Forschung zu Demokratie und Religiosität

Leipzig/Halle an der Saale, 9. Oktober 2019 (ADN). Ein interdisziplinäres Forschungskonsortium erkundet die Zusammenhänge zwischen religiösen Überzeugungen, die einerseits die Demokratie fördern und ihr andererseits entgegenwirken. Das teilt die Universität Leipzig unmittelbar vor dem in der Messestadt veranstalteten Lichtfest mit. Die inzwischen eingespielte und routinierte Zeremonie findet in diesem Jahr zum 30. Jubiläum der Friedlichen Revolution statt. Kritiker der Umgangsweise werden in einem schleichenden Prozess Schrit für Schritt zumindest von den offiziellen Feierstunden ausgsperrt.

Die Feiern in Leipzig selbst wurden am mittwöchlichen Jubiläumstag nicht nur empfindlich gestört, sondern durch die Ereignisse in der Nachbarstadt Halle an der Saale in eine neue Richtung des Nachdenkens gelenkt. Die ersten Reaktionen aus der deutschen Bundes- und Landespolitik zeigen, dass sie diesen Ansprüchen nicht gewachsen war und ist. Eine substantielle Rückschau auf die vergangenen dreißig Jahre belegt das. ++ (th/mgn/09.10.19 – 285)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Leipzig erneut im Dunstkreis potentieller Gewalt

Leipzig, 9. Oktober 2016 (ADN). Angst beherrscht am Sonntag Leipzig erneut. Vor 27 Jahren war es die Furcht vor einem blutigen, militärischen Einsatz bewaffneter Kräfte der DDR und einem brutalen Eingreifen der Regierung gegen die demonstrierende Zivilgesellschaft. Heute ist es die nebulöse Panik vor einem mutmaßlichen syrischen Terroristen, dessen die Polizei bislang nicht habhaft wurde und der unkontrolliert durch Sachsen – womöglich mit leicht endzündlichem Sprengstoff – geistert. Zu später Stunde um Mitternacht herum wird er in Leipzig-Paunsdorf doch noch festgenommen. Die Umstände der Verhaftung lassen zusätzlich rätseln, denn der Gesuchte wird letztlich nicht durch die Polizei festgesetzt, sondern von einen Landsmann aus Syrien.

All das mag auch dazu beigetragen haben, dass das zum Jahrestag der „Friedlichen Revolution“ veranstaltete abendliche Lichtfest nur von rund 15.000 Teilnehmern besucht wurde. Vor 27 Jahren demonstrierten 70.000 mutige Bürger um das Stadtzentrum herum. Viele der damaligen Demonstranten beteiligen sich in der Gegenwart an Legida- und Pegida-Spaziergängen, um gegen die heutigen chaotisch anmutenden Vorgänge zu protestieren. Sie werden vor allem von der politischen Führungsschicht und auch von einigen Medien als Rechtsextremisten, Rechtspopulisten oder Nazis bezeichnet. Und das obwohl kaum jemand präzise weiß, worin die Motive der Pegidisten bestehen. Wer das ehrlich und vorurteilsfrei zu ergründen sucht, wie beispielsweise der Leiter der sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung, Frank Richter, wird weggemobbt. Diejenigen, die sich die Orden und Ehrenzeichen der „Friedlichen Revolution“ ans Revers geheftet haben oder in deren Sog von West nach Ost zur Inbesitznahme der Macht in der ehemaligen DDR gepilgert sind, haben eine tiegründige Aufarbeitung der jüngsten ostdeutschen Geschichte versäumt. Auch die geflügelte Parole, man möge sich doch gegenseitig seine ganz individuellen Geschichten zum besseren Verständnis zueinander erzählen, blieb eine leere Worthülse. Die neuen Machthaber haben einfach in den Regierungssesseln Platz genommen, um von dort das Volk nach ihrem Ermessen und Gutdünken zu dirigieren. Sanft vorgetragene Kritik der Bürger wird in den Wind geschlagen, Beschwerdebriefe aus der Bevölkerung ignoriert. Andersdenkende werden diffamiert. Nun wundern sich die Eliten, als „Volksverräter“ tituliert zu werden. Die Parallelen zu den gesellschaftlichen Zuständen vor einem Viertel Jahrhundert nehmen erstaunliche Ausmaße an.  ++ (rv/mgn/09.10.16 – 275)

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