Unternehmen der öffentlichen Daseinsvorsorge täuschen innerbetriebliche Demokratie vor

Berlin, 9. August 2016 (ADN). Berlins landeseigene Wohnungsgesellschaften haben manipuliert, um wehrhafte und kritische Bewohner nicht bei den Wahlen zu den geplanten Mieterbeiräten kandidieren zu lassen. Darüber berichten Berliner Tageszeitungen am Dienstag ausführlich. Den zuständigen Wahlkommissionen wurden Dossiers über das Kritik, Beschwerden oder gar juristische Schritte von Mieter zugespielt, um diese aus dem Kreis der Kandidaten eliminieren zu lassen. Die Geschäftsleitungen der Wohnungsgesellschaften streiten das zwar ab, jedoch liegen den Medien zahlreiche belastende Dokumente vor.

Ein neues Berliner Landesgesetz schreibt die Wahl von Mieterbeiräten vor, um die demokratische Mitbestimmung innerhalb der Wohnungswirtschaft zuu befördern. Es besteht nunmehr der Verdacht, dass durch die Praktiken der Wohnungsgesellschaften eine Art Scheindemokratie der Mieter nach außen vorgegaukelt werden soll. Ähnliche Vorgehensweisen sind auch in Unternehmen der öffentlichen Daseinsvorsorge anderer Städte bekannt geworden. So haben die Stadtwerke Leipzig einen sogenannten Kundenbeirtat eingesetzt, der sich angeblich für die Belange der Leipziger Energiekunden einsetzen soll. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich dieses Gremium als weitgehend zahnlos. Es geht am Gängelband der Geschäftsführung und wirkt als hilfloses Kaffeekränzchen. Der Außenwelt wird innerbetriebliche Demokratie und Mitsprache vorgetäuscht. ++ (so/mgn/09.08.16 – 214)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: 133mgn@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Zahl „demokratischer Unternehmen“ wächst

Zürich, 14. Januar 2016 (ADN). In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Firmen gewachsen, die ihre Mitarbeiter einbeziehen. Vor allem die jüngere Generation ist es gewohnt, mitzubestimmen. Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) am Donnerstag in einem ganzseitigen Beitrag unter der Überschrift „Mitarbeiter wählen ihren Chef ab“ weiter berichtet, hat sich nicht nur im Internet eine eigentliche „Mitmachkultur“ etabliert. Partizipation gehöre zum Alltag. Zudem mischten Jungunternehmen mit flachen Hierarchien, die ihren Mitarbeitern viel Freiraum gewähren, verschiedene Märkte mit innovativen Ideen auf. Letztlich hänge vieles von der Ausgestaltung wie etwa der Regelung der Verantwortlichkeiten ab. Um das zu untermauern, werden Aussagen von Prof. Thomas Malone vom Massachusetts Institute of Technlogy (MTT) herangezogen. So könnten demokratische Organisationen intelligenter sein, wenn sie gut gemacht sind. Technologische Neuerungen hätten die Beteiligung vereinfacht. Dieser Wandel bietet nach Ansicht des Experten für kollektive Intelligenz erstmals in der Geschichte die Chance, gleichzeitig Skaleneffekte großer Organisationen und Vorteile der kleinen Unternehmen wie Freiheit, Motivation und Flexibilität zu erreichen. Damit sei das Beste aus beiden Welten kombinierbar.

In dem NZZ-Beitrag werden diverse Beispiele erläutert, wie Demokratie in Unternehmen realisiert wird. „Es beginnt beim Zuhören, geht über mehr Freiheiten bei der Ausübung der Tätigkeit bis zur Mitbestimmung von unternehmerischen Entscheiden und der Wahl von Vorgesetzten.“ ++ (wi/mgn/14.01.16 – 014)

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