Wald als Arche Noah für Bienen – Immen sorgen für 14-Milliarden-Euro-Ertrag

Erfurt, 15. April 2019 (ADN). Für Bienen mausert sich der Wald zur Arche Noah. Konventionell bearbeitete und mit chemischen Pflanzenschutzmitteln behandelte Agrarflächen werden immer stärker zum Bienen-Killer. Die naturnahe Forstwirtschaft ist dagegen ein Garant stabiler Honig- wie auch Waldbienenpopulationen, informiert die Anstalt öffentlichen Rechts (AöR) ThüringenForst am Montag in einer Presseinformation aus Erfurt. Mitte April bis Mitte Mai seien die emsigen Flieger besonders fleißig beim Honigsammeln. In diesem Zeitraum sei Spitzahorn bei ihnen besonders begehrt. Zuvor hätten sie sich an Weide, Hasel und Birke gestärkt. Auch für Wildbienen- und Hummelarten sind naturnah bewirtschaftete Wälder oft genug die einzigen Rückzugsgebiete. Nach den Worten von Thüringen-Forst-Vorstand Volker Gebhardt sind Honigbienen und die Wildbienen als deren kaum wahrgenommene Schwestern nicht nur enorm wichtig für die Landwirtschaft, sondern auch für die Forstwirtschaft.

Agrarökonomen errechneten, dass Bestäuber – die meisten davon Bienen – europaweit 14 Milliarden Euro Ertrag pro Jahr bringen. Allein in Deutschland sind es rund zwei Milliarden Euro. Etwa 80 Prozent der Nutzpflanzen und Wildkräuter sind auf Bestäubung durch Bienen angewiesen. Neben den Wildbienen betätigen sich andere Insekten wie Schmetterlinge, Schwebfliegen, Käfer und Ameisen als spezielle Bestäuber. Sie sorgen für Vielfalt der Pflanzengemeinschaft besonders im Wald. Deshalb werden diese Arten von Waldbesitzern und Förstern gefördert. Das erfolgt durch Liegenlassen von Totholz oder durch das Aufstellen von Bienenkästen im Wald, um die Flugstrecken der Bienen zu verkürzen und so mehr Honigertrag zu erzielen. „Regelmäßige Durchforstungen zugunsten von Mischbaumarten führen, neben einer Stabilisierung und Vitalisierung der Bestände, auch zu größeren Kronen der verbleibenden Bäume mit mehr Nektar- und Pollenproduktion“, so ThüringenForst. Auch Wildbienen und Hummeln, von denen mehr als 40 Prozent auf der Roten Liste geführt werden, böten sich an untersonnten Waldrändern und Waldlichtungen wichtige Lebensräume und Nahrungsquellen. Als besonders ergiebig erweisen sich Himbeersträucher. Wildbienen sind im Gegensatz zur Honigbiene Einzelgänger und nutzen keinen Bienenstock. Sie sind angenehme und ruhige Nachbarn – für Waldbesucher unproblematisch. ++ (fw/mgn/15.04.19 – 103)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

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Neue Instrumente gegen Insektensterben

Leipzig/Bonn, 17. November 2018 (ADN). Forschungsergebnisse von Biologen der Universitäten Leipzig und Bonn könnten Gravierendes zur gezielten Bekämpfung von Schädlingen und zum Erhalt der Biodiversität beitragen. Wie die Universität Leipzig am Freitag weiter mitteilt, haben die Entwicklungsbiologen der beiden Hochschulen die Taufliege (Drosophila melanogaster) als Modelltier für die Untersuchung von Insektengenen während der Entwicklung herangezogen. Wird bei den Fliegen das Gen Obstructor-A inaktiviert oder sogar eliminiert, bleiben die Larven klein. „Es findet kein Wachstum mehr statt, zudem wird der Chitinpanzer brüchig. Dies führt zur Austrocknung und zur Besiedlung durch Krankheitserreger, weshalb die Tiere schon frühzeitig sterben“, sagt Privatdozent Dr. Matthias Behr vom Institut für Biologie der Universität Leipzig. 

Die grundlegend neuen Erkenntnisse ermöglichen es, einerseits die Verbreitung von Schadinsekten zu kontrollieren und zu steuern, andererseits Nutzinsekten wie Honigbienen zu schonen. Damit steht dem Instrumentenkasten ein neues Werkzeug zur Verfügung, der im Oktober dieses Jahres auf dem 9. Nationalen Forum zur biologischen Vielfalt in Gestalt des „Aktionsprogramms Insektenschutz – Gemeinsam wirksam gegen das Insektensterben“ in Marsch gesetzt wurde. Was bislang gegen das Insektensterben getan wurde, ist alles andere als vorausschauend. Es reduzierte sich auf späte, oft zu späte Reaktionen derer, die an den Hebeln der Macht sitzen.  ++ 301)

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Massensterben der Insekten bedroht Flora, Fauna und das menschliche Leben akut

22. Oktober 2017 (ADN). Drei Viertel aller Insekten sind in den vergangenen 27 Jahren aus Deutschland verschwunden. In Anbetracht dieser Dimension von einem großen Insektensterben zu sprechen, ist wirklich nicht übertrieben. Das stellt Tina Baier in der Wochenendausgabe der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) fest. Noch beunruhigender sei, dass dieser enorme Schwund in Schutzgebieten rewgistriert wurde, in denen die Natur noch halbwegs  intakt sein sollte.

„Politik und Wissenschaft müssen alles daran setzen, um diese Entwicklung zu stoppen und zu retten, was noch zu retten ist“, so die Kommentatorin. Insekten seien zwar oft lästig, aber wichtig für das Überleben unzähliger Pflanzen und Tiere und letztlich auch des Menschen. Nicht nur Honigbienen bestäuben Pflanzen, sondern auch andere Arten. Rund 80 Prozent aller Wildpflanzen seien darauf angewiesen, von Insekten bestäubt zu werden. Es gelte einen gemeinsamen Plan zu schmieden, der aber nicht in Sicht ist. Zwei Sofortmaßnahmen hält die Autorin für erforderlich: Erstens, Insektizide wenigstens auf den Feldern verbieten, die inmitten von Naturschutzgebieten liegen. Zweitens den Einsatz von Chemikalien auf den Feldern wenigstens verringern. ++ (uw/mgn/22.10.17 – 295)

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Deutschlands Bienenvölker schrumpften von 1,1 Millionen auf 700.000

Berlin, 24. August 2017 (ADN). 1990 gab es in Deutschland noch 1,1 Millionen Honigbienen-Völker. In nur 25 Jahren sind sie auf nur noch etwa 700.000 Völker geschrumpft. Von den rund 560 Wildbienenarten ist bereits mehr als die Hälfte stark bedroht. Auf diese alarmierenden Entwicklungen weist am Donnerstag die prominente Kochexpertin, Ernährungswissenschaftlerin und Autorin Sarah Wiener hin. Gleichzeitig startet sie eine Petition zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH), in der sie den Bundeslandwirtschaftsminister auffordert, endlich etwas gegen das massive Bienensterben zu unternehmen. Nötig sei eine andere Art von Landwirtschaft. Es müsse Schluss mit Überdüngung, Pestiziden und intensiver Flächennutzung sein. Mittlerweile seien die Bedingungen für Bienen in Städten und stadtnahen Gebieten besser als in der freien Landschaft. Einer Studie des Instituts für Bienenkunde zeige, dass die Honig-Bienen in Hamburg mehr als doppelt so viel Honig produzieren wie Vergleichsvölker, die in stark landwirtschaftlich genutzten Flächen aufgestellt wurden. Das sei absurd und könne keine Lösung sein. 

Jeder Mensch ist für seine Ernährung auf die Bienen angewiesen. Bis zu 80 Prozent der Nutzpflanzen werden von ihnen bestäubt. Die traurige Wahrheit lautet: Obwohl die intensive Landwirtschaft selbst auf die Bestäuberleistung von Honigbienen und ihren wild lebenden Verwandten angewiesen ist, zerstört sie Schritt für Schritt deren Lebens- und Nahrungsgrundlagen. Der Hungertod der Bienen hat für die Menschen enorme Konsequenzen.

An die politisch Verantwortlichen richtet Wiener den Appell, die Überdüngung durch Stickstoff wirksam zu reduzieren, ein strengeres Düngerecht zu etablieren und die Artenvielfalt wirklich zu schützen. ++ (lw/mgn/24.08.17 – 237)

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