Weltweit nur acht Prozent Kunststoffabfall verwertet – China stoppt Müllimport

München, 23. Juni 2018 (ADN). weltweit werden gegenwärtig nur acht Prozent des anfallenden Kunststoffabfalls wiederverwertet. Alles andere landet auf Deponien, in der Landschaft oder im Meer. Darauf weist Stephanie Lahrtz in der Samstag-Ausgabe der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) in einem Beitrag hin, dem eine Studie amerikanischer Forscher aus dem US-Bundesstaat Georgia zugrundeliegt. Grundlegendes Umdenken sei unumgänglich. Firmen und Menschen müssten auf Plastikverpackungen verzichten.

Die Notwendigkeit, Plastikmüll zu vermeiden, ergibt sich desweiteren aus der gegenwärtig verschärften Sanktionspolitik. So habe China bis vor kurzem noch jährlich 7,35 Millionen Tonnen Kunststoffabfall importiert. Ein Drittel der Menge kam aus der Europäischen Union (EU). Hauptlieferanten waren Deutschland, Großbritannien, die Niederlande, Frankreich und Belgien. Größter Exporteur weltweit waren die USA und Japan. „China übernahm somit die Hälfte des weltweit für die Wiederverwertung vorgesehenen Plastikmülls. Rechnet man die Warenströme via Hongkong nach China hinzu, waren es sogar gut 70 Prozent“, so die Autorin. Jetzt sei Schluss mit dem für die reichen Industriestaaten so einfachen Entsorgungsmodell. China habe nämlich zu Beginn dieses Jahres einen Importbann in Kraft gesetzt. Er gilt für Kunststoffabfälle mit einem Verschmutzungsanteil von mehr als 0,5 Prozent.

Die bisher jährlich zwischen 700.000 und 900.000 Tonnen von Deutschland nach China exportieren Platikabfälle verteilen sich nun unterschiedlich. Mehr als 200.000 Tonnen werden nach Malaysia, Vietnam, Thailand und in andere südostasiatische Staaten verkauft. Dort wiederum haben in den vergangenen Jahren tausend chinesische Firmen Kunststoffverwertungsstätten aufgebaut. Das hergestellte Rezyklat wird dann nach China gebracht. Die Forscher der Universität von Georgia weisen darauf hin, dass viele dieser Länder keine eigenen Aufbereitungsanlagen für Plastikmüll haben. Insofern sei nicht ausgeschlossen, dass nun noch mehr Plastikmüll auf Deponien, in Flüssen und Meeren – einschließlich wilder Entsorgung – landet.    ++ (se/mgn/23.06.18 – 155)

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Zyperns Wiedervereinigung in Sichtweite – Referendum geplant

Nikosia, 26./27. Dezember 2016 (ADN). Verlaufen die Verhandlungen zwischen der Türkei und Griechenland nach Plan, könnte im Sommer 2017 ein Referendum über die Wiedervereinigung Zyperns abgehalten werden. Das sagte der türkisch-zyprische Präsident Mustafa Akinci am Dienstag in Nikosia. Allerdings seien zuvor noch 100 Themenkomplexe zu klären. Nur bei acht bis zehn Kapiteln gebe es noch erhebliche Meinungsunterschiede. Dazu gehören Territorialfragen. Ziel ist ein föderaler Staat mit zwei politisch gleichberechtigten Teilen.

Im Januar nächsten Jahres werden die Gespräche über Zypern, das seit 1974 geteilt ist, in der Schweiz fortgesetzt. Nach Informationen der „Salzburger Nachrichten“ soll zunächst ein Vier-Augen-Gespräch zwischen Akinci und dem Präsidenten der Republik Zypern, Nicos Anastasiades, stattfinden, bevor Vertreter Griechenlands, Großbritanniens und der Türkei am Verhandlungstisch Platz nehmen. ++ (mm/mgn/26.12.16 – 352)

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