Biospärenreservat Rhön feiert 25jähriges Bestehen – Letzte Entscheidung der DDR-Volkskammer

Kaltenwestheim (Rhön), 11. September 2016 (ADN). Das Biosphärenreservat Rhön feierte am Sonnabend im südthüringischen Kaltenwestheim sein 25jähriges Bestehen. In gewisser Weise geschieht dies mit einjähriger Verspätung, denn die Entscheidung über die Bildung von Biospärenreservaten wurde in der letzten Sitzung der DDR-Volkskammer bereits im Jahr 1990 getroffen und den thüringischen Teil der Rhön zum 1. Oktober 1990 in das DDR-Nationalparkprogramm aufgenommen. Damit folgte das Parlament des liqudierten deutschen Teilstaates völkerrechtlichen Regelungen, die von der alten Bundesrepublik Deutschland (BRD) nicht berücksichtigt worden sind. Erst später schloss sich die Bundesregierung an und bezog auch den hessischen und bayrischen Teil der Rhön in die Verwaltung des Biosphärenreservats ein. Im Jahr 1991 wurde die gesamte, sich über Thüringen, Hessen und Bayern erstreckende Rhön mit einem 185.262 Hektar großen Territorium von der UNESCO offiziell als Biosphärenreservat aneerkannt.

Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten zum Jubiläum war eine große Briefmarkenschau in Kaltenwestheim, bei der der breiten Öffentlichkeit die Neuausgabe eines im September erschienenen philathelistischen Sonderblocks zu gefährdeten deutschen Nutztierrassen präsentiert wurde. Im Vordergrund steht u. a. das Rhönschaf, das gewissenmaßen ein Markenzeichen der im Zentrum Deutschlands liegenden, kargen Gebirgsregion und ihrer Agrarwirtschaft darstellt. Es ist in seinem Bestand sehr labil und seine Zucht soll künftig stabilisiert und ausgebaut werden. Die Philatelie will dazu einen unkonventionellen Beitrag leisten, indem der Biefmarkensammelverein Meiningen unter Leitung seines Vorsitzenden Matthias Reichel in mehrjährigen Bemühungen gegenüber bundesdeutschen Behörden – vor allem dem für die Herausgabe von Postwertzeichen zuständigen Bundesfinanzministerium – und diversen Thüringer Landesstellen die Themensetzung des neuen Briefmarkenblocks initiiert und letztlich durchgesetzt hat.  ++ (nh/mgn/11.09.16 – 247)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

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Rhönschaf erobert die Welt – Alte und gefärdete Nutztierrassen auf neuen Briefmarken

Meiningen, 1. September 2016 (ADN). Deutsches Sattelschwein und Rhönschaf sind als Repräsentanten alter und gefährdeter Nutztierrassen auf einem Briefmarkenblock abgebildet, der am Donnerstag in Meiningen erstmals präsentiert wurde und seitdem an sämtlichen bundesdeutschen Postschaltern zu haben ist. Auf diese originelle Art erobert das genügsame Rhönschaf die Welt und macht auf die große Gefahr aufmerksam, dass für bestimmte Kulturregionen wichtige Tiere nicht mehr ihre Rolle als Landschaftspfleger und Nutztiere erfüllen können. Sogar das Aussterben dieser Arten war und ist nicht auszuschließen. So gab es im Jahre 1960 vom Rhönschaf mit seinem schwarzen Kopf nur noch einen Bestand von 300 registrierten Exemplaren. Inzwischen hat sich die Situation deutlich gebessert.  Es gibt gegenwärtig immerhin wieder 5.400 Zuchttiere. In dem Rhönstädtchen Dermbach finden regelmäßige Ausstellungen und Versteigerungen von leistugsstarken Rhönschafen statt. Dennoch ist die Population noch weit davon entfernt, die regionale Typik landwirtschaftlicher Flächenbewirtschaftung in den angestammten Gebieten dieser Tierrasse in der thüringischen, hessischen und bayrischen Rhön zu prägen. Dass nun wieder berechtigte Hoffnung auf eine deutliche Revitalisierung dieser Tierbestände gehegt werden darf, ist vor allem dem Meininger Briefmarkensammlerverein mit seinem Vorsitzenden Matthias Reichel an der Spitze zu verdanken, der in dreijähriger organisatorischer Kleinarbeit alle nur denkbaren politischen Hebel in Bewegung setzte, vielfach vorhandene Bedenkenträgerschaft zerstreute und auf diese höchst einfallsreiche Weise dem Rhönschaf ein einmaliges Denkmal setzte. Diese Rasse so als historisches Kulturgut zu würdigen, ist eine Meisterleistung. Bereits Napoleon wusste die Rhönschafe zu schätzen. ++ (ho/mgn/01.09.16 – 237)

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