40 Prozent fingierte BA-Jobangebote

Berlin, 24. Mai 2019 (ADN). Rund 40 Prozent aller von der Bundesagenur für Arbeit (BA) in ihre Suchcomputer eingespeisten Jobangebote sind in der Realität nicht existent. Das stellt die Zeitung „junge Welt“ (jW) am Freitag nach einer Zusammenfassung mehrerer Veröffentlichungen der zurückliegenden Tage und aufgrund eigener Recherchen fest. Die prominente BA-Whistleblowerin Inge Hannemann kritisiert: „Die Bundesagentur spielt die verfolgte Unschuld.“ Sie erinnert daran, dass schon 2009 Fälle von Datenmissbrauch und von doppelten Stellenangeboten für Schlagzeilen gesorgt hatten.  Danach gab es immer wieder Hinweise von Betroffenen, denen aber nicht nachgegangen worden ist. 

Nach Informationen des Südwestrundfunks (SWR) sind von der BA-Jobbörse verwaltete Bewerberprofile von Arbeitsuchenden massenweise bei windigen Datenhändlern gelandet und von dort an private Zeitarbeitsunternehmen weiterverkauft worden. Inzwischen hat die Agentur nach eigenen Angaben elf Unternehmen  in ihrer Börse gesperrt und damit  32.000 gefakte  Stellen  bzw. 120.000 gefälschte Stellenanzeigen vom Netz genommen. ++ (ar/mgn/24.05.19 – 142)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

Energiearmut von Bundesregierung ignoriert – 6,6 Millionen Spromsperren 2016 angedroht

Berlin, 15. Dezember 2017 (ADN). Den fast acht Millionen Menschen, die in Deutschland von Hartz-IV oder Sozialhilfe leben, stellen die Energieversorger besonders häufi den Strom ab. Das geht einem Bericht der Tageszeitung „Junge Welt“ vom Freitag zufolge aus einer Untersuchung des Vergleichjsportals Check24.de hervor. Nach wie vor deckten die Regelsätze die tatsächlichen Stromkosten nicht. Die Autoren der Analyse, Florian Stark und Daniel Friedheim, konstatierten, dass das Problem zwar lange bereits bekannt ist, aber von der Bundesregierung ignoriert wird. auch die geringfügige Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze um wenige Euro im nächsten Jahr werde an der Misere nichts ändern.

Stark und Friedheim bestätigen, dass sich ihre Untersuchungsergebnisse weitgehend mit denen der jüngsten Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu Stromsperren decken. Das Mannheimer Institut hatte ermittelt, dass die Energierversorger im vergangenen Jahr 6,6 Millionen Menschen eine Stromsperre angedroht haben. In 1,6 Millionen Fällen seien diese Sperrungen bereits beauftragt gewesen. Letztlich gesperrt wurden mehr als 330.000 Haushalte. 

Wie das Dilemma im Einzelnen abläuft beschreibt die Linkspolitikerin Inge Hannemann, die früher in einem Hamburger Jobcenter tätig war. Die Leute könnten aufgrund fehlender Einkünfte nicht zu billigeren Anbietern wechseln. Jobcenter gewährten erst dann ein Darlehen, wenn der Strom bereits abgeklemmt ist, und dann nur auf Antrag. Dazu müssten Klienten sich schriftlich vom Energiekonzern bestätigen lassen, dass Ratenzahlungen nicht möglich sind. Die Bürokratie würde sich über Wochen hinziehen. „Am Ende stottern sie nicht nur den Kredit beim Amt ab, es kommen neue Schulden von 200 Euro und mehr für das Ab- und Anklemmen hinzu“, so Hannemann.++ (ew/mgn/15.12.17 – 360)

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