Das Kulturgut „Handschrift“ verfällt

Reutlingen, 23. Januar 2017 (ADN). Das Kulturgut „Handschrift“ ist vom Verfall bedroht. Schreiben auf Computer, Smartphones und anderen Geräten des digitalen Zeitalters lässt Handgeschriebenes verkümmern. Das beklagt die „Initiative Schreiben“ am Montag, dem „Nationaltag der Handschrift“. Der im Jahr 2014 in Reutlingen gegründete und ansässige Verein sieht damit die Ausdruckfähigkeit, die Kreativität und die Fähigkeit zum komlexen Denken des Menschen bedroht. Vereinsvorsitzende Stefanie Hanfstingl verweist auf eine Studie des Reutlinger Meinungsforschungsinstituts Pragma aus dem Jahr 2013, wonach diese negativen Trends jedoch allgemein beklagt werden. Insbesondere Frauen – und zwar 83 Prozent der befragten – machen sich Sorgen über den Niedergang des schönen Schreibens. Die geplante Abschaffung der Schreibschrift an den Schulen wird vom Schulpädagogen Michael Ritter im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) scharf kritisiert. Die menschliche Feinmotorik verkomme. Grund der Verkümmerung des schönen Schreibens sei die Überfrachtung des Lehrplans in den Schulen. Man gewöhne sich im digitalen Zeitalter an das Tippen im SMS-Stil.

Etwa 7, 5 Millionen Menschen gelten in Deutschland als sogenannte funktionale Analphabeten. ++ (ku/mgn/23.01.17 – 023)

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Parlamente brillieren mit neuen Sprachschöpfungen

Erfurt, 25. April 2016 (ADN). Deutschlands Landesparlamente glänzen gerne mit Problemdiskussionen und Entscheidungen, die Nebensächlichkeiten betreffen. Derzeit tut dies der Thüringer Landtag, in dem die gravierende Debatte darüber geführt wird, ob die in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts an den Universitäten gebildeten Studentenwerke ihren Namen zu Recht tragen oder nicht. Sie seien nun in „Studierendenwerke“ umzubennen, weil die traditionelle Bezeichnung maskulin-lastig ist. Der Name „Studentenwerk“ entspreche nicht mehr dem Gleichberechtigungsgrundsatz zwischen Mann und Frau sowie der modernen Zeit. Offensichtlich frönen Thüringens Hochschulpolitiker – wie bereits andernorts in Berlin und Nordrhein-Westfalen – mit Leidenschaft dem Zeitgeist. Er ist der Flasche entwichen und erfüllt nun die sprachschöpferische Kreativität der sogenannten Volksvertretungen. Es ist von Glück zu reden, dass noch kein Anglizismus ins Gespräch gebracht wurde. Diese Debatte wird dann den Akteuren der nächsten Legislaturperiode überlassen. Denn mit irgendwas müssen sich die auch beschäftigen.  ++ (bi/mgn/25.04.16 – 115)

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