft sich dabei auf Aussagen des früheren Präsidenten des Münchner Oberlandesgerichts, Karl Huber. Danach verursache das Verfahren täglich 150.000 Euro. Bis Februar dieses Jahres sei bereits eine Summe von 30 Millionen Euro aufgelaufen.

Zu einigen Einzelpositionen schreibt die SZ: Jeder Verteidiger und Nebenklagevertreter hat Anspruch auf Sitzungsgeld. Wenn eine Anwältin  – oft von weit her – zum Prozess in München reist, stehen ihr 356 Euro Grundgebühr zu. Zusätzlich 178 Euro, wenn die Verhandlung länger als fünf Stunden dauert. Und noch einmal 356 Euro , wenn der Prozesstag sich über mehr als acht Stunden zieht. Das ist schon öfter vorgekommen. Der längste Tag endete abends um 20.45 Uhr. Normalerweise erhalten die Anwälte einen Tagessatz von 534 Euro, denn länger als fünf Stunden dauert fast jeder Sitzungstag.  ++ (ju/mgn/10.10.15 – 273)

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