Nach Glyphosat kommt zweites Monsanto-Produkt in Misskredit

Köln, 6. Oktober 2017 (ADN). Der Stern des in den vergangenen 20 Jahren vom USA-Unternehmen erfolgreich produzierten und vertriebenen Umkrautvernichtungsmittels Glyphosat sinkt. Seit einigen Jahren wirkt das als krebserregend verdächtigte Herbizid in der Landwirtschaft nicht mehr. Das Unkraut ist dagegen resistent geworden. Es bilden sich sogenannte „Superunkräuter“, berichtet der Deutschlandfunk am Freitag.

Deshalb zauberte Monsanto ein neues Mittel hervor, das allerdings ein alter Hut ist. Dieser Stoff namens Dicamba wurde nämlich bereits vor 50 Jahren eingesetzt. Doch dieses Pflanzenschutzmittel hat nach den Worten des Agrarwissenschaftlers Bob Hartzler von der Iowa State University zu tausenden Beschwerden und Klagen geführt. Dicamba verflüchtige sich nämlich leicht. Es wandle sich vor allem bei heißem Wetter in Gas, werde vom Wind weggeweht und benetze die Nachbarfelder. Wenn dort nicht genmanipulierte Pflanzen stehen, sondern konventionelle Gewächse, würden die – wie das Unkraut – vernichtet. Deswegen kam es in Arkansas, Missisippi und in den Agrarstaaten des mittleren Westens zu erheblichen Ernteausfällen. Proteste und Klagen war die Folgen. In Arkansas und Missouri wurde daraufhin Dicamba vorläufig verboten. Im Streit um das Herbizid wurde in Missisippi sogar ein Farmer umgebracht. ++ (lw/mgn/06.10.17 – 280)

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Deutschland verschweigt Bevölkerungsexport – „Weimar am Pazifik“ versammelte deutsche Intellektuelle

Zürich/Stanford, 12. Juli 2016 (ADN). Deutschland redet in schrillen Tönen über die Immigration, aber über die massenweise Ausfuhr seiner Bevölkerung schweigt es beflissen und dauerhaft. Darüber räsoniert Adrian Daub, Professor am Departement of German Studies der Stanford University, in der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) am Dienstag. Deutschland fürchte sich vor Überfremdung, exportiere aber seit Jahrhunderten Menschen en masse. Zuzug werde fast zwanghaft zum Thema gemacht, Wegzug habituell unterschlagen. „Im Jahr 2009 zogen 733.000 Menschen aus Deutschland fort (davon 156.000 deutsche Staatsbürger), die Zahl der Zuwanderer belief sich auf 721.000 (114.000 deutsche Staatsbürger). Eine dieser Zahlen verunsichert die Politik, treibt die Bürger auf die Strasse und bezahlt Thilo Sarrazins Miete. Die andere fehlt im öffentlichen Diskus“,, schreibt der NZZ-Gastkommentator.  

Anhand von drei historischen Beispielen verdeutlicht Daub das bemerkenswerte Phänomen. Die politische Vereinigung Deutschlands im 19. Jahrhundert habe ihr transantlantisches Pendant  in der „Ethnogenese“ der Deutsch-Amerikaner, die im Mittleren Westen, in Kalifornien und in Teilen von Texas den bei weitem größten Bevölkerungsanteil stellten – sehr zum Argwohn der angelsächsischen Bevölkerung. „Waren die Deutschen in den USA die Mexikaner des 19. Jahrhunderts, so sind sie in der Schweiz die Chinesen des 21. Jahrhunderts..“ Die Zahl der deutschen Staatsbürger habe sich in der Alpenrepublik von 1995 bis 2015 mehr als verdreifacht.

Als drittes Beispiel beschreibt Daub Pacific Palisades, das „Weimar am Pazifik“. Es zeige wie Emigration die Geschicke der verlassenen Heimat beeinflusst. Die an der kalifornischen Küste versammelte Intelligenz – Thomas Mann, Theodor Adorno, Arnold Schönberg, Bertolt Brecht – fungierte nach dem Krieg nicht nur als Gewissen der zwei deutschen Nachfolgestaaten, sondern avancierte auch zum Persilschein der Weimarer Republik. Als die Exilanten nach Deuschland zurückkehrten, stellten sie einen kosmopolitischen Gegenentwurf  zum Nachkriegsmuff dar. ++ (mi/mgn/12.07.16 – 187)

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