Handschreiben auf Papier ist sterbende Kulturtechnik

München, 10. März 2018 (ADN). Das Schreiben mit Stift auf Papier ist eine sterbende Kulturtechnik. Das könnte die motorischen und kognitiven Fägigkeiten des Menschen beeinträchtigen. Das befürchtet Katrin Blawat in einem Beitrag der Wochenendausgabe der“Süddeutschen Zeitung“ (SZ). Einer Umfrage unter 2.000 Briten zufolge habe jeder dritte Befragte im vergagenen halben Jahr nichts mit der Hand geschrieben. Handschreiben sei Präzisionsarbeit, die sich wahrscheinlich sogar auf den Geist auswirkt. Einer Studie von Jean-Luc Velay und Marieke Longcamp (Aix-Marseilles Universite) zufolge gilt dies bereits für das Erlernen des Alphabets. Weitere Beweise für diese Zusammenhänge liefern die britischen Erziehungswissenschaftler Jane Medwell und Davis Wray. „Die physischen Bewegungen, die mit dem Handschreiben einhergehen, sind Teil des Denkprozesses“, lautet ihre im vergangenen Jahr gewonnene Erkenntnis. Nach Einschätzung von Karin James und Laura Engelhardt berichten in den „Trends of Neuroscience and Education“aktivierte Handschreiben Bereiche in den Gehirnen ihrer jungen Probanden, die beim Tippen von Buchstaben unbeteiligt bleiben.

Eine Studie aus der Princeton University ergibt: Wer einen Stift benutzt, dem fällt es leichter, komplexe Zusammenhänge aus einer Vorlesung zu erklären. „Da sich mit der Hand nicht jedes Wort mitschreiben lässt, ist man gezwungen, das Wichtigste auszuwählen. Man muss den Stoff zumindest grob durchdrungen haben. Wer hingegen Sprechgeschwindigkeit tippt, kann mitschreiben ohne mitzudenken“, schreibt die Autorin. Der Psychologe Marquardt vom Schreibmotorik-Institut bekennt: „Die Ideen kommen mit der Handbewegung beim Schreiben. Es strukturiert die Gedanken.“ ++ (pl/mgn/10.03.18 – 069)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Das Kulturgut „Handschrift“ verfällt

Reutlingen, 23. Januar 2017 (ADN). Das Kulturgut „Handschrift“ ist vom Verfall bedroht. Schreiben auf Computer, Smartphones und anderen Geräten des digitalen Zeitalters lässt Handgeschriebenes verkümmern. Das beklagt die „Initiative Schreiben“ am Montag, dem „Nationaltag der Handschrift“. Der im Jahr 2014 in Reutlingen gegründete und ansässige Verein sieht damit die Ausdruckfähigkeit, die Kreativität und die Fähigkeit zum komlexen Denken des Menschen bedroht. Vereinsvorsitzende Stefanie Hanfstingl verweist auf eine Studie des Reutlinger Meinungsforschungsinstituts Pragma aus dem Jahr 2013, wonach diese negativen Trends jedoch allgemein beklagt werden. Insbesondere Frauen – und zwar 83 Prozent der befragten – machen sich Sorgen über den Niedergang des schönen Schreibens. Die geplante Abschaffung der Schreibschrift an den Schulen wird vom Schulpädagogen Michael Ritter im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) scharf kritisiert. Die menschliche Feinmotorik verkomme. Grund der Verkümmerung des schönen Schreibens sei die Überfrachtung des Lehrplans in den Schulen. Man gewöhne sich im digitalen Zeitalter an das Tippen im SMS-Stil.

Etwa 7, 5 Millionen Menschen gelten in Deutschland als sogenannte funktionale Analphabeten. ++ (ku/mgn/23.01.17 – 023)

http://www.adn46.wordpress.com, wordpress.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Rhönschaf erobert die Welt – Alte und gefärdete Nutztierrassen auf neuen Briefmarken

Meiningen, 1. September 2016 (ADN). Deutsches Sattelschwein und Rhönschaf sind als Repräsentanten alter und gefährdeter Nutztierrassen auf einem Briefmarkenblock abgebildet, der am Donnerstag in Meiningen erstmals präsentiert wurde und seitdem an sämtlichen bundesdeutschen Postschaltern zu haben ist. Auf diese originelle Art erobert das genügsame Rhönschaf die Welt und macht auf die große Gefahr aufmerksam, dass für bestimmte Kulturregionen wichtige Tiere nicht mehr ihre Rolle als Landschaftspfleger und Nutztiere erfüllen können. Sogar das Aussterben dieser Arten war und ist nicht auszuschließen. So gab es im Jahre 1960 vom Rhönschaf mit seinem schwarzen Kopf nur noch einen Bestand von 300 registrierten Exemplaren. Inzwischen hat sich die Situation deutlich gebessert.  Es gibt gegenwärtig immerhin wieder 5.400 Zuchttiere. In dem Rhönstädtchen Dermbach finden regelmäßige Ausstellungen und Versteigerungen von leistugsstarken Rhönschafen statt. Dennoch ist die Population noch weit davon entfernt, die regionale Typik landwirtschaftlicher Flächenbewirtschaftung in den angestammten Gebieten dieser Tierrasse in der thüringischen, hessischen und bayrischen Rhön zu prägen. Dass nun wieder berechtigte Hoffnung auf eine deutliche Revitalisierung dieser Tierbestände gehegt werden darf, ist vor allem dem Meininger Briefmarkensammlerverein mit seinem Vorsitzenden Matthias Reichel an der Spitze zu verdanken, der in dreijähriger organisatorischer Kleinarbeit alle nur denkbaren politischen Hebel in Bewegung setzte, vielfach vorhandene Bedenkenträgerschaft zerstreute und auf diese höchst einfallsreiche Weise dem Rhönschaf ein einmaliges Denkmal setzte. Diese Rasse so als historisches Kulturgut zu würdigen, ist eine Meisterleistung. Bereits Napoleon wusste die Rhönschafe zu schätzen. ++ (ho/mgn/01.09.16 – 237)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46