Hoffnungsvolles Pilotprojekt zur Müllverwertung abgebrochen – Sachsen verweigerte geringe Subventionssumme

Leipzig, 27. Oktober 2017 (ADN). Ein Erfolg versprechendes Pilotprojekt zur vollständigen Wiederaufbereitung des „allerletzten Mülls“ – einschließlich des übelsten Sondermülls aus der Autoindustrie und der Bauwirtschaft – scheiterte in Schwarze Pumpe an der Nichtbewilligung weniger Millionen Euro aus den Kassen des sächsischen Wirtschaftsministeriums. Das sagte Prof. Bernd Meyer vom Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen der Technischen Universität (TU) Bergakademie Freiberg am Freitag auf einer Vortragsveranstaltung der Sächsischen Akademie der Wissenschaften in Leipzig. Das Geld sei benötigt worden, um die alle zwei Jahre zu absolvierende Revision der Behältertechnik der Chemieanlage bezahlen zu können. Da es nicht zur Verfügung gestellt wurde, durfte die Anlage nicht weiter betrieben werden und wurde demontiert. Im SVZ Schwarze Pumpe waren in den 15 Jahren von 1992 bis 2007 vier Millionen Tonnen Abfall rückstandsfrei verwertet worden. Es war eine komplette chemische Verwertungskette, in der Methanol und Strom erzeugt wurden. Zu den Ausgangsstoffen gehörten agglomerierter Kunststoffabfall und Schredderholz, sogar vom Zoll beschlagnahmte Zigaretten und ungültige DDR-Geldscheine landeten im Trichter der Anlage. Heute ist von der zukunftsträchtigen Anlage nichts mehr übrig, so Meyer. Damit wurde ein Projekt abrupt beendet, das einen realistischen Weg aufzeigte, eine geschlossene kohlendioxidfreie Kohlenstoffkreislaufwirtschaft in die Tat umzusetzen.

Die Freisetzung von Kohlenstoff ist bis heute eine der gravierendsten Belastungsfaktoren für Umwelt und Klima – lokal, regional und global. Die gegenwärtig allgemein praktizierte und dominierende Verbrennung von Müll und Abfall ist keine Lösung, sondern nur ein Provisorium, mit dem das generelle Problem verlagert wird. Beim Verbrennen von Müll gelangen erhebliche Mengen an Kohlendioxid in die Atmosphäre. Dieser sogenannten linearen Kohlenstoffwirtschaft haben sich die Betreiber von Müllverbrennungsanlagen verschrieben. Inzwischen sind deren Überkapazitäten derart angewachsen, dass sogar Müll im Ausland aufgekauft wird, um ihn in Deutschland zu verbrennen. Dieses klima- und umweltpolitische Paradoxon wird stillschweigend von Behörden und Politikern hingenommen.

Nunmehr wird jedoch ein neuer Versuch in Leuna unternommen, so Meyer. In vier Jahren dürfte ein auf ähnlichen Technologien fußendes Werk betriebsbereit sein. Es werde dabei auf jede staatliche deutsche Subvention und Einflussnahme verzichtet. Er setze ausschließlich auf privates Kapital, mit dem projektiert, gebaut und betrieben wird. Kapitalgeber aus dem Ausland seien am stärksten interessiert und stünden im Vordergrund. Das größte Engagement sei aus China zu erwarten. Dort ist der Leidensdruck auch besonders hoch. ++ (co/mgn/27.10.17 – 300)

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Al Gore: Klimawandel schwer vermittelbar

Berlin, 26. August 2017 (ADN). Wenn eine Geschichte schwer zu vermitteln ist, wie manchmal der Klimawandel, dann berichten Journalisten seltener darüber. Darauf wies der ehemalige USA-Vizepräsident und Klimaaktivist Al Gore in einem Interview hin, das die „Berliner Zeitung“ am Sonnabend veröffentlichte. Beispielsweise habe es gerade die dritte USA-Präsidentschaftswahl gegeben, in der bei den TV-Debatten keine einzige Frage zur Klimakrise gestellt worden ist, obwohl es sich um das schlimmste Dilemma handelt, mit dem die Menschheit konfrontiert ist. Demgegenüber gebe es stündlich Werbung von Öl- und Kohlefirmen, die sagen, dass alles gut sei und kein Grund zur Sorge bestünde. 

Trotz sichtbarer Rückschläge in der Klimapolitik der USA gibt es ermutigende Signale. Gore nennt sogar ökonomische Einsichten, die für einen Kurswechsel sprechen. So stelle der Bürgermeister der Stadt Georgtown in Texas – ein Trump-Unterstützer – seine Stadt gerade auf 100 Ökostrom um. „Nicht aus Überzeugung, sondern um Geld zu sparen“, so Gore.  ++ (kl/mgn/26.08.17 – 239)

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Japans Wetterbehörde prognostiziert für das Frühjahr überheißen Monat

Tokio/Bern, 26. März 2017 (ADN). Ein Monat des gerade begonnenen Frühjahrs wird besonders heiß und über dem Durchschnitt liegen. Das teilte der in der Schweiz herausgegebene Asienspiegel am Sonntag mit. Informationsquelle ist die janalische Wetterbehörde, die für jede der vier Jahreszeiten Prognosen herausgibt. Japans Bevölkerung leidet insbesondere in den Sommermonaten an enormer Hitze und die Krankenhäuser sind oft überfüllt mit Patienten, die einen Hitzschlag erlitten haben.

Vor fast zehr Jahren hatte der WWF in einer Studie vorausgesagt, dass Japan viel härter als andere Staaten vom Klimawandel betroffen ist. Die Durchschnittstemperaturen liegen wesentlich über dem Weltdurchschnitt. Besonders stark in Mitleidenschaft werden die Küstenregionen gezogen. Es regnet insgesamt weniger. Aber wenn, dann extrem heftig und stürmisch. ++ (26.03.17 – 062)

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Klimaschäden in Höhe von 800 Milliarden Euro bis 2050 zu erwarten – Notstand in 780 Gemeinden

Berlin, 8. Juni 2016 (ADN). Angesichts der in den vergangenen Wochen in Permanenz über Deutschland hinweggegangenen Unwetter forderten Abgeordnete des Deutschen Bundestages in einer aktuellen Stunde am Mittwoch in Berlin fraktionsübergreifend verpflichtende Elementarversicherungen für Häuser und Grundstücke. Allein seit dem 26. Mai 2016 habe es rund 3.000 Unwetterwarnungen gegeben. Vier Tornados waren zu verzeichnen.  In 780 Gemeinden habe der Notstand ausgerufen werden müssen. Der Sozialdemokrat Christian Flisek, Beauftragter für Existenzgründungen, forderte, den inzwischen überholten Begriff „Jahrhundertkatastrophe“ zu streichen. Aus dem Ruder laufende Wetterlagen würden längst zum Normalzustand gehören. Der Klimawandel sei in vollem Gange. Die klimapolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Analena Baerbock, verwies darauf, dass die zahhlose Existenzen vernichtenden Katastrophen nicht aus heiterem Himmel kämen. Nach Angaben des Versicherers Münchner Rück sind bis zum Jahr 2050 Klimaschäden in Höhe von 800 Milliarden Euro zu erwarten.

Bundestagsabgeordnete aus Bayern griffen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks scharf an.  Sie habe übetriebene und einseitige Kritik an der Landwirtschaft im Allgemeinen und dem überbordenden Maisanbau im Besonderen geübt. ++ (kl/mgn/08.06.16 – 153)

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Klimaschutzzentrum wird zur Gemeinschaftsunterkunft für Asylanten

Meiningen, 3. Juni 2016 (ADN). Ein seit 20 Jahren in einer Stadt des Landkreises Schmalkalden-Meiningen ansässiger Bürger wurde Ende dieser Woche per Eilbeschluss des Verwaltungsgerichts Meiningen seines Wohnrechts und seines Wahlrechts beraubt. Unter der „Bezeichnung „von Amts wegen“ war er zuvor kurzerhand ohne eigenes Einverständnis, Kenntnis und Information von der städtischen Administration abgemeldet und aus dem Einwohnermelderegister gestrichen worden. Sein Wohn- und Geschäftshaus wurde daraufhin still und heimlich kommunalisiert und soll nun zur Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber umgebaut werden. Dabei spielen plötzlich die immer streng gehüteten Regeln im denkmalgeschützten Stadtkern des im Zentrum gelegenen Gebäudekomplexes keine Rolle mehr. 

Das Haus war in den 90er Jahren zu einem Innovationszentrum für Bauen-Umwelt-Energie profiliert worden, das sich intensiv mit Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsprozessen gewidmet hat.  ++ (ju/mgn/03.06.16 – 148)

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Historisches Weltklima-Abkommen perfekt – Verpflichtungen erstmals rechtlich verbindlich

Paris, 12. Dezember 2015 (ADN). „Der Klimavertrag ist angenommen.“ Das stellte der Präsident der Pariser Weltklimakonferenz und Außenminister Frankreichs, Laurent Fabius, am Sonnabend um 19.26 Uhr im Kongresszentrum des Pariser Außenbezirks Le Bourget fest. Damit ist erstmals ein für die unterzeichnenden 195 Staaten der Erde rechtlich verbindlicher internationaler Kontrakt zustandegekommen.

Fabius übergibt das Wort an Südafrikas Vertreterin. Nach ihren Worten ist vier Jahre lange hart gearbeitet worden. Der Vertragstext sei nicht perfekt, aber ausgewogen. Er sei das Beste, was in diesem histiorischen Moment möglich war. Paris bedeute einen großen Sprung für die Entwicklungsländer. Nun gehe es um die Umsetzung. Bestehende Finanzierungsschwächen seien demnächst in Marokko zu erörtern.

Der globale Verhandlungsprozess hatte im Jahr 1992 mit dem Erdgipfel von Rio de Janeiro begonnen. Das Folgetreffen wurde 1995 in Berlin organisiert. Es folgten 20 weitere mehr oder minder bedeutende Weltkonferenzen. Während das Kyoto-Treffen 2002 sehr verheißungsvoll war, stellte der Kongress in Kopenhagen einen herben Rückschlag dar. ++ (kl/mgn/12.12.15 – 337)

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Flüchtlingsströme als Gradmesser des Klimawandels

Kiel, 1. Dezember 2015 (ADN). Eigentlich darf die Erderwärmung nicht mehr als 1, 5 Grad Celsius betragen. Selbst dann ist nicht garantiert, dass Grönlands Eisdecke nicht abschmilzt. Das erklärte am Montag der Kieler Klimaforscher  Mojib Latif gegenüber dem Deutschlandfunk in einem Interview. Seit dem Beginn der Industrialisierung um das Jahr 1850 herum zeige der Temperaturtrend eine eindeutige Richtung nach oben. Klimaveränderungen beeinflussen auch die Sicherheitsarchitektur wesentlich, so Latif. Flüchtlingsströme seien Folge von Klimaveränderungen. Zudem begünstige der Klimawandel eine weltweite Wirtschaftsrezession. ++ (kl/mgn/01.12.15 – 326)

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