Norwegens eigenwillige Energiewende

Oslo, 11. August 2018 (ADN). Norwegen als größter Exporteur Westeuropas von Erdöl und Erdgas legt sich ein nachhaltigeres Image zu. Das bilanziert die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) am Sonnabend. Die Umbennung des staatlich kontrollierten Erdölkonzerns Statoil ist nur ein äußerliches Signal. Das jetzt unter Equinor firmierende Unternehmen  will auch inhaltlich ökologisch glänzen und bis zum Jahr 2030 den Anteil seiner Gesamtinvestionen im Windsektor auf 25 Prozent hochschrauben. Das technologische Grundprinzip basiert deshalb nicht darauf, die Windräder konventionell fest im Meeresboden zu verankern, sondern – wie bei Ölplattformen – auf schwimmenden Fundamenten zu befestigen. Das erlaubt weitere Vorstöße in die offene See, wo die Winde regelmäßiger wehen.

Die zweite Säule der eigenwilligen Energiewende Norwegens findet im Erdgassektor statt. Dort soll in zunehmendem Maße Wasserstoff aus Erdgas gewonnen werden. Eine Voraussetzung dafür ist jedoch, das dabei entstehende Kohlendioxid zu isolieren, abzuscheiden, zu verflüssigen und neutral einzulagern. Bisher hat diese CCS-Technologie auf dem europäischen Kernkontinent viel Streit, Widerstand und Ablehnung gefunden. Auch die hohen Kosten haben für Negativurteile gesorgt. Aber die Norweger meinen nach langen Testläufen und Erprobungen  umweltverträgliche und kostengüstige Lösungen gefunden zu haben. Dabei sollen noch andere Wirtschaftsbereiche profitieren wie beispielsweise die Zemment- und Betonindustrie. ++ (en/mgn/11.08.18 – 203)

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Roboter übernehmen die Lokalpresse – Automat spuckt 20.000 Fußballberichte aus

Berlin, 16. März 2018 (ADN). Die Lokalzeitungen als beste Kunden der britischen Nachrichtenagentur Press Association (PA) sterben wie die Fliegen. Knapp 200 Blätter wurden im Vereinigten Königreich allein seit 2005 eingestellt. Das schreibt am Freitag in einem Beitrag auf dem Portal netzpolitik.org Alexander Fanta. Die Lage sei so schlimm, dass die britische Premierministerin Theresa May kürzlich davor warnte, dass der Niedergang der Lokalpresse die Demokratie gefährdet.  Um der Krise Herr zu werden, sendet PA den Kunden seit kurzem neuartige Texte. Unter der Zauberformel „Roboterjournalismus“ werden mit einem Zuschuss von Google in Höhe von 700.000 Euro und mit Unterstützung eines Start-ups Pressebeiträge künstlich aus Datensätzen für jede Region und jede Postleitzahl in Großbritannien zusammengesetzt. Das wirft, so Fanta, die brisante Frage auf, wie sich aus Algorithmen generierte Texte auf den öffentlichen Diskurs auswirken.

Die Roboter-Geschichten finden willige Abnehmer. In Blättern wie den „Norwich Evening News“ und dem „Cambridge Independent“ schreibt die PA-Software bereits Titelgeschichten. Noch läuft das alles als Test. In Kürze soll das Projekt monatlich bis zu 30.000 Geschichten produzieren. Damit will die Nachrichtenagentur den Hunger der finanziell ausgebluteten Lokalblätter mit Inhalten stillen. 

Der Roboterjournalist berichtet über lokale Daten, die menschliche Journalisten zuvor nur auf nationaler Ebene behandeln konnten. Das erlaubt selbst in kleinen Orten Berichterstattung und damit eine faktenbasierte Debatte, meint PA-Chefredakteur Pete Clifton. Es sei eine phantastische Übung in Demokratie. Automatisierung macht die Massenproduktion von etwas möglich, das bisher Handwerk war. In der bisher bekannten Welt suchte jede Lokalzeitung ihren eigenen Zugang zu einem Thema. Jeder Journalist schrieb auf Basis derselben Fakten eine zumindest leicht andere Geschichte. „In Großbritannien zeichnet sich nun ein neuer Weg ab: Selbst lokale Nachrichten werden nun aus derselben Vorlage gegossen, aus dem gleichen Blickwinkel geschrieben“, bedauert Fanta.

Inzwischen werden nicht nur in Großbritannien Roboterreporter eingesetzt. Mindestens sieben europäische Presseagenturen agieren inzwischen so. Die norwegische Nachrichtenagentur NTB beispielsweise setzt einen Roboterjournalisten ein, der aus Ergebnistabellen im Fußball kurze Spielberichte bastelt und über 20.000 Vereinsspiele schreiben kann, die jedes Jahr in Norwegen stattfinden. ++ (me/mgn/16.03.18 – 075)

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Gemeinsamer U-Boot-Bau Deutschland-Norwegen

Schwerin, 27. Dezember 2017 (ADN). Mit der Kooperation beim Bau von U-Booten gehen Deutschland und Norwegen nach Ansicht des Marineinspekteurs Andreas Krause neue Wege. Das berichtet die „Schweriner Volkszeitung“ (SVZ) am Mittwoch. Nach den Worten von Krause werde damit eine europäische Vorreiterrolle übernommen. Neben dem Bau gehe es um gemeinsame Beschaffung von Ersatzteilen und Logistik, um Versorgungs- und Instandhaltungsinfrastruktur. Zudem sollen gemeinsame Besatzungen ausgebildet und eingesetzt werden. Norwegen werde einer Anfang Dezember unterzeichneten Vereinbarung zufolge vier und Deutschland zwei Unterseeboote bestellen. Ausgangspunkt sei der norwegische U-Boot-Bedarf gewesen. Im Sommer 2016 sei entschieden worden, sie in Deutschland zu beschaffen. Beide Länder haben sich zusammengesetzt und beraten, welche Fähigkeiten diese U-Boote haben müssen. Letztlich habe man sich für total identische U-Boote entschieden. Sie sollen auf der Kieler Werft ThyssenKrupp Marine produziert werden.

Eine genaue Kostenplanung gibt es nach den Worten von Krause noch nicht. Norwegens Budget für das Vorhaben liege bei 4,33 Milliarden Euro. Die Deutsche Marine mache ihrerseits deutlich, wie wichtig ihr die Sicherheit der Nordflanke ist. Darunter versteht der Inspekteur die Bereiche Ostsee, Nordsee und Nordatlantik. ++ (mi/mgn/27.12.17 – 372)

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Friedrich Merz empfiehlt EWR-Aufnahme der Türkei und Großbritanniens

Leipzig, 4. Mai 2017 (ADN). Um die quälende und inzwischen endlose Diskussion um einen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union (EU) zu beenden und eine realistische Lösung herbeizuführen, empfiehlt der ehemalige CDU/CSU-Fraktionschef im Deutschen Bundestag, Friedrich Merz, am Donnerstag bei den „Medientagen Mitteldeutschland“ in Leipzig die Aufnahme der Türkei in das Vertragswerk des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). Es sei ein Tatbestand, dass die Türkei territorial und kulturell kein Teil Europas ist, sondern zu Asien gehört.

Der EWR ist eine vertiefte Freihandelszone zwischen der EU und der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA). Das dazu 1994 in Kraft getretene Abkommen dehnte seinerzeit den europäischen Binnenmarkt auf Island, Norwegen und Liechtenstein aus. Anfangs vereinte es zwölf EU-Staaten und sieben EFTA-Staaten. Gegenwärt gehören 31 Länder zu dem Wirtschafts- und Handelsbündnis.

Merz, der auch der Organisation Atlantikbrücke vorsteht, sprach sich desweiteren für die EWR-Aufnahme Großbritanniens nach dem vollzogenen Brexit aus. Das würde die bestehenden engen Wirtschafts-, Handels- und Dienstleistungsbeziehungen der jeweiligen Partner vereinfachen und stabilisieren. Damit wäre der EU gedient, die nicht überfordert werden darf. „Manches kann sie, anderes nicht“, so Merz. Er zeigte sich sehr besorgt darüber, ob das europäische Projekt im Kern erhalten werden kann. Die Skepsis gegenüber den EU-Mechanismen wachse. Das gelte auch für Deutschland. Dennoch werde darüber nicht diskutiert – weder vor noch hinter verschlossenen Türen. Das jüngste Treffen auf höchster EU-Ebene in Rom habe das wieder gezeigt. Man habe mit dem Problem der Deindustrialisierung weiter Teile Europas zu kämpfen. Zudem müsse die kulturelle Identität Europas endlich geklärt und die Frage eindeutig beantwortet werden, wo Europa eigentlich aufhört. „Wir brauchen industrielle Arbeitsplätze und daraus sind politische Konsequenzen zu ziehen“, insistiert Merz. Auf den Arbeitsmärkten Südeuropas – namentlich Spaniens, Portugals und Griechenlands – dümpele eine verlorene Generation vor sich hin. ++ (eu/mgn/04.05.17 – 125)

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