Historiker Winkler: EU ist nicht einmal mehr eine Wertegemeinschaft

Berlin, 12. März 2017 (ADN). Der Zustand der Europäischen Union (EU) ist traurig und alarmierend. Das stellte der Historiker Heinrich August Winkler am Sonntag im Deutschlandfunk fest. Die EU sei nicht einmal mehr eine Wertegemeinschaft. Polen und Ungarn würden sich damit brüsten, illiberale Demokratien zu sein. In Polen sei das unabhängige Verfassungsgericht abgeschafft worden. Die EU erweise sich dagegen als machtlos. Es verstärke sich die Meinung, dass Staaten alleine mächtiger und kompetenter seien. Die EU gebe das Bild eines Elitenprojekt wieder. Parteien verteidigten nicht mehr die repräsentative Demokratie. ++ (eu/mgn/12.03.17 – 067)

http://www.adn46.wordpress.com, http://www.adn1946.wordpress.com, e-mail: adn1946@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), adn-nachrichtenagentur, SMAD-Lizenz-Nr. 101 v. 10.10.46

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„Für das Wort, für die Freiheit“ – Buchmesse erneut für ausgewählte Pressevertreter gesperrt

Leipzig, 21. März 2016 (ADN). Die Leipziger Buchmesse hat am Wochenende mit einem neuem Rekord von 260.000 Besuchern geschlossen. Es waren so viele, dass sie zeitweise kolonnenartig durch Einbahnstraßen über das Gelände geschleust werden mussten. Eine allgemein gezogene Abschlussbilanz lief darauf hinaus, das die Messe politischer geworden sei. Das ist eigentlich für eine Exposition, in deren Mittelpunkt seit Jahrzehnten Lektüre jeglicher Couleur steht, keine neue Erkenntnis. Dennoch muss es wohl immer wieder neu plakatiert werden. In Konsequenz dessen ließ der Präsident des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, beim Auftakt von den Teilnehmern der Eröffnungsfeier im Leipziger Gewandhaus das hundertfach bereitgelegte Transparent mit der Aufschrift „Für das Wort, für die Freiheit“ in den Geist geschwängerten Himmel des Konzerthauses hochrecken. Einige wenige taten das nicht. Dazu gehörte der Ehrengast und mit einem Preis ausgezeichnete Historiker Heinrich August Winkler, der sich der positiven Massenpsychose  stumm und tatenlos, aber sichtbar entzog.

Dass ein solches Selbstverständnis und Bekenntnis zur Presse- und Meinungsfreiheit tatsächlich höchst zweifelhaft sein kann, bewiesen die Organisatoren im Pressezentrum der Leipziger Messe. Einem der Journalisten, dem die Presseakkreditierung erneut verweigert wurde, hatte nicht einmal der Verweis auf den Artikel 5 im Grundgesetz den Zutritt ermöglichen können. Schriftliche Beschwerden bei den Verantwortlichen, in der auch auf die Ähnlichkeit des Vorgehens zu Zeiten der DDR verwiesen wurde, blieben unbeantwortet. Leipzigs Buchmesse stellte am konkreten Beispiel unter Beweis, dass generell etwas „faul ist im Staate Dänemark“ und in der Stadt Leipzig ganz speziell. Um türkische Verhältnisse im Umgang mit Journalisten zu vermeiden, sind Transparenz, Klärung und Umsteuern vonnöten. ++ (ap/mgn/21.03.16 – 081)

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Was ist deutsch ? – Ein Klärungsversuch

Berlin, 25. Dezember 2015 (ADN). „Deutsch ist ein Adjektiv.“ So wird ein Rundfunkbeitrag unter der Titelfrage „Was ist deutsch ?“ am Freitag eingeleitet, mit dem nach der Identität der Deutschen gesucht wird und der mit dieser Aussage des Mittelalter-Historikers Johannes Fried beginnt. Das deutsche Volk sei gleichsam doppelt gemoppelt, denn Deutsch heiße völkisch. Das ist die neuhochdeutsche Übersetzung. Es ist von dem alten Wort „Theodisc“ aus der Karolingerzeit überliefert. Das heiße: in der Sprache des Volkes. 

Dieselbe Frage treibt den rennommierten Berliner Historiker Heinrich August Winkler um. Drei Tage zuvor teilte er in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) dazu mit: „In der Summe bilden die normativen Errungenschaften der alten Bundesrepublik eine zeitgemäße Antwort auf die Frage ‚Was ist deutsch ?‘. Es ist eine Antwort, hinter der das wiedervereinigte Deutschland nicht zurückfallen darf.“ Indirekt gibt dieser tonangebende Geschichtswissenschaftler damit zu, dass es um Deutschland jede Menge offener und dringend zu lösender Fragen gibt.  ++ (hi/mgn/25.12.15 – 350)

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