US-Firmen kooperierten eng mit Nazi-Deutschland – IBM am Massenmord beteiligt

Berlin, 21. Januar 2018 (ADN). IBM, Hollywood und Coca-Cola gehörten zu den vielen US-amerikanischen Firmen, die mit Nazi-Deutschland eifrig Handel trieben und kooperierten. Darüber berichtet die Januar-Ausgabe der Monatszeitschrift „Geschichte“ in einem Schwerpunktbeitrag. So wurde für IBM nach den USA Deutschland zum wichtigsten Absatzmarkt. Lochkarten und das Kartensortiersystem von IBM wurden von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) dazu genutzt, um politische Gegner zu bekämpfen und gegen Andersdenkende vorzugehen. Gleiches galt für die Schutzstaffel (SS). „Was die deutschen Kunden mit der Technik anstellten, konnte der IBM-Zentrale in New York City kaum verborgen bleiben. Amerikanische Medien berichteten so gut wie täglich über die rassistisch und politisch motivierten Übergriffe in Deutschland“, schreibt die Monatszeitschrift. Dennoch habe IBM-Chef Thomas J. Watson Berlin 1937 besucht und habe sich von den Nationalsozialisten mit einem Orden auszeichnen lassen. Mehr als 2.000 von IBM vertriebene Maschinen sollten schließlich in Deutschland laufen. Zudem wuchsen die Absatzchancen noch dadurch, das Hitlerdeutschland durch Angliederungen und Eroberungen größer wurde. Österreich wurde übernommen, die Tschechoslowakei annektiert und Polen überfallen. Der Bedarf an Lochkarten stieg bei den deutschen Behörden auf eineinhalb Milliarden Lochkarten jährlich. Nach Kriegsbeginn 1939 setzten die Deutschen die IBM-Hollerithmaschinen bei der Selektion der Bevölkerung in den besetzten Gebieten ein. In dem Buch des amerikanischen Autors Edwin Black „IBM und der Holocaust“ heißt es: „IBM machte hauptsächlich durch ihre deutsche Tochtergesellschaft Hitlers Programm der Judenvernichtung zu einer technologischen Mission, die das Unternehmen mit erschreckendem Erfolg durchführte. IBM Deutschland leistete mit seinen eigenen Mitarbeitern und Geräten die unerlässliche technische Hilfestellung, die das Dritte Reich benötigte, um zu realisieren, was nie zuvor vollbracht worden war: die Automatisierung der Vernichtung menschlichen Lebens.“ In Warschau wurden mit der IBM-Technik 360.000 Juden binnen 48 Stunden erfasst. Dank der Hollerithmaschinen und Lochkarten von IBM bauten die Nationalsozialisten das Warschauer Getto auf und sperrten darin abertausende Juden ein. Direkt in Konzentrationslagern oder in deren Nähe standen solche Apparate. Sie wurden sogar dort von Technikern der IBM-Tochter gewartet. Im Dezember 1944 werden 20.000 Gefangene in Bergen-Belsen per Lochkarte registriert und 50 Todesfälle pro Tag verzeichnet.

Seit 1933 arbeitete IBM über seine Tochterfirma Deutsche Hollerith-Maschinen GmbH (Dehomag) mit den deutschen Nazis zusammen. Der Staat ordnete eine umfangreiche Volkszählung an und erfasste die Daten. Dehomag verarbeitete und speicherte sie auf Lochkarten. In Spalte 22, Zeile 3 der Lochkarten wurde damals festgehalten, ob ein Deutscher jüdischen Glaubens oder Ursprungs war. Diese gestanzte Registration bedeutete später das Todesurteil für tausende Menschen. „Bald schon lieferte IBM Millionen Lochkarten an Deutschland. Jede davon konnte nur einmal benutzt werden und musste dann nach einem Sortierungsdurchgang ersetzt werden. Ein lohnendes Geschäft.“ Mit den Lochkarten war das Unternehmen am industriellen Massenmord beteiligt, stellt Sybil Milton vom Holocaust Memorial Museum in Washington fest. ++ (hi/mgn/21.01.18 – 021)

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Trauerspiel: BRD-Führungscrew ignoriert Jahrestag des Überfalls auf UdSSR

Berlin, 28. Juni 2016 (ADN). Mit der Führungscrew der Bundesrepublik Deutschland (BRD) geht am Dienstag in der „Berliner Zeitung“ der Historiker Götz Aly hart ins Gericht. Das Gedenken der politischen Spitzen an einen beispiellosen Vernichtungskrieg gegen die damalige Sowjetunion, der vor 75 Jahren von den Deutschen ausgelöst wurde und in dem die Deutschen 27 Millionen Menschen umbrachten, sei in einem Last-Minute-Erinnerungsstündchen des Bundestages „im mäßig besetzten Saal, lieblos auf das Allernötigste beschränkt“ worden. „Weder die Bundeskanzlerin noch der Bundespräsident fanden sich zu Worten oder einer Kranzniederlegung bereit. Sie vermieden eine Geste, mit der im Fernsehen einst sowjetische Staaten – sei es Weißrussland, Armenien oder Russland – hätte gezeigt werden können, dass die Deutschen, vertreten von ihren Repräsentanten, zu ihrer geschichtlichen Verantwortung stehen und der Opfer dieses Krieges gedenken.“ schreibt Aly. Er empfinde das als diplomatischen Fehler, vor allem aber als menschliche Rohheit. 

Der Historiker registriert bemerkenswert bedenkliche Kleinigkeiten aus dem Dunstkreis des Bundespräsidialamtes. Auf Staatsbesuch bei einstigen Kriegsverbündeten der Nazis in Rumänien habe der Bundespräsident eine dürre Pressemitteilung aus Bukarest beigesteuert. Neben den üblichen Formulierungen wie die von den Verbrechen „Hitlers und seiner Schergen“ sei dann eine ungewöhnliche Passage gefolgt: „unterstützt von zahllosen Deutschen“. Hinsichtlich dieser Wortwahl ermuntert der Historiker den ersten Repräsentanten zu weiteren, allerdings unbequemeren Gedankengängen: „Wie wäre es, wenn Joachim Gauck einmal von seinen Eltern spräche ? Seine Mutter war 1932 der NSDAP beigetreten, sein Vater 1934. ‚Von denen nimmt nie wieder jemand ein Stück Brot‘ – so urteilte Gauck nicht über ehemalige Nazis, sondern über SED-Mitglieder, denen man jedenfalls eines nicht zur Last legen kann: die Mitwirkung an Vernichtungskriegen, Massen- und Völkermorden. Im Übrigen verzichteten unsere Ersten und Zweiten Fernsehprogramme auf irgendeinen aufklärenden Beitrag zu diesem mörderischen Krieg.“ ++ (mi/mgn/28.06.16 – 173)

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