Beamte in kriminelle Netzwerke des Berliner Justizvollzugs verstrickt

Berlin/Mainz, 13. September 2016 (ADN). In Deutschlands größter Justizvollzuganstalt (JVA) Berlin-Tegel soll der Schmuggel von Waren in und aus dem Gefängnis Alltag sein. Darüber berichtete am Dienstag das kritische Magazin „Frontal 21“ im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF). Mehrere Justizbeamte sollen in den Schwarzhandel involviert sein. Entsprechende, von Gefangenen erhobene Vorwürfe werden nach Angaben der Haftanstalt vom Berliner Landeskriminalamt untersucht. Ein Häftling lässt wissen: „Die Beamten haben alles, was nicht niet- und nagelfest war und in der JVA produziert worden ist, mit nach Hause genommen“. Außerdem sei er von einem Vollzugsbeamten erpresst worden, da er sich weigerte, am Schmuggel teilzunehmen. Diesbezüglich ermittelt nun die Staatsanwaltschaft.

Dass solche Vorgänge keine Eintagsfliegen sind, sich auch in anderen Berliner Haftanstalten abspielen und das schon seit Jahren, bestätigt ein im Jahr 2003 in der JVA Berlin-Plötzensee Inhaftierter. Er musste beispielsweise in der Gefängnis-Schlosserei einen Erdbohrer herstellen. Die Bestellung für das Auftragswerk kam von einem Justizbeamten, der das Gerät für Arbeiten in seinem privaten Garten benötigte. ++ (ju/mgn/13.09.16 – 249)

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