Letzter Amiga-Chef über Wahrheiten und Legenden der DDR-Unterhaltungsmusik

Leipzig, 14. Dezember 2017 (ADN). Wahrheiten und Legenden zuhauf über die DDR-Unterhaltungsmusik und die dahinter stehende Plattenmarke Amiga offenbarte deren letzter Chef Jörg Stempel am Donnerstagabend in Leipzig. Der nunmehr seit 20 Jahren als  Verwalter und emsiger Verwerter des unterhaltungsmusikalischen Erbes der DDR, das aus mehr als 2.200 Alben und rund 5.000 Singles besteht,  räumt mit landläufigen Meinungen und Fehlinterpretationen auf. Dass Platten von weggegangenen Künstlern aus politischen Gründen nicht nachgepresst wurden, ist eine davon. Nach Stempels Worten ging es vielmehr darum, kein Westgeld an die westdeutsche Gema zahlen zu müssen – von Manfred Krug bis Stefan Diestelmann. Dessen dritte Langspielplatte musste wegen der Devisen koplett eingestampft werden. Es waren nämlich bereits 35.000 produziert worden. Nach Stempels Überzeugung waren die Bandagen eher ökonomischer als ideologischer Art. Blödsinn sei es auch, dass die Stasi jeden der Texte mitgelesen hat.

In einem Interview mit der „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) plauderte Stempel, der im Jahr 2005 sein Label 1610 – das war der DDR-Plattenpreis – gründete, über weitere interessante Hintergründe. „Bei den Lizenzplatten machte einer die Amiga-Chefetage oberglücklich: Roger Whittaker. Für ‚Abschied ist ein scharfes Schwert‘ würde er heute mehrfach Platin bekommen. Von den Rockbands lagen die Puhdys in den Verkäufen klar vorn, gefolgt von Karat, City und Silly.“ Deren früh verstorbene Solo-Sängerin Tamara Danz wäre am selben Tag der Leipziger Veranstaltung 65 Jahre alt geworden. Ihr langjähriger Freund Uwe Hassbecker und Sängerin Angelika Mann erinnerten daran mit Gesangs- und Instrumentaleinlagen. ++ (ku/mgn/14.12.17 – 359)

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