Zukunftsforscher: Ohne Nationalstaaten hätten 147 Weltkonzerne die Macht

Berlin, 16. September 2017 (ADN). „Deutschland in seiner Wohlständigkeit und Saturiertheit sucht danach, wie man am besten seine Zeit verdudelt.“ Mit dieser deprimierenden Einschätzung bedenkt der Zukunftsforscher und Herausgeber des Magazins „Future Zwei“, Harald Welzer, am Sonnabend in Berlin den gegenwärtigen, völlig profillosen Bundestagswahlkampf. Die allgemeine Glückseligkeit sei fragil. Die Jugend werde nicht gehört, obwohl die Welt aus den Fugen ist. Die politisierte junge Generation habe kein Format, das in den Wahlprogrammen vorkommt. Kein Jugendlicher interessiere sich für die Rettung der Autoindustrie. Dennoch dominiere dieses Thema die Main-Stream-Presse.

Welzer, der seit einem halben Jahr das Magazin „Future Zwei“ ediert, will mit dieser Publikation die öffentliche Debatte repolitisieren. Die ökologische Frage könne von der sozialen Frage gar nicht getrennt werden. Nationale Debatten seien deshalb nötig, weil derzeit eben die Nationalstaaten existierten. Ohne sie gebe es nur die 147 internationalen Weltkonzerne. Die erforderliche Transformation der derzeitigen Gesellschaft  funktioniere offenbar nicht ohne Gewalt, weil der Kuchen, um den es geht, kleiner wird. Die Industriestaaten müssten deprivilegiert werden. Aber das ließen sie sich nicht freiwillig mit sich machen. ++ (me/mgn/16.09.17 – 260)

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