Elektromobilität verlangt generelle Rohstoff-Wende

Stuttgart, 23. November 2017 (ADN). Das zunehmende Drängen hin zur Elektromobilität verlangt nach einer generellen Rohstoff-Wende. Näheres erläutert die „Stuttgarter Zeitung“ am Donnerstag, in dem sie die neuen Notwendigkeiten und Trends scharf analysiert. Die Abkehr von den Verbrennungsmotoren hin zu Elektroantrieben erfordere eine ganz andere Rohstoffbasis. Lithium, Kobalt, Nickel, Grafit und Mangan treten in den Vordergrund. Sie nehmen 65 Prozent der Herstellungskosten für die Batteriezellen in Anspruch. Beispielsweise stecken in einer E-Golf-Batterie elf Kilogramm Lithium und in der Batterie des Tesla-Modells S 85 acht Kilgramm Kobalt. Infolgedessen rücken die Staaten als Rohstoffquellen ins Rampenlicht, in denen abbauwürdige Vorräte lagern. Dazu gehört neben Kongo das sogenannte Lithium-Dreieck Argentinien-Chile-Bolivien. Aus Europa werden nur Portugal, Österreich und Serbien genannt. In Deutschland regen sich im Erzgebirge Aktivitäten in dieser Richtung.

Das sind Erkenntnisse, die sich aus einer Studie des Freiburger-Ökoinstituts ergeben, die für die Initiative Agora Verkehrswende erarbeitet wurde. Ein weiterer wichtiger Aspekt dieser Entwicklung ist das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien. Feste Wiedergewinnungsquoten für einzelne Schlüsselmaterialien sind nach Ansicht der Autoren der Studie ein zentrales Element. Nach den Worten von Matthias Buchert vom Freiburger Ökoinstitut sollten Wiedergewinnungsquoten von mehr als 90 Prozent sollten das Ziel sein. Damit komme man an die Rückgewinnung von Blei aus den herkömmlichen Blei-Säure-Batterien heran. ++ (ek/mgn/23.11.17 – 328)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Werbeanzeigen

Sinnfreies Gerede von Fluchtursachenbekämpfung

Berlin, 1. September 2017 (ADN). In den deutschen und europäischen Diskussionen über die richtige Flüchtlingspolitik wird ein Aspekt meist übersehen: Die allermeisten Fliehenden und Verjagten der Welt bleiben so nahe an ihrer Heimat, wie es geht. Darauf weist die „die tageszeitung“ (taz) am Freitag hin. Die schlimmsten Flüchtlingsdramen der Welt seien daher auch oft die unsichtbarsten und spielten in der politische Debatte keine Rolle. Als Beispiel führt die taz auf zwei ganzen Seiten die Demokratische Republik Kongo an. Nirgends auf der Erde steige die Zahl der Binnenflüchtlinge derzeit so rasch wie dort. 3,8 Millionen waren es vor einem Monat, annähernd vier Millionen dürften es mittlerweile sein. Die Hälfte davon ist seit Sommer vergangenen Jahres dazugekommen. Jeden Monat werden es etwa 100.000 mehr. Die Konflikte in dem 80 Millionen Einwohner zählenden Land von der Größe Westeuropas wachsen. Terror gegen die Zivilbevölkerung ist das beliebteste Kriegsmittel. Ähnlich sind die Zustände in Südsudan und in der Zentralafrikanischen Republik. Bisherige Friedensstrategien – auch die der UNO – bauen auf die Stärkung der jeweiligen Staatsmacht. „Aber wenn staatliche Akteure selbst Gewaltakteure sind und staatliche Organe nicht neutral agieren, sondern Konflikte mit anheizen, fördert diese Stategie die Instabilität, statt sie einzudämmen“, schreibt die taz. Unter diesem Aspekt sei das ganze Gerede von Fluchtursachenbekämpfung und Unterstützung für Afrikaner, damit sie zu Hause bleiben, ziemlich sinnfrei. Die Kongolesen, Südsudanesen und Zentralfrikaner blieben ja zu Hause. In Elendsquartieren, in Sichtweite ihrer Heimat und in Schussweite ihrer Feinde. Und genau deswegen schere sich der Rest der Welt nicht im geringsten um ihr Überleben. ++ (mi/mgn/01.09.17 – 245)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46