Ungarns Justizminister bezichtigt Westen des geistigen Totalitarismus

Budapest, 11. Oktober 2018 (ADN). „Unsere Weltanschauung ist anders. Wir betonen die Kohäsion der Gesellschaft, unsere historischen Wurzeln, unsere Kultur und nationale Identität. Ungarn vertritt damit Werte, die in Ostmitteleuropa wichtig sind, im Westen aber an Bedeutung verloren haben“. Mit diesen Worten klärt der ungarische Justizminister, Laszlo Trocsanyi, in einem am Donnerstag in der Zeitung „Die Welt“ veröffentlichten Interview über das Auseinanderdriften  grundsätzlicher Gesellschaftsauffassungen zwischen den östlichen und westlichen Mitgliedsländern der Europäischen Union (EU) auf. Im Westen werde – als Folge der Werterevolution der 68er Bewegung – das Individuum vergöttlicht. Ungarn dagegen stelle mit seiner neuen Verfassung von 2011 das Gemeinwesen und die kollektive Identität in den Vordergrund. Da gehe es um das geistige Fundament der Nation. Das habe in Europa eine riesige Diskussion ausgelöst. Die Unterschiede in der Interpretation des Freiheitsbegriffs seien teilweise so groß, dass manchmal gesagt werden muss: Da werden wir uns nicht einigen können. Das sei aber auch gar nicht nötig, denn man müsse voneinander lernen, die Meinung der Anderen zu respektieren. „Wenn eine Ideologie die eigene Sicht den anderen aufzwingt, ist das geistiger Totalitarismus“.

Trocsanyi erläutert das an dem Beispiel der Migration aus Afrika. „Wir waren nie Kolonialmacht und haben auch nicht versucht Demokratie zu exportieren oder andere Staaten zu destabilisieren. Jetzt sehen wir, dass Menschen aus dieser Region nach Westeuropa wollen – nicht etwa zu uns – und dass Westeuropa sie zu uns drängen will, nach dem Prinzip der Solidarität. Unsere Sicht ist, dass hier ein Problem mit uns geteilt werden soll, mit dem wir nichts zu tun haben,“ kritisiert der Justizminister des Balkanlandes. Es gebe verschiedene Arten der Solidarität. In Ungarn studierten auf Staatskosten 6.000 junge Leute aus Afrika, Nahost und anderen fernen Regionen. Außerdem leiste Ungarn Hilfe vor Ort beispielsweise im Libanon und im Irak. Zudem verteidige sein Land auf eigene Kosten seinen Teil der Schengen-Außengrenzen. Auch das sei Solidarität. Ungarn wolle aber nicht gezwungen werden, so zu werden wie die Länder Westeuropas. Dort werde sichtbar, welche Integrationsprobleme entstehen. Ungarn habe eine homogenere Gesllschaft und wolle diese schützen. Auf diese Weise entzünde sich eine Grundsatzdebatte zwischen den Ungarn und den Verfechtern einer „offenen Gesellschaft“ im Westen. Letztere enthalte auch den Multikulturalismus und das Prinzip des Weltbürgers als einzig gutem Bürger. „Wer das will, soll dem folgen – aber nicht von uns fordern, auch so zu werden“, betont der ungarische Spitzenpolitiker. ++ (hu/mgn/11.10.18 — 264)

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Nahost-Konflikt findet in Deutschland seinen Niederschlag

Berlin, 23. August 2018 (ADN). In einem eindrucksvollen Beitrag schildern Lara Marie Müller und Düzen Tekkal in der Zeitung „Die Welt“ am Donnerstag das Schicksal einer jungen Jesidin. Aschwak Talo ist von IS-Anhängern in Irak verschleppt, versklavt und vergewaltigt worden.  Ihren Angaben zufolge haben IS-Milizionäre sie und ihre gesamte Familie – insgesamt 77 Personen – am 3. August 2014 gefangen genommen. Sie selbst war damals 15 Jahre alt. Dann seien nur Mädchen aussortiert worden, die älter als acht Jahre waren. Sie sei für 100 Dollar weitergegeben und unter IS-Kämpfern mehrfach verkauft worden, irgendwann an jenen Abu Humam. Für einen viel höheren Preis sei sie dann von ihren Angehörigen zurückgekauft worden. Später wurde sie von der baden-württembergischen Regierung im Jahr 2015 per Hilfsprogramm mit anderen 1.000 gequälten und verfolgten Frauen nach Deutschland in scheinbare Sicherheit gekommen. Dort hat sie wider Erwarten zweimal ihrem persönlichen IS-Peiniger aus dem Irak Aug in Aug gegenüber gestanden, der offensichtlich als Flüchtling getarnt ebenso ins deutsche Asyl geschlüpft ist. Er sei mit einem weißen Auto vorgefahren und habe sie angesprochen. Er habe alles über ihr Leben in Deutschland gewusst und sei mit seiner ganzen Familie in Deutschland. 

„Eigentlich wollte ich in Deutschland eine Ausbildung zur Krankenschwester machen“, sagte Talo, Aber als sie ihren Peiniger gesehen habe, wollte sie nur noch weg. Im März kehrte sie in den Irak zurück. Dort lebt sie in einem Lager. Wie ihr ist es auch anderen Frauen in Deutschland gegangen. Teilweise hatten sie Fotos von verdächtigen Personen, die an die deutschen Ermittlungsbehörden weitergeleitet wurden. Es konnte jedoch niemand festgenommen werden. Inzwischen fühlt sie sich im Irak sicherer als im Land ihres zeitweiligen Asyls.

Die Konflikte in Syrien, Irak und in Nahost insgesamt haben also Deutschland mitsamt der unkontrollierten Migrationswelle überspült. Ihr Export nach Deutschland ist von der Bundesregierung gefördert worden und fordert nun Konsequenzen. ++ (mi/mgn/23.08.18 – 215)

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