Grundbedarf bei drei Millionen Hartz-IV-Empfängern nicht gedeckt – Vier von neun Basisgütern fehlen

Berlin, 29. November 2016 (ADN). Viele Millionen Deutsche können sich trotz staatlicher Leistungen nicht die grundlegenden Ausgaben im täglichen Leben leisten. Die Zahlen des Bundesamtes für Statistik offenbaren große Lücken im deutschen Sozialstaat. Das berichtet am Dienstag das Nachrichtenportal RT Deutsch. Ganze 30,1 Prozent der ALG-II-Bezieher seien von „erheblicher materieller Entbehrung“ betroffen. Dieser Fall liege vor,  wenn für vier von  mindestens neun Basisgütern das Geld nicht reicht. Das fristgerechte Begleichen der Mietzahlungen zähle ebenso dazu wie ein halbwegs gefüllter Kühlschrank. Auch die Ausgaben für Strom, Gas und Wasser würden bei der Erhebung berücksichtigt. Dazu gehöre zur Teilhabe an der Gesellschaft auch der Besitz einer Waschmaschine, eines Fernsehgeräts und die Möglichkeit, in Urlaub zu fahren.

Als besonders bedenklich bezeichnet es das Medium, dass im wirtschaftlich stärksten Land  in Europa weit mehr Menschen in diese Armutskategorie fallen als im Rest Europas. Im EU-Schnitt liege die Vergleichszahl bei 25,2 Prozent und damit fünf Prozent unter der Erhebung für Deutschland.

Außerdem verweist RT Deutsch auf weitere besorgniserregende Tatbestände: „Trotz der äußerst knappen Kalkulation der staatlichen Leistungen gab das Bundessozialministerium im August dieses Jahres bekannt, dass Hartz-IV-Empfänger keinen Anspruch auf Mehrzahlungen haben, um einen eigenen  privaten Notvorrat anzulegen. Zuvor hatte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ein neues Zivilschutzkonzept vorgestellt und darin geraten, dass ein Haushalt mit vier Personen Nahrungsmittel und Getränke im Wert von 300 Euro vorrätig halten sollte. Angesichts der aktuellen Zahlen, die zeigen, dass mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland schon bei der Finanzierung der Alltagsanforderungen scheitern, offenbart sich hier jedoch ebenfalls eine beträchtliche Lücke. ++ (so/mgn/29.11.16 – 326)

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8,7 Millionen Deutsche entsagen fleischlicher Ernährung

Berlin/Leipzig, 19. Juni 2016 (ADN). Nach dem weltweit ersten internationalen Rechtssymposium für die pflanzliche Lebensweise, an dem kürzlich in Berlin 30 Anwälte und Experten aus 13 Nationen teilnahmen, wird im nächsten Jahr eine Folgeveranstaltung stattfinden. Darüber informierte der Geschäftsführer des Vegetarierbundes, Sebastian Joy.

In Deutschland ernähren sich inzwischen nach Angaben des Vegetarierbundes (VEBU) 7,8 Millionen Menschen vegetarisch und rund 900.000 Menschen vegan. Täglich kommen schätzungsweise etwa 2.000 Vegetarier und 200 Veganer hinzu. Die Zahl der auf der ganzen Welt vegetarisch oder vegan lebenden Bewohner wird auf eine Milliarde beziffert. Der Trend findet bereits seinen kommerziellen Niederschlag. Ein Beispiel ist der ehemalige Daimler-Benz-Manager, Jan Bredack. Er stieg 2011 aus seinem hochdotierten Arbeitsplatz aus und gründete in Berlin die erste vegane Handelskette „Veganz“. Heute betreibt er europaweit zehn Standorte und stellt inzwischen auch Produkte selbst her.  Seinen Angaben zufolge haben sich die Erlöse jedes Jahr verdreifacht. Für dieses Jahr 2016 erwartet er 80 Millionen Euro, die in seine Kassen fließen. Die Stammkundschaft bilden 70 Prozent Frauen und 60 Prozent gut situierte Akademiker. Nach den Worten von Prof. Jana Rückert-John aus der Hochschule Fulda steht an erster Stelle im Werteverständnis dieses zwar nicht mehrheitsfähigen, aber identitätsstiftenden Lebensstils die persönliche Gesundheit. Es folgen die Bemühungen um Nachhaltigkeit und um tierethische Prinzipien.

Der VEBU blickt auf eine lange Geschichte zurück. Seit mehr als 120 Jahren setzt er sich dafür ein, den Fleischkonsum dauerhaft zu senken und eine pflanzenbetonte Lebensweise als gesunde Alternative zu kreieren. Der Vegetarierbund wurde am 7. Juni 1892 in einem kleinen Leipziger Gasthaus namens „Pomonia“ gegründet. Dabei fusionierten der „Deutsche Verein für natürliche Lebensweise“, der „Deutsche Verein für harmonische Lebensweise“ und diverse Lokalvereine zum VEBU. Im Gründungsjahr gewann der Verein bereits 400 Mitglieder. Bis zum Ausscheiden seines ersten Vorsitzenden – des Lehrers Ernst Hering – im Jahr 1904 war die Mitgliederzahl bereits auf 1.500 gestiegen. ++ (lm/mgn/19.06.16 – 164)

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Wasserkooperation brächte Friedensdividende von jährlich 200 Milliarden US-Dollar

Zürich, 18. Februar 2016 (ADN). Die in Indien ansässige internationale Denkfabrik Strategic Foresight Group entwickelte den sogenannten Wasserkooperations-Quotienten für 219 gemeinsam benutzte Flussbecken in 148 Ländern. Darüber berichtet der Präsident des Think-Tank, Sundeep Waslekar, in einem Gastbeitrag der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) am Donnerstag. Diese Kennziffer zeige auf, dass an Wasserkooperationen beteiligte Länder keinen Krieg miteinander beginnen. Zusammen mit der Schweiz habe die Strategic Foresight Group das Global High-Level Panel on Water and Peace geschaffen, an dem sich 15 Länder beteiligen. Das Panel werde der Forderung von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon nachkommen und eine globale Architektur aufbauen, um auf der Basis finanzieller Anreize Wasser zu einem Instrument des Friedens zu machen. Es soll eine Art „Hydro-Diplomatie“ mit gemeinsamen Organen für Wasser- und Flussbecken entstehen, die das Zerstören von Wasserinfrastruktur durch Konflikte und Terrorismus verhindern. Bei erfolgreichem Ausgang könne das Panel das Leben von 2,3 Milliarden Menschen positiv beeinflussen. Daraus könnte dann eine jährliche Friedensdividende von 200 Milliarden US-Dollar gezogen werden.

Der Autor beschreibt die Folgen eines Scheiterns folgendermaßen: „Sollte es dem Panel nicht gelingen, eine globale Wasserverwaltungs-Infrastruktur aufzubauen, enstünde Chaos. Ausgeschöpfte Wasserressourcen führten zu verminderter Nahrungsmittelproduktion und damit zu einer gesteigerten Nachfrage von etwa 200 bis 300 Millionen Tonnen Getreide auf dem internationalen Markt. Dies triebe die Nahrungsmittelpreise in ungeahnte Höhen. In der Folge würde kein Land von der Katastrophe von erhöhten Lebensmittelpreisen, Terrorismus, Diktaturen und noch grösseren Migrationsströmen, als wir sie 2015 gesehen haben, verschont bleiben.“ Es sei an der Zeit, dass die Welt dies ernst nimmt, bevor sich die Geschichte von Syrien anderswo wiederholt. Der Krieg in Syrien ist nämlich aufgrund solcher fundamentalen Fehler ausgebrochen. Vor fünf Jahren sollte  im Nahen Osten eine Gemeinschaft für Wasser und Umwelt entstehen. „Doch einige Bürokraten und Diplomaten taten alles, um die Politik davon abzubringen, irgendetwas am Status quo zu ändern. Dürren und das Versäumnis der Regierung, regionale Wasserkooperation aufrechtzuerhalten, stürzten viele Bauern in Armut und zwangen sie, in Städte abzuwandern. Syriens enge Verbündete wurden zu streitbaren Feinden. Es folgte ein regionaler Krieg, der heute zu einer globalen Krise ausgeartet ist“, schreibt. Waslekar. ++ (fr/mgn/17.02.16 – 049)

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