Arktische Tierwelt von Umweltschmutz gestresst

Leipzig, 12. Dezember 2018 (ADN). Die Tierwelt der Arktis wird durch Umweltschmutz gestresst. Das hat ein internatinales Forscherteam der Universitäten Leipzig und Wien mit Experimenten  im Norden Norwegens und auf Spitzbergen nachgewiesen. Wie die Universität Leipzig am Mittwoch per Presseerklärung weiter mitteilt, wurden die Untersuchungen an einem Standort durchgeführt, wo vor einem halben Jahrhundert ein Kohlebergwerk implodiert war. Während die Mine selbst saniert wurde, war die Umgebung in dem verunreinigten Zustand nach der Havarie belassen worden. Dort  sind bis heute erhöhte Schwermetallkonzentrationen im Boden messbar. Auf diesen Wiesen wurde der Nachwuchs von Nonnengänsen zur Weide geführt. Ihre Ausscheidungen wurden systematisch analysiert und mit dem Kot von Gösseln verglichen, die sich auf unbeeinträchtigten Grasflächen ernährten. Bei diesen Tests waren die jungen Gänse für kurze Zeit von ihren Familienmitgliedern isoliert oder in ihren Bewegungen eingeschränkt. Das löst bei solch hochsozialen Tieren wie Gänsen Stress aus. Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die auf den verschmutzten Flächen geweideten jungen Gänse wesentlich stärkere Stressreaktionen zeigten als die andere Tiergruppe. Die Wissenschaftler wollen nunmehr untersuchen, welche langfristigen Wirkungen Umweltverschmutzung auf die Gesundheit und die Reproduktionsfähigkeit der Tiere hat. ++ (us/mgn/12.12.18 – 326)

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Unterirdische Gefahren für Städte durch Altbergbau

Freiberg, 5. Oktober 2017 (ADN). Unter der Erde lauern für viele deutsche Städte unberechenbare Gefahren. Ursache ist der Altbergbau, der unzählige unterirdische Hohlräume hinterlassen hat. Sie sind unberechenbar und brechen plötzlich ein. Manche Erdsenkungen vollziehen sich auch allmählich. Im Erzgebirge ist es auf diese Weise zu Geländeabsenkungen bis zu 17 Metern gekommen. Besonders betroffen ist die Innenstadt von Zwickau. Die sächsische Industriestadt liegt im Zentrum des mit 60 Quadratkilometern größten Steinkohle-Abbaugebiets Zwickau-Oelsnitz-Lugau. Dort wurde Kohle gewonnen bis zu einer Teufe von 1.100 Meter. Unter Zwickau und der Region gibt es bis zu 20 übereinander liegende Flöze mit einer jeweiligen Mächtigkeit zwischen ein und vier Metern. Die bis heute nicht abgeschlossene Flutung dieser Stollen führt zu ungleichförmigen Erdbewegungen. Insgesamt gibt es nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand in diesem Revier 1.200 Schächte. Ein Großteil davon ist nicht oder unzureichend verwahrt.

Es kann davon ausgegangen werden, dass rund 75 Prozent der besiedelten Fläche des Bundeslandes Sachsen durch Altbergbau beeinflusst ist. Das hat das Ingenieurbüro Günter Meier aus Wegefahrt/Freiberg festgestellt. Die Geoingenieure werden Mitte November auf einer Tagung an der Bergakademie Freiberg über die Perspektiven dieses geheimnisvollen Gefahrenpotentials sprechen. In einem Vortrag wird auch der „löchrige“ Untergrund der thüringischen Stadt Gera beleucht. ++ (bg/mgn/05.10.17 – 279)

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