Kleingärtner als Bollwerk in Bürgerentscheid – Kein Anzeichen von Rekolonialisierung

Leipzig, 27. Januar 2018 (ADN). Die rund 100.000 Leipziger Kleingärtner erwiesen sich als ein entscheidendes demokratisches Bollwerk in dem Bürgerentscheid um die Privatisierung der örtlichen Stadtwerke. Das wurde rückblickend auf einer Veranstaltung am Sonnabend in Leipzig anlässlich des zehnten Jahrestages der Abstimmung durch die Stadtbevölkerung mitgeteilt, bei der über einen Verkauf des kommunalen Energieversorgungsunternehmens an den international tätigen Konzern Gaz de France votiert wurde. Dank einer breiten Mobilmachung der Einwohner und der Zivilgesellschaft sei die Privatisierung abgelehnt worden. Die Stadtwerke Leipzig seien auf diese Weise im Eigentum der Kommune geblieben und hätten seitdem eine erfreuliche Entwicklung genommen. Nach den Worten des Geschäftsführers der Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV), Volkmar Müller, hat der Energieversorger ein solches Potential entfaltet, dass er sogar den defizitären Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) noch mit jährlich 45 Millionen Euro unter die Arme greifen kann. Zudem sei das Engagement der Stadtwerke Leipzig beim Betreiben eines Fernwärmenetzes in der polnischen Stadt Gdansk inzwischen äußerst einträglich. Es werde sowohl auf Seiten der Leipziger als auch der polnischen Partner als sehr nützlich akzeptiert. Immerhin habe dieses gemeinsame Vorhaben dafür gesorgt, zahlreiche Wohngebiete in der Hafenstadt an das Fernwärmenetz anzuschließen. Zwischenzeitliche Befürchtungen, die deutsche Beteiligung am Wärmeversorgungsnetz in der Ostseestadt könnten in den negativen Ruf einer „Rekolonialisierung“ geraten, hätten sich nicht bewahrheitet. Müller schloss aus, dass sich die Stadtwerke mit wenig vermittelbaren Projekten im Ausland beschäftigt. Allerdings hält er es beispielsweise für möglich, an ökologischen Windenergie-Parks in Mecklenburg-Vorpommern zu partizipieren. Zur Energiewende, zur verkündeten Dekarbonisierung und zur Leipziger Abhängigkeit vom Kohlekraftwerk Lippendorf erklärte der Manager, dass dieses Kohlekraftwerk nach seiner Ansicht das modernste in Deutschland ist und deshalb wohl als allerletztes abgeschaltet wird.

Zur künftigen Daseinsvorsorge angesichts der sichtbar wachsenden Stadtbevölkerung und deren Finanzierung durch die LVV prognostizierte Müller einen Investitionsbedarf in der städtischen Infrastruktur bis zum Jahr 2030 auf drei Milliarden Euro. Ausgehend von dem derzeit bestehenden Schuldenstand von rund 600 Millionen Euro nebst einer Verzinsung von mehr als zwei Prozent sei mit einem Ansteigen der Verschuldung in den Jahren 2027/28 auf etwa 1,3 Milliarden Euro zu rechnen. Angesichts des Finanzskandals bei den Leipziger Wasserwerken und der anfänglichen Forderungen der UBS-Bank in Höhe von 500 Millionen Euro sei er optimistisch hinsichtlich noch bestehender Restrisiken. Es sei letztlich ein Glücksfall, dass die juristische Beabeitung nun in London erledigt wird. Vor der deutschen Gerichtsbarkeit wäre die Stadt Leipzig in eine miserable Situation gekommen. ++ (da/mgn/27.01.18 – 027)

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Elektrifizierung auf Schwedisch – Energie für Garten-Maschinenpark aus der Steckdose

Stockholm/Berlin, 30. August 2017 (ADN). Schweden elektrifiziert den Gartenmaschinenpark auf leisen Sohlen. Ohne das Getöse, mit der in Deutschland die Elektromobilität auf zahlreichen politischen Bühnen herbeigeschrien wird, erobern sich die Nordeuropäer mit ihrem Spitzenunternehmen Husqvarna die Herzen der Gärtner, Laubenpieper, Forstleute und Kleinbauern still und leise. Wie  geräuschlos und doch wirkungsvoll diese Erstürmung des deutschen Marktes vonstatten geht, demonstriert der Akku-Experte des schwedischen Konzerns, Andreas Weber, am Mittwoch auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA) in Berlin. Kurz, knapp und prägnant stellt er überzeugend die Vorteile und Qualitäten der von Kraftstoff auf Elektroenergie umgestellten Gartentechnik-Palette dar. Sie reicht von der Heckenschere über die Kettensäge bis zur Mähmaschine. Weber demonstriert  anhand von Vergleichszahlen unschlagbare Vorzüge der elektrisch betriebenen Motoren gegenüber den Benzinantrieben. So kostet die Akkuladung einer Heckenschere mit 0,06 Euro gegenüber 2,45 Euro für eine Tankfüllung benzingetriebener Aggregate bei gleicher Leistung ein Vielfaches weniger. Bei 600 Ladungen ergibt sich ein Kostenvorsprung für die Akku-Geräte gegenüber Benzinmotoren von 1.276 Euro. Als günstig beim Geräteeinsatz erweisen sich zudem das geringere Eigengewicht, der niedrige Geräuschpegel und die Emissionslosigkeit. ++ (wi/mgn/mgn/30.08.17 – 243)

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Wanderausstellung „Don’t Streu Salz“ – 245.000 Hamburger Straßenbäume stark angegriffen

Hamburg, 18. November 2016 (ADN). Der nahende Winter mit frostigen Temperaturen und Schneefall setzt im Nah- und Fernverkehr wieder den oftmals massenhaften Einsatz von Streusalz auf die Tagesordnung. In Hamburg werden in der kalten Jahreszeit 3.000 Kilometer Straße regelmäßig mit Tausalz bestreut. Über die davon ausgehenden Umweltschäden informiert in der Hansestadt eine Ausstellung unter dem Titel „Don’t Streu Salz“. Es geht um „12 Dinge, die Sie über Streusalz wissen sollten aber nie fragen würden.“ Die Exposition soll aufklären und Ratschläge geben, wie der Einsatz auf Gehwegen möglichst schonend vonstatten gehen kann.  Vor allem die rund 245.000 Straßenbäume werden durch das Salz stark angegriffen. Auch Haustiere, Autos und Gebäude sind betroffen. Die Ergebnisse eines fünfjährigen Monitorings an Böden und 900 Straßenbäumen zeigen, dass in den harten Wintern der flächendeckende Streusalzeinsatz zur Natriumanreicherung in Straßenrandböden, zu einer generellen Chloridbelastung in den Bäumen und zu einer Anhebung des Chloridgehaltes im Sickerwasser geführt haben. Besonders krasse Belastungen hat es in den Wintern 2009/2010 und 2010/2011 gegeben.

Die Wanderausstellung tourt seit Januar2015 durch die Bezirksämter und öffentliche Gebäude der Stadt. Um sie auch im Schulunterricht, in die Kulturarbeit und in die Umweltbildung einzubeziehen, werden derzeit Begleitmaterialien erstelllt. Weitere Zielgruppen der Exposition sind Grundeigentümer, Garteninhaber, Kleingärtner und Hundehalter, um sie für das Thema zu sensibilieren.  ++ (uw/mgn/18.11.16 – 315)

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