Die Legende von der DDR-Pleite zerbröselt

Berlin, 5. März 2019 (ADN). Die Legende von der angeblichen Pleite der DDR-Wirtschaft beginnt nun auch in der Öffentlichkeit zu zerbröseln. Es mehren sich die untrüglichen Signale dafür, dass sich dieses seit drei Jahrzehnten verbreitete Polit-Märchen in Wohlgefallen auflöst. Über eines dieser Anzeichen berichtet die „Berliner Zeitung“ am Montag. Im Mittelpunkt des Beitrags steht eine Diskussionsrunde, an der maßgebliche Protagonisten der damaligen Ereignisse teilgenommen haben. Dazu zählen der vorletzte DDR-Ministerpräsident Hans Modrow,, DDR-Wirtschaftsministerin Christa Luft und  DDR-Finanzminister Walter Siegert. Im Mittelpunkt der Debatte steht die sagenumwobende Treuhandanstalt, die rund 8.500 Betriebe der DDR in nur vier Jahren stillgelegt oder verschleudert hatte. Unter der Bezeichnung „Privatisierung“ wurde das wirtschaftliche Rückgrat des nach UNO-Analysen zehntwichtigsten Industriestaates der Welt zerbrochen. Nach den Worten von Modrow haben sich westdeutsche Unternehmer große Teile des Volksvermögens angeeignet. Betriebe hätten für eine Mark den Besitzer gewechselt, auch wenn auf ihren Konten Guthaben von 30 Millionen Mark verwahrt worden sind. „Die Haie haben gefressen“, so Modrow. Dieser Teil der deutschen Geschichte dürfe so nicht weiter geschrieben werden.

Um den Gordischen Knoten zu zerschlagen und die historischen Wahrheiten auf den Tisch zu legen – wenigstens dreißig Jahre nach den mysteriösen Ereignissen im Zusammenhang mit dem Beitritt der DDR zur BRD – ist die Öffnung der Treuhandakten unumgänglich und dringender denn je. Aber sie liegen unter Verschluss. Die Geheimniskrämerei darum lässt ahnen, welche Sprengkraft diese Unterlagen bewirken dürften. Die dafür verantwortlichen Politiker befürchten zu Recht ein kaum berechenbares gesellschaftliches Erdbeben. Dennoch wird die schonungslose Aufklärung nicht aufzuhalten sein. ++ (tr/mgn/05.03.19 – 064)

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SED-Spitzenpolitiker wird Erfüllungsgehilfe der friedlichen Revolutionäre

Berlin/Pjöngjang/Leipzig, 3. Oktober 2018 (ADN). Während in Berlin drei Tage lang ein rauschendes Wiedervereinigungsfest in lauter Öffentlichkeit vonstatten geht, mehren sich im Hintergrund die skeptischen Stimmen. Die Hauptfrage heißt, wie tief die Spaltung zwischen Ost- und Westdeutschen denn immer noch ist, nachdem vor 28 Jahren die DDR dem bundesdeutschen Staatswesen beigetreten ist.  Es stellt sich heraus, dass die Erkenntnisse darüber äußerst dürftig sind. Wer dennoch tiefer in die Materie eindringt, stößt in der Regel auf sehr bedenkliche Phänomene.

Die vor fast drei Jahrzehnten angeblich so reibungslos verlaufene Verschmelzung von BRD und DDR, ließ seinerzeit einige wenige Zeitgenossen darüber nachsinnen, wie andere durch den Ost-West-Konflikt zerrissene Völker wie die der Jeminiten und der Koreaner zueinander gebracht werden können. Die Leipziger Stiftung Friedliche Revolution lehnte sich besonders weit über die Fensterbrüstung. In ihrer ersten großen Pressekonferenz wurden von der Führungsspitze sehr konkrete Initiativen angekündigt, wie man den Koreanern helfen und ihnen Ratschläge geben könnte. Das Vorhaben versandete unter dem Mantel des Schweigens. Ganz anders dagegen die Neuigkeiten aus unerwarter Richtung. Die Zeitungen „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) und „Junge Welt“ (jw) berichten dieser Tage ausführlich über eine sehr enge, vertrauliche und offenbar auch sehr wirksame Geheimdiplomatie zwischen dem vorletzten DDR-Ministerpräsidenten Hans Modrow einerseits und nordkoreanischen und chinesischen Spitzenpolitikern andererseits. Insofern wird einer der letzten SED/PDS-Spitzenpolitiker zum Erfüllungsgehilfen der friedlichen Revolutionäre in Leipzig. ++ (wv/mgn/03.10.18 – 256)

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Neuer Ostbeauftragter vor tiefen Ost-West-Zerwürfnissen

Eisenach/Berlin, 12. März 2018 (ADN).  An vielen Stellen gleichzeitig bricht derzeit das deutsch-deutsche Mosaik. Die Ost-West-Zerwürfnisse mehren sich. Gerade will der vorletzte DDR-Ministerpräsident Hans Modrow vor dem Bundesverwaltungsgericht Einsicht in die vom BND über ihn geführte Akte erstreiten. Sein erstes Fazit lautet: „Eine Verweigerung dieser Einsicht schreibt die erkennbar bestehende Ungleichheit in unserem Lande fort. Deshalb spreche ich auch ungern von der Einheit, denn es besteht unverändert eine Zweiheit, wenn hier mit zweierlei Maß gemessen und zweierlei Recht zugestanden wird.“ Kurz zuvor hatte sich der Schriftsteller Uwe Tellkamp in Dresden so laut, schrill und unzweideutig ostdeutsch geäußert, dass Deutschlands westlich dominierter Blätterwald fast einmütig aufjaulte.

Nach diesen kaum zu überhörenden Warnsignalen wird der neue Ostbeauftragte der Bundesregierung benannt. Es handelt sich um das politische Jung-Gewächs Christian Hirte aus dem Wartburgkreis. der allein schon wegen seiner wenigen Lebensjahre als politisch weitgehend leeres Blatt gelten muss. Er sitzt in der zweiten Legislaturperiode für die CDU im Bundestag und vermochte eines seiner wichtigsten Wahlversprechen aus der ersten Periode nicht einzulösen: Er wollte nämlich einen Etappenabschnitt der berühmten „Tour de France“ nach Thüringen, insbesondere in seinen heimatlichen Wartburgkreis, holen. Das Vorhaben ist mehr als missglückt. Es scheiterte schon im Ansatz. Vor diesem Misserfolg dürfte sich die gerade übertragene neue Aufgabe als Sissiphus-Felsen erweisen. Der große Stein, der jetzt vor ihm liegt, dürfte kaum auch nur ein Stück weit bergauf zu schieben sein. Zumal der junge Politiker kaum Alltagerlebnisse von der ostdeutschen Lebens- und Erfahrungsbasis aufweist, sondern sich seine Erfahrungswelt über Schule, Gymnasium, Jurastudium, Abgeordnetenassistenz fast nur an und  vor Schreibtischen abgespielt hat. Von dem noch weiter zurückliegenden Leben in der DDR, deren materielle und geistige Erbschaft er nun maßgeblich bearbeiten muss, hat er wegen seiner Jugend bestenfalls den Hauch von Ahnung. ++ (od/mgn/12.03.18 – 071)

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