In Indien sterben jährlich 1,8 Millionen Menschen vorzeitig durch Luftverschmutzung

Neu Delhi, 2. Dezember 2017 (ADN). Indiens Widerstand gegen die Luftverschmutzung wächst. Kohlekraftwerke werden imm stärker in Zweifel gezogen. Das geht aus einem am Sonnabend veröffentlichten Interview der Tageszeitung „Junge Welt“ mit Soumya Dutta vom indischen Beyond Copenhagen Collectiv hervor. Dieses kleine private Institut beschäftigt sich mit Klimaschutz und Energiepolitik auf dem südasiatischen Subkontinent. Dutta gibt zu, dass er selbst vor kurzem noch nicht erwartet hätte, dass der Energieminister sagen würde, Indien braucht keine zusätzlichen Kohlekraftwerke.  In den Städten seien Kohlekraftwerke sehr unbeliebt, besonders bei der wohlhabenden Mittelschicht.  „Die Kohlekraftwerke sind nämlich eine wichtige Ursache der dramatischen Luftverschmutzung, die gerade dieser Tage zum Beispiel in Neu Delhi wieder besonders schlimm ist. In Indien gibt es jährlich 1,8 Millionen vorzeitige Todesfälle aufgrund der Luftverschmutzung“, erläutert der Wissenschaftler.

Die Unternehmen verstehen nach den Worten von Dutta langsam, dass mit solchen Kraftwerken kein Geld mehr zu verdienen ist. Solarstrom sei inzwischen billiger. Das habe auch Auswirkungen auf den Abbau von Kohle. 16 Firmen hätten bereits ihre Schürfrechte aufgegeben. Nach Angaben des Energieministeriums verfüge Indien über Erzeugungskapazitäten von 333 Gigawatt (GW). zu Zeiten des höchsten Bedarfs würden aber nur 175 GW gebraucht. Demzufolge könne auf neue Kraftwerke verzichtet werden. Ab 2023 werden vermutlich nur noch Anlagen für erneuerbare Energieträger errichtet. ++ (nh/mgn/02.12.17 – 338)

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Inder widersetzen sich elektronischem Zahlungsverkehr

Neu Delhi, 13. Mai 2017 (ADN). „Trotz des Versuchs der Regierung, die Gesellschaft Richtung Bargeldlosigkeit zu drücken: die Inder halten am flüssigen Zahlungsmittel fest.“ Das teilt am Sonnabend das Nachrichtenportal derStandard.at aus Neu Delhi vom Subkontinent mit. Auf dem jahrhundertealten Markt in der Altstadt von Neu Delhi sei nur Bares wirklich Wahres. Damit bildeten die Händler in Indiens Hauptstadt keine Ausnahme.

Im November vergangenen Jahres hatte Indiens Premierminister über Nacht die beiden Geldscheine im Wert von 500 und 1.000 Rupien für ungültig erklärt. Damit wurden schlagartig 86 Prozent des umlaufenden Geldes eingezogen. Neues Geld zu drucken, dauerte zu lange. Die Leute saßen auf dem Trockenen.

Indiens Regierung wollte mit der Überraschungaktion einerseits gegen Korruption, Schwarzgeld und Terrorfinanzierung vorgehen, andererseits elektronische Geldzahlungsmethoden etablieren. Digitales Bezahlen wurde begünstigt. „Doch sechs Monate nach dem Bargeldschock zeigt sich, dass die Inder lieber flüssig sind, als mit Schecks oder Geldkarten in der Tasche einkaufen zu gehen“, resümiert Standard.at abschließend. Rund 80 Prozent der Geschäfte werden in Indien bar abgewickelt.  ++ (fi/mgn/13.05.17 – 134)

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